Fußball in Iran 20 Monate Sperre für "unmoralischen" Torjubel

In Iran sind zwei Fußball-Nationalspieler mit langen Sperren belegt worden. Ihr Vergehen produzierte als "Po-Jubel" Schlagzeilen: In einem Ligaspiel hat der eine dem anderen beim Jubel an den Hintern gefasst - eine Entschuldigung half nichts.

Im Iran sind zwei iranische Fußball-Nationalspieler vom nationalen Verband mit langen Sperren bestraft worden. Wegen ihres als unmoralisch angesehenen Torjubels dürfen die beiden Spieler von Persepolis Teheran, Mohammad Nosrati und Shey Rezaei, zehn beziehungsweise 20 Monate nicht mehr spielen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Isna.

Grund für die Aufregung: Nosrati hat nach einem Teffer seinem Teamkollegen Rezaei ans Hinterteil gegriffen (Video). Jeder der beiden Spieler muss zudem 30.000 Dollar Strafe zahlen.

Nosrati hatte sich nach dem Spiel entschuldigt und betont, die Geste sei unabsichtlich gewesen. "Ich hatte keine Ahnung, wo meine Hand hinfasste", sagte er. Durch die andauernden Zeitlupen-Wiederholungen des staatlichen Fernsehens habe eine normalerweise harmlose Geste ein übertriebenes Gewicht bekommen.

Bereits Anfang November waren die beiden Spieler auf unbestimmte Zeit vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden. Zudem wurde beiden Profis staatlichen Medienberichten zufolge das Gehalt um 15 Prozent gekürzt.

"Ethischer Tabubruch in hässlicher Art und Weise"

Auch der Klub Persepolis Teheran zog Konsequenzen und suspendierte seinen Abwehrspieler Nosrati. "Nosrati hat elf Jahre zur Nationalmannschaft gehört, aber das zählt für uns nicht, wenn es zu einem Bruch sozialer und ethischer Tabus in solch hässlicher Art und Weise kommt", sagte ein Persepolis-Sprecher der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

Millionen Fernseh-Zuschauer hatten Ende Oktober den Torjubel von Nosrati und Rezaei live verfolgt. Im islamischen Iran wurde die Geste als Skandal angesehen.

Im Zuge des Vorfalls wurde der langjährige Persepolis-Manager Mahmoud Khordbin gefeuert. Ihm wird vorgeworfen, den umstrittenen Torjubel gesehen, aber weder den iranischen Verband FFI noch seinen Klub Persepolis informiert zu haben. Seit Jahren versucht der FFI, "soziale Werte" in den iranischen Fußball zu bringen. Mit Verweis auf eine "vulgäre Atmosphäre" in Fußballarenen ist Frauen im Iran der Stadionbesuch untersagt.

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