Fußball international:Platzsturm bei Istanbuler Derby

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Besiktas Galatasaray Süper Lig

Besiktas-Anhänger warfen Stühle auf den Rasen und sorgten für einen Spielabbruch.

(Foto: AFP)

Nach schweren Ausschreitungen wird das Spiel Besiktas gegen Galatasaray in der türkischen Süper Lig abgebrochen. Bayerns Champions-League-Gegner Manchester City führt den Lokalrivalen United vor. Spitzenreister in England ist der FC Arsenal mit den sehr starken Özil und Mertesacker. Mario Balotelli verschießt erstmals einen Elfmeter.

Fußball international

Fußball in der Türkei: In der türkischen Süper Lig ist das Istanbuler Stadtderby zwischen Tabellenführer Besiktas und dem amtierenden Meister Galatasaray nach schweren Ausschreitungen kurz vor Schluss abgebrochen worden. Nach einer Roten Karte gegen Galatasaray-Profi Felipe Melo in der 92. Minute stürmten Zuschauer den Platz im Atatürk Olimiya Stadion. Polizei und Ordnungsdienst versuchten zunächst die Lage zu beruhigen. Zahlreiche Besiktas-Anhänger warfen mit Stühlen und wollten sogar die Katakomben des Stadions stürmen. Nach gut einer halben Stunde wurde die Begegnung dann vorzeitig beendet. Galatasaray führte durch zwei Tore von Didier Drogba (60./72.) mit 2:1. Der ehemalige Bremer Profi Hugo Almeida (18.) hatte die Gastgeber zunächst in Führung geschossen.

Premier League in England: Manchester City hat United im Stadtderby am Sonntagabend deklassiert. Die Mannschaft von Trainer Manuel Pellegrini gewann das prestigeträchtige Duell in der Premier League gegen den englischen Fußball-Rekordmeister mit 4:1 (2:0). Die Treffer für den überragenden Gastgeber im Etihad Stadion erzielten Sergio Agüero (16./47. Minute), Yaya Touré (45.) und Samir Nasri (50.). Für ManUnited traf Wayne Rooney in der 87. Minute mit einem herrlichen Freistoß. Damit erhöhte der Stürmer immerhin seine persönliche Derby-Bilanz auf elf Treffer.

Beim indisponierten Gast fehlte Torjäger Robin van Persie wegen Leistenproblemen. Der ehemalige Dortmunder Shinji Kagawa saß nach seinem Debüt in der Champions League gegen Bayer Leverkusen diesmal nur auf der Bank. Für Ferguson-Nachfolger David Moyes und seine Mannschaft war es bereits die zweite Pleite im fünften Saisonspiel. Der Meister rangiert daher derzeit nur auf Rang acht, während die Citizens nun hinter dem FC Arsenal und Tottenham Hotspur auf dem dritten Platz stehen.

Mit dem überragenden Vorbereiter Mesut Özil und Torschütze Per Mertesacker stürmte der FC Arsenal an die Spitze. Beim starken Heimdebüt von 50-Millionen-Euro-Zugang Özil bezwangen die Londoner Stoke City unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw verdient mit 3:1 (2:1). Neben Özil und Mertesacker stand in Serge Gnabry ein dritter Deutscher in der Arsenal-Startelf.

Im Emirates Stadium bereitete Özil vor 60.002 Zuschauern die beiden Treffer Arsenals in der ersten Halbzeit durch Aaron Ramsey (5.) und Mertesacker (36.) ebenso vor wie das 3:1 von Bacary Sagna (72.). Mertesacker, der die Kapitänsbinde trug, war per Kopf nach einer Ecke Özils zur Stelle. Beim zwischenzeitlichen 1:1 sah Mertesacker aber nicht gut aus: Er ließ den früheren Bremer Marko Arnautovic laufen, nach dessen Schuss an den linken Pfosten Geoff Cameron den Ball ins Tor schob (26.).

Arsenal-Coach Arsène Wenger stellte seinem deutschen Trio ein gutes Zeugnis aus. "Per war überragend. Über das Klassespiel von Mesut muss man nicht viele Worte verlieren und auch Serge hat für einen so jungen Spieler sehr gut gespielt", lobte der Franzose.

Löw hatte am Samstag in London schon das 2:0 (0:0) des FC Chelsea gegen den FC Fulham besucht und dabei einen guten André Schürrle gesehen. Der Nationalspieler, beim 1:2 in der Champions League gegen den FC Basel nicht im Kader, war entscheidend am Führungstor durch Oscar (52.) beteiligt. John Obi Mikel machte den Dreier mit seinem ersten Treffer im 185. Premier-League-Spiel perfekt (84.). Schürrle wurde ausgewechselt (79.), bei Fulham spielte Sascha Riether durch. Chelsea hat nun wie Liverpool zehn Punkte auf dem Konto. Liverpool verlor Rang eins aufgrund des 0:1 (0:0) gegen den FC Southampton, ihrer ersten Saisonniederlage. Beim Gegentor von Dejan Lovren (53.) habe seine Mannschaft "kriminell" schlecht verteidigt, schimpfte Liverpools Teammanager Brendan Rodgers.

Der FC Sunderland trennte sich von seinem umstrittenen Teammanager Paolo di Canio. Dies gab der Fußballklub nach der 0:3-Niederlage bei West Bromwich auf seiner Homepage bekannt. Zum Amtsantritt des 45-jährigen Italieners war dessen politische Einstellung diskutiert worden. Di Canio hatte daraufhin beteuert, er sei "kein Rassist und unterstütze keine faschistischen Ideologien". Die Verantwortung beim Tabellenletzten soll vorerst Nachwuchstrainer Kevin Ball übernehmen. Di Canio war als Spieler von Lazio Rom mehrfach negativ aufgefallen, unter anderem, als er einen Sieg gegen den Lokalrivalen AS Rom mit dem römischen Gruß feierte, einer dem Hitlergruß ähnlichen Geste. Der italienischen Nachrichtenagentur ANSA hatte er 2005 gesagt, er sei "Faschist, aber kein Rassist".

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