Süddeutsche Zeitung

Fußball:Kovac plant Trainer-Comeback im Sommer

Der Ex-Bayern-Coach kann sich ein Engagement in einer der vier großen Ligen Europas vorstellen. Der FC Liverpool gewinnt weiter. Wegen der Gefahr des Coronavirus spielt Inter Mailand in der Europa League vor leeren Rängen.

Fußball, Niko Kovac: Der frühere Bayern-Coach möchte zur kommenden Saison auf den Trainerstuhl zurückkehren. "Ich gehe davon aus, dass es im Sommer wieder etwas werden wird, darauf bereite ich mich vor", sagte der 48-Jährige bei ServusTV.

Konkret nannte er die Topligen Englands, Spaniens und Italiens als reizvolle Adressen. Die Bundesliga sei allerdings auch "immer interessant", erklärte Kovac. Ihm komme es bei seiner nächsten Adresse darauf an, dass "etwas entstehen kann".

Kovac wurde am 3. November nach der 1:5-Niederlage des FC Bayern bei seinem vorherigen Klub Eintracht Frankfurt entlassen. In der Saison 2018/19 hatte er das Double gewonnen. Seine rund eineinhalb Jahre an der Säbener Straße seien "lehrreich und erfolgreich" gewesen, er sei "ein besserer Trainer geworden", so Kovac. Er wisse aber, dass es nach dem FC Bayern "nicht mehr viel Größeres gibt". Derzeit genieße er sein Leben: "Ich habe die Zeit gebraucht, um runterzukommen. Ich spüre jetzt wieder die Spannung, die man als Trainer braucht.

Europa League: Inter Mailand wird sein Heimspiel in der Europa League gegen Ludogorets Rasgrad wegen der Gefahr des neuartigen Coronavirus vor leeren Rängen austragen. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und der Uefa getroffen worden, teilte der Klub am Dienstag auf seiner Website mit. Die Begegnung mit den Bulgaren am Donnerstag (21 Uhr) finde demnach im San-Siro-Stadion hinter verschlossenen Türen statt. Das Hinspiel hatte Inter Mailand 2:0 gewonnen.

Mailand liegt in der vom Coronavirus besonders betroffenen Region Lombardei. Italien ist mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Corona-Fällen in Europa. Nach Behördenangaben starben an der Lungenkrankheit mindestens sieben Infizierte. Die Zahl der Infektionsnachweise stieg trotz drastischer Maßnahmen wie Sperrzonen auf mehr als 220.

Am vergangenen Wochenende hatte die italienische Liga vier Erstliga-Begegnungen abgesagt, darunter auch das Top-Spiel Inter Mailand gegen Sampdoria Genua. Damit folgte die Serie A Vorgaben der italienischen Regierung, die Richtlinien zur Eindämmung des neuen Coronavirus herausgegeben hatte.

J-League: Die erste japanische Fußball-Liga hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus am Dienstag alle Spiele bis einschließlich 15. März abgesagt. Wann die Begegnungen nachgeholt werden, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Zuvor hatte sich die Liga entschlossen, die für Mittwoch geplanten sieben Spiele des japanischen Pokalwettbewerbs zu verschieben. Die Liga reagierte damit auf Einschätzung von Experten, die die kommenden ein bis zwei Wochen für entscheidend halten, "um die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern", teilte die Liga mit.

In Südkorea finden die beiden kommenden Partien der AFC Champions League unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies betrifft sowohl das Spiel zwischen dem FC Seoul und Chiangrai United (Thailand) als auch die Begegnung zwischen Ulsan gegen Perth Glory (Australien). In dem Land sind bislang knapp 900 Menschen mit dem neuen Virus Covid-19 infiziert. Bereits am Montag hatte die K-League den Saisonstart wegen der Ansteckungsgefahr verlegt.

In knapp fünf Monaten sollen in Tokio die Olympischen Sommerspiele beginnen. "Wir reden über die jetzige Situation. Die Olympischen Spiele finden im Juli statt, also sprechen wir nicht über die zukünftige Situation", sagte Gesundheitsminister Katsunobu Kato auf einer Pressekonferenz.

