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Fußball in England:Spurs-Profi Eric Dier stellt Fan auf Tribüne zur Rede

Tottenham Hotspur v Norwich City - FA Cup Fifth Round

Eric Dier muss von Ordnern beruhigt werden, nachdem er auf die Tribüne gestürmt ist.

(Foto: Getty Images)

Der englische Nationalspieler reagiert im FA Cup auf Beleidigungen. Die DFL positioniert sich gegen Kollektivstrafen. Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin steht vor dem Comeback in den Weltcup.

Fußball, England: Eric Dier von den Tottenham Hotspurs ist nach der Niederlage (2:3 i.E.) gegen Norwich City im Achtelfinale des FA Cups auf die Zuschauertribüne gestürmt und hat sich ein Wortgefecht mit Fans geliefert. Grund soll eine Auseinandersetzung eines Anhängers mit Diers Bruder, der auch anwesend war, gewesen sein.

Tottenhams Teammanager Jose Mourinho äußerte nach dem Vorfall Verständnis für Diers Reaktion. "Ich bin aufseiten des Spielers und verstehe ihn", sagte der Portugiese. Er betonte, Dier habe etwas getan, "dass Profis nicht machen dürfen, aber wahrscheinlich jeder von uns machen würde." Mourinho sprach davon, dass ein Fan Dier beleidigt habe und daraufhin mit dessen Bruder auf der Tribüne aneinandergeraten sei. Sollte der Klub disziplinarische Maßnahmen gegen Dier ergreifen, würde er dem nicht zustimmen, sagte Mourinho weiter. Der englische Fußball-Verband FA teilte derweil mit, dass er die Vorkommnisse untersuchen werde.

Fußball, Fans: Die Deutsche Fußball Liga hat sich im Streit zwischen Fanszene und DFB gegen Kollektivstrafen ausgesprochen. "Kollektivstrafen haben im deutschen Fußball noch nie ein Problem gelöst", heißt es in einer ausführlichen Erklärung der DFL am Mittwoch zum derzeitigen Streit im Fußball. Als "Ultima Ratio in absoluten Ausnahmefällen" könnten sie aber in sportgerichtlichen Verhandlungen zwischen Deutschem Fußball-Bund und Clubs nicht komplett ausgeschlossen werden. Die DFL will auf den DFB zugehen, um das grundsätzliche Gespräch unter anderem bezüglich Transparenz sowie Auslegung und damit auch Akzeptanz von Sanktionen zu suchen. Der Drei-Stufen-Plan mit Spielunterbrechungen und -Abbrüchen müsse präzise definiert werden, forderte die Dachorganisation der Proficlubs mit Geschäftsführer Christian Seifert.

"Die Meinungsfreiheit, zu der selbstverständlich auch Protest gehört, steht nicht zur Disposition", hieß es weiter. Genauso klar sei aber auch: "Menschen gehören auch auf Plakaten nicht ins Fadenkreuz. Diffamierungen, Hetze und Hass - gleichgültig in welcher Form - sind nicht hinnehmbar. Dies gilt unabhängig von Dietmar Hopp für alle Menschen - jedes Alters, jedes Geschlechts, jeder Religion, sozialen Schicht, Hautfarbe, Nationalität oder sexuellen Orientierung."

Selbstkritisch erklärte die DFL auch, dass es "absolut legitim" sei, zu fragen, warum diese Haltung in dieser Deutlichkeit nicht früher zum Ausdruck gekommen sei. Das Präsidium habe sich eingehend mit dem Miteinander in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie dem Zusammenspiel von DFL, DFB, Clubs und Fans beschäftigt. Der Konflikt hatte sich an einem Stadionverbot für Anhänger von Borussia Dortmund für die beiden kommenden Jahre in Hoffenheim entzündet, nachdem BVB-Fans erneut ein Plakat mit Hoffenheims Mäzen Hopp im Fadenkreuz gezeigt hatten.

Wintersport, Ski alpin: Die Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin kehrt nach einer mehr als einmonatigen Rennpause wegen des plötzlichen Todes ihres Vaters zurück in den Weltcup. Die 24-Jährige kündigte am Donnerstag an, aus ihrer Heimat im US-Bundesstaat Colorado nach Skandinavien zu fliegen. Im schwedischen Are stehen in der nächsten Woche von Donnerstag bis Samstag drei Rennen an: ein Parallelslalom, ein Riesentorlauf und ein Slalom. In allen drei Disziplinen gehörte die amerikanische Olympiasiegerin zuletzt zu den Top-Favoritinnen.

"Ich kann nicht versprechen, dass ich in der Lage sein werde anzutreten, wenn es dann soweit ist", schrieb Shiffrin bei Instagram. "Und ich habe eigentlich keine Erwartung. Ich hoffe, ein paar gute Schwünge zu fahren. Ich denke, das würde meinen Vater glücklich machen." Jeff Shiffrin hatte sich Anfang Februar bei einem häuslichen Unfall schwer verletzt und war danach gestorben. Mikaela Shiffrin reiste von den Weltcups in Europa ab und setzte einen Monat lang aus.

Sport in Italien, Coronavirus: Alle Sportveranstaltungen in Italien sollen wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst ohne Publikum stattfinden. Damit sollen weitere Ansteckungen vermieden werden, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwochabend in einer Videobotschaft an das Land. Nach Medienberichten gilt dies bis zum 3. April. Betroffen sind dann neben den Fußball-Spielen in der Serie A unter anderem auch die Champions-League-Partie von Juventus Turin gegen Olympique Lyon am 17. März sowie die Europa-League-Spiele von Inter Mailand gegen Getafe (12.) und AS Rom gegen den FC Sevilla (19.3.). Das Rückspiel von Inter in Getafe am 19. März muss ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Durch den Ausschluss der Zuschauer droht dem Radklassiker Mailand-Sanremo am 21. März die Absage. Auch das Weltcupfinale der alpinen Skisportler in Cortina (18. bis 22. März) ist vom Zuschauer-Ausschluss betroffen. In Italien gibt es die meisten Fälle der Lungenkrankheit Covid-19. Rund 3100 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, mehr als 100 sind bereits gestorben. Mehrere Fußballspiele der Serie A und des Pokals waren zuletzt bereits verschoben worden.

Fußball, England: Titelverteidiger Manchester City ist ungefährdet ins Viertelfinale des FA-Cups eingezogen. Die Citizens setzten sich ohne Nationalspieler Ilkay Gündogan beim Zweitligisten Sheffield Wednesday glanzlos mit 1:0 (0:0) durch und dürfen drei Tage nach dem Triumph im Ligapokal weiter vom nächsten Titel träumen. Im Viertelfinale des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt am 21./22. März ist City bei Newcastle United gefordert.

Torjäger Sergio Agüero (53.) avancierte mit seinem insgesamt 254. Treffer zum Matchwinner für die Mannschaft von Teammanager Pep Guardiola. Gündogan saß 90 Minuten auf der Bank.

© SZ.de/sid/dpa/ska/chge/tbr
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