Fußball Medien: Fifa prüft Reform der Handspiel-Regel

Mit der Hand am Ball - aber wo soll Leipzigs Verteidiger Willi Orban (rechts) seinen Arm in diesem Zweikampf mit Mario Gomez hintun?

(Foto: Tom Weller/imago/Eibner)

Um die Regel klarer zu machen, sollen zwölf statt bisher drei Kriterien maßgeblich werden. Darmstadt entlässt Trainer Dirk Schuster. Anthony Modeste zieht vor den Sportgerichtshof.

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Fußball, Regeländerung: Der Fußball-Weltverband Fifa prüft offenbar einen weiteren Ansatz zur Reform der Handspiel-Regel. Laut einem Bericht der Bild wird derzeit ein Vorschlag diskutiert, wonach künftig zwölf statt wie bisher drei Kriterien darüber entscheiden, ob ein Regelverstoß vorliegt. Maßgeblich sei dabei die Frage, ob ein "natürlicher Bewegungsablauf" vorliege. Zusätzlich soll eine Art "Uhrzeiger-Regelung" für mehr Klarheit sorgen.

Ein Kriterium für ein Handspiel wäre demnach, in welcher Höhe der Spieler den Ball an die Hand oder den Arm bekommt. Gemessen am Ziffernblatt einer Uhr ist dabei eine Position im oberen Bereich zwischen neun und drei Uhr stets, eine Position im unteren Bereich zwischen vier und acht Uhr nur bei "unnatürlichem Bewegungsablauf" zu ahnden. Im Grenzbereich zwischen acht und neun Uhr sowie drei und vier Uhr wäre es derweil Ermessenssache des Schiedsrichters.

"Die Idee der Fifa klingt komplizierter, könnte in der Durchführung aber einfacher werden", zitiert die Bild den Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer: "Absicht lässt sich kaum beweisen. Ein natürlicher Bewegungsablauf aber schon." Kinhöfer fordert bei Verstößen im Strafraum zudem ein anderes Strafmaß: "Die Strafe bei einem Handspiel im Strafraum ist zu hart. Warum nicht einen Freistoß außerhalb des Strafraums?" Die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) werden sich am 2. März in Aberdeen erneut mit der Auslegung der Handregel beschäftigten. Mit einer Entscheidung ist dort aber eher nicht zu rechnen.

2. Liga, Darmstadt: Der abstiegsbedrohte Zweitligist hat auf die wochenlange Talfahrt reagiert und seinen einstigen Erfolgstrainer Dirk Schuster entlassen. Das teilten die Lilien am Montag mit. In den vergangenen zehn Spielen hat der Tabellen-14. nur einen Sieg verbucht, der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt nur noch vier Zähler. Der ehemalige Bundesliga-Profi Schuster (51) hatte die Südhessen im Dezember 2012 ein erstes Mal übernommen. In der darauffolgenden Saison begann die Erfolgsgeschichte: Schuster führte Darmstadt bis in die Bundesliga und dort in der Spielzeit 2015/16 auch zum Klassenerhalt. Nach einem kurzen Gastspiel beim FC Augsburg kehrte er im Dezember 2017 nach Darmstadt zurück, sein Vertrag besaß noch bis zum 30. Juni 2020 Gültigkeit.

1. FC Köln, Anthony Modeste: Der Stürmer hat im Millionenstreit mit seinem Ex-Arbeitgeber Tianjin Tianhai den Internationalen Sportgerichtshof CAS angerufen. "Sowohl Anthony Modeste als auch Tianjin Tianhai FC haben beim CAS Berufung eingelegt. Das Verfahren ist im Gange", teilte der CAS dem Express auf Anfrage mit. Am vergangenen Donnerstag hatte der 31-jährige Franzose die Spielgenehmigung für den FC vom Weltverband FIFA erhalten. Bei seinem ersten Spiel nach seiner Rückkehr zum Geißbockheim hatte Modeste beim 2:3 beim SC Paderborn am vergangenen Freitag den zwischenzeitlichen Treffer zum 2:0 für die Rheinländer erzielt. Der Millionen-Streit zwischen Modeste und seinem Ex-Klub um ausstehende Gehaltsforderungen ist seit Monaten im Gange. Der 1. FC Köln ist an diesem Verfahren nicht beteiligt.

Dirk Nowitzki, NBA: Den emotionalen Kurzauftritt bei seinem letzten Allstar-Spiel hätte sich Dirk Nowitzki nicht schöner vorstellen können. In nicht einmal vier Minuten auf dem Parkett versenkte der Basketballer gleich drei Dreipunktewürfe, wurde von der NBA mit einem Trikot geehrt und kam nicht mehr aus dem Grinsen heraus. "Es war natürlich fantastisch", schwärmte der 40-Jährige von den Dallas Mavericks. "Ich wollte nur ein paar Minuten spielen und einen Dreier werfen. Und genau so ist es gekommen." Er und Team Giannis verloren am Sonntag das Basketball-Spektakel gegen Team LeBron 164:178 (95:82).

Bereits Nowitzkis erster verwandelter Wurf kurz nach der Einwechslung sorgte für ein Raunen auf den Zuschauerrängen in Charlotte. Nachdem auch sein zweiter Wurfversuch ins Ziel getroffen hatte, gab es kein Halten mehr. Die Fans jubelten und seine Mitspieler sprangen von der Bank und streckten jeweils drei Finger nach oben. Sein dritter verwandelter Dreier war da nur noch das i-Tüpfelchen an einem Wochenende, das ganz im Zeichen des deutschen Ausnahmespielers stand. "Ich hatte Spaß und die ganz Woche war großartig", erklärte Nowitzki.

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