Fußball Podolski klagt über "computergesteuerte Spieler"

Bestreitet am Mittwoch sein Abschiedsspiel im DFB-Team: Offensivspieler Lukas Podolski.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der Weltmeister fürchtet, dass dem Fußball die "Typen" abhanden kommen. Kombinierer Eric Frenzel siegt in Schonach und steht vor dem Gewinn des Gesamt-Weltcups. Biathletin Laura Dahlmeier gewinnt die Kristallkugel in der Verfolgung.

Fußball: Weltmeister Lukas Podolski bedauert die Entwicklung in der Nachwuchsschulung im deutschen Fußball. "Heute bekommen die Jugendlichen sehr viel mehr Unterstützung. Man nimmt ihnen fast alles ab. Ich finde das nicht richtig. Es gibt für alles irgendwelche Spezialisten. Videoanalysten, Pädagogen, Psychologen oder Ernährungsberater", sagte der 31-Jährige im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Er habe das anders erlebt, betonte der Profi von Galatasaray Istanbul. Er habe sich zu Hause umgezogen, "Papa hat mich zum Training gefahren - und dann ging es auch schon auf den Platz". Weiter führte Podolski aus: "Heute will man offenbar computer-gesteuerte Spieler, Spieler wie aus dem Katalog. Typen entwickeln sich so kaum noch. Das ist schade, denn Typen machen doch den Fußball aus." Er sei froh, "dass ich diese Zeiten ab 2003 noch mitgemacht habe. Damals gab es mehr Typen, echte Gesichter, weniger Regeln, mehr Freiheiten".

Am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) bestreitet Podolski in Dortmund gegen England sein Abschiedsspiel; es ist sein 130. Auftritt im Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dankbar ist Podolski Bundestrainer Joachim Löw: "Ich denke, ich war auch eine Art Musterschüler für ihn. Man merkt ihm immer an, dass er stolz darauf ist, Spieler weiterzuentwickeln. Ihn zeichnet das Menschliche aus. Ich habe Jogi nie arrogant erlebt." Löw habe eine angenehme Art und immer einen coolen Spruch drauf. "Und er ist fachlich top. Im taktischen Bereich hat er mir viel beigebracht, was ich vorher nicht kannte. Er war und ist ein wichtiger Ansprechpartner für mich", sagte Podolski.

Nordische Kombination, Schonach: Eric Frenzel hat für eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtweltcup der Nordischen Kombinierer gesorgt. Der Olympiasieger sicherte sich am Samstag in Schonach seinen neunten Saisonsieg. Er gewann in 28:14,0 Minuten vor dem Österreicher Wilhelm Denifl und seinem ärgsten Konkurrenten Johannes Rydzek. Der war im Zielspurt auf Frenzel aufgefahren und gestürzt. Somit geht Frenzel mit einem Vorsprung von 54 Punkten in den letzten Wettbewerb am Sonntag. Dem Sachsen, der seinen fünften Gesamtweltcupsieg in Serie perfekt machen kann, reicht dann bei einem möglichen Rydzek-Sieg Platz vier.

Biathlon, Oslo: Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier hat dank einer starken Aufholjagd beim Saisonfinale in Oslo ihre dritte Kristallkugel geholt. Nach dem Gesamtweltcup und der Einzelwertung sicherte sich die 23-Jährige am Samstag auch die Verfolgungswertung. Nach dem enttäuschenden Rang 31 tags zuvor im Sprint verbesserte sich die Partenkirchnerin am Samstag trotz zweier Strafrunden noch auf Platz neun. Das reichte locker für den Disziplinerfolg.

Einen Tag nach ihrem Sieg im Sprint sicherte sich die Finnin Mari Laukkanen den zweiten Weltcuperfolg ihrer Karriere. Zweite wurde mit 26,5 Sekunden Rückstand die Tschechin Gabriela Koukalova. An sie hatte Dahlmeier durch ihr mit Abstand schlechtestes Saisonergebnis trotz komfortabler Führung die Sprint-Disziplinwertung noch in letzter Sekunde mit fünf Punkten Rückstand verloren. Rang drei im Jagdrennen ging an die Französin Justine Braisaz (+ 1:01,4 Minuten).

Massenstart-Weltmeister Simon Schempp (Uhingen) hat beim Saisonfinale der Biathleten im norwegischen Oslo in der Verfolgung den elften Platz belegt. Der 28-jährige Schwabe hatte am Holmenkollen nach zwei Schießfehlern 1:24,6 Minuten Rückstand auf den überlegenen Tagessieger Anton Schipulin (Russland/1). Platz zwei sicherte sich Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade (Frankreich/2) vor Johannes Thingnes Bö (Norwegen/2).

Basketball, NBA: Dirk Nowitzki suchte gar nicht erst nach Ausreden. Als "sehr peinlich" bezeichnete der Würzburger den Auftritt der Dallas Mavericks bei der deutlichen 74:116 (40:51)-Pleite am Freitag (Ortszeit) bei den Philadelphia 76ers. Mit 42 Punkten Unterschied war es die höchste Niederlage für Nowitzki in seiner bisherigen NBA-Zeit. "Sie haben uns in allen Bereichen dominiert. Wir waren richtig fürchterlich."

Durch die höchste Saison-Niederlage müssen die Mavericks weiter um die Playoff-Plätze bangen. Mit 29 Siegen rangieren sie 14 Begegnungen vor Saison-Ende im Westen auf Platz zehn, vier Siege hinter den Denver Nuggets, die auf Playoff-Rang acht stehen. Nowitzki erzielte acht seiner zehn Punkte vor der Pause. Dank eines 16:0-Laufs führte Dallas sogar bis Mitte des zweiten Viertels. Nach dem Seitenwechsel klappte beim NBA-Champion von 2011 nichts mehr. Ausgerechnet der vor ein paar Wochen für Nerlens Noel (neun Punkte) getauschte ehemalige Mavs-Profi Justin Anderson war mit 19 Zählern Top-Scorer bei den Gastgebern.