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Fußball - Hamburg:St. Pauli-Logo auf Anti-Terror-Liste: Polizei-Klarstellung

2. Bundesliga
Ein Luftballon mit dem Totenkopf-Logo des FC St. Pauli. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

London (dpa/lno) - Der FC St. Pauli will bei der britischen Organisation zur Terrorismusbekämpfung nachfragen, wie das Totenkopf-Logo des Fußball-Zweitligisten auf eine Anti-Terror-Liste gekommen ist. Das teilte der Kiezclub am Sonntag auf Anfrage mit, wollte sich aber ansonsten nicht weiter zu dem Vorgang äußern. Die Zeitung "Guardian" hatte über die Liste der Counter Terrorism Policing berichtet, auf der neben Symbolen von Neonazi-Gruppierungen auch die von Greenpeace oder Extinction Rebellion auftauchen.

Die einzige Reaktion des politisch links stehenden FC St. Pauli war am Samstag ein Tweet, in dem er auf ein Instagram-Post seines derzeit verletzten Verteidigers James Lawrence hinwies. Der Waliser hatte geschrieben: "Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich stolz auf mein Team bin, stolz auf das, für was sie stehen! Stolz auf die Werte, die wir haben. Stolz, für den @fcstpauli zu spielen. Anti-faschistisch, Anti-rassistisch, Anti-sexistisch und Anti-homophob. Was kann man daran nicht mögen."

Der FC St. Pauli kommentