Fußball:Was Mey vom TSV 1860 fordert

Wenn er einsteigt, das wird klar am Samstag im Bräustüberl, dann nur, wenn er so großen Einfluss nehmen kann, dass sichergestellt ist, dass der Klub wieder seriös geführt wird. Sollte Mey merken, dass das nicht möglich sein sollte, dann wird er es lassen. "Das Fundament von 1860 ist fantastisch. Nur das, was darauf errichtet wurde, ist es nicht. Wir brauchen ein hochprofessionelles Management mit weiß-blauem Herz", sagt Mey. Von 50+1 hat er schon gehört, jener Regel, die den Einfluss von Investoren in Deutschland begrenzt, gegen die Ismaik am Freitag Beschwerde vor dem Bundeskartellamt eingelegt hat. Mey findet sie weder gut noch schlecht. Er sagt: "Ich denke, dass 50+1 ziemlich egal ist, wenn man im Klub auf anständige Weise miteinander umgeht."

So wie es der Sportdirektor Ralf Rangnick in Leipzig gemacht hat, das hat Mey gefallen. Mey will sich im Hintergrund halten und einer Fachkraft lediglich die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, damit diese ohne Hast und mit kluger Planung den Klub in sinnvollen Schritten nach oben führt. Mey sagt: "Ich mag es, wenn mein Geld arbeitet. Und bei 1860 würde es auch noch auf sinnvolle Weise arbeiten." Rangnick, findet Mey, "wäre der optimale Mann. Aber da er ja anderweitig beschäftigt ist, sollten wir einen Profi finden, der ebenso gut geeignet ist."

Der Unterschied zu Leipzig wäre allerdings, dass Mey nicht allein aus Marketinggründen bei Sechzig einsteigen würde, wie es der auf allen Kanälen sendende Getränkekonzern gemacht hat. Mey will sich nicht einmal mit einer Firma einkaufen - sondern als Privatperson.

Webasto ist schließlich nur ein Teil seines Reichs. Vor zwei Jahren hat Mey das Maschinenbau-Unternehmen Leicht erworben. Und über eine Kapital-Gesellschaft fördert er Start-Ups aus Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmaindustrie. Es ist eine Unternehmenswelt, die ganz gut zu 1860 passen könnte: Webasto ist ein sogenannter Hidden Champion, also eine Firma, von der jeder schon Teile erworben hat, ohne es zu wissen. Solange der TSV 1860 München in der Regionalliga spielt, darf man ihn durchaus als verborgenen Champion bezeichnen - und als eine Art Start-Up ja auch.

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