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Fußball-Nationalelf:Leiden der Lieblinge

Ohne Metzelder und Badstuber, mit Huth und Träsch: Bundestrainer Löw verwundert mit der Spielerauswahl für den Leistungstest - und liefert einen ersten Hinweis auf den WM-Kader.

Womöglich ist es dem Bundestrainer entgangen, aber Christoph Metzelder ist immer noch als Fußballer aktiv und weiterhin Angestellter des Spitzenklubs Real Madrid. Dieser Tage ist er sogar für seine Mannschaft zum Einsatz gekommen. Am Mittwoch Abend stand Metzelder in Albaniens Hauptstadt Tirana 90 Minuten auf dem Platz und half mit, beim Spiel gegen Gramozi Erseke den Taci Oil Cup zu gewinnen.

Die Zeit von Christoph Metzelder in der Nationalmannschaft ist wohl vorbei.

(Foto: Foto: dpa)

An einen Verbleib bei Real glaubt er allerdings selbst nicht, im Sommer endet sein Vertrag. Drei Jahre lang durfte er einen privilegierten Einblick ins Innenleben des spanischen Renommierklubs nehmen, aber Heldentaten, von denen er seinen Enkelkindern berichten kann, hat er in Madrid nicht vollbracht. Seine glorios begonnene Karriere verliert sich in der Unauffälligkeit. Nun wird wohl auch die WM 2010 ohne ihn stattfinden, Joachim Löw hat ihn nicht in seine semi-verbindliche Auswahl für den anstehenden Leistungstest eingereiht, aber das hatte Metzelder schon vor Wochen geweissagt.

Metzelder war einmal ein Lieblingsschüler des Bundestrainers, doch das ist lange her. Die jüngsten Entwicklungen lassen den 29-jährigen furchtbar alt aussehen. Angeblich interessiert sich Real Madrid zur Zeit wieder für einen deutschen Verteidiger, den 20-jährigen Münchner Holger Badstuber, und damit wären die Spanier sogar noch schneller zur Stelle als Joachim Löw, der Badstuber trotz vieler Empfehlungen nicht zum Tüv-Termin in Stuttgart bestellt hat. Er hat auch den Dortmunder Mats Hummels und den Schalker Benedikt Höwedes nicht eingeladen, dafür aber einen Mann namens Robert Huth, der angeblich in der Premier League spielt.

Huth, mittlerweile bei Stoke City gelandet, ist vielleicht nicht der Lieblingsschüler des Bundestrainers, aber doch immerhin ein bevorzugtes Versuchsobjekt, die Testreihe mit dem superkantigen Vorstopper läuft bereits seit dem Confed-Cup 2005. Aus gutem Grund hat es Huth nie so richtig in die erste Elf geschafft, und man würde sich wundern, wenn es ihm diesmal gelingen sollte, da dem Bundestrainer auch die Innenverteidiger Badstuber, Hummels und Höwedes zur Verfügung stehen.

Beim Blick auf Löws Gästeliste fällt dann noch das böse Omen für einen anderen Lieblingsschüler des Bundestrainers auf. An seine schweren Zeiten beim VfB Stuttgart wird Thomas Hitzlsperger nun auch im Nationalteam erinnert: Zum Leistungstest begleitet ihn der Klubkollege Christian Träsch, sein vorläufiger Nachfolger im Mittelfeld des VfB. Anders als Metzelder ist Hitzlsperger allerdings entschlossen, um seine WM-Chance zu kämpfen.

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