Tischtennis: Nach der Ausbreitung des Coronavirus hat der Tischtennis-Weltverband ITTF die für Ende März geplante Mannschafts-WM in Südkorea verschoben. Eigentlich sollte das Turnier vom 22. bis 29. März in der Hafenstadt Busan stattfinden. Jetzt will die ITTF in den kommenden Wochen "die Situation beobachten" und danach entscheiden, ob die Weltmeisterschaften eventuell an einem eigens reservierten Ausweichtermin in der Zeit vom 21. bis 28. Juni stattfinden können. "Die Gesundheit und die Sicherheit von Spielern, Offiziellen und Fans haben oberste Priorität", heißt es in einer Mitteilung der ITTF vom Dienstag. In Busan waren am vergangenen Freitag erste Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Der Weltverband hielt daraufhin am Wochenende ein "Notfalltreffen" mit Vertretern der Stadt und des südkoreanischen Verbandes KTTA ab.

3. Liga, 1. FC Kaiserslautern: Gerry Ehrmann will sich juristisch gegen seine Freistellung beim 1. FC Kaiserslautern wehren. "Das lasse ich mir nicht gefallen. Jetzt ist das eine Sache für die Anwälte", sagte der 61-Jährige bei Sport1 und betonte: "Ich habe niemanden beleidigt und auch nicht die Arbeit verweigert. Das ist erfunden und erlogen. Das ist eine absolute Frechheit, was in der Pressemitteilung steht."

Der Fußball-Drittligist hatte die Trennung von Ehrmann unter anderem mit Drohungen des beliebten Torwartcoaches gegenüber dem Trainerteam begründet. In den vergangenen drei Tagen sei es "mehrfach durch Gerry Ehrmann zu massiven, substanziellen Beleidigungen, Arbeitsverweigerungen und Drohungen gegenüber dem Trainerteam gekommen", teilte der Traditionsklub am Montagabend mit.

Ehrmann absolvierte zwischen 1984 und 1998 über 300 Spiele für den FCK, wurde mit den Pfälzern 1990 Pokalsieger und ein Jahr darauf deutscher Meister. Seit 1996 war er als Torwarttrainer auf dem Betzenberg aktiv und verhalf unter anderem Kevin Trapp und Roman Weidenfeller zu einer Bundesliga-Karriere. Die Fans des Traditionsclubs protestieren vehement gegen den Rauswurf Ehrmanns. Man habe Verständnis, dass die Trennung von Ehrmann "für viele Fans und Mitglieder nicht oder nur schwer zu ertragen ist", teilte der FCK mit. Aber die Freistellung sei "unumgänglich" gewesen.

Premier League: Liverpools Trainer Jürgen Klopp hat sein Team für den 18. Liga-Sieg in Serie gelobt. "Das ist so besonders. Die Zahlen sind unglaublich", sagte Klopp am Montag nach dem 3:2-Sieg (1:1) seiner Mannschaft beim Abstiegskandidaten West Ham United. Mit dem Sieg baute der souveräne Spitzenreiter der englischen Premier League mit 79 Punkten seinen Vorsprung auf den Tabellenzweiten Manchester City wieder auf 22 Zähler aus. Der Meistertitel ist den Reds kaum noch zu nehmen.

"Vor ein paar Jahren habe ich gesagt, dass wir unsere eigenen Geschichten schreiben wollen und offensichtlich haben die Jungs das, was ich sagte, wirklich ernst genommen", sagte Klopp auf der Pressekonferenz. Nun gehe es darum, sich zu erholen und sich auf das Auswärtsspiel in Watford vorzubereiten.Liverpool braucht zu seinem 19. Meistertitel aus den verbliebenen elf Partien zwölf Punkte. "Hätte ich mir eine bessere Position für diese letzten elf Spiele wünschen können", fragte Klopp. "Nein, ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist." Jede der Begegnungen werde aber schwer.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4818537
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
Sz.de/sid/dpa/chge
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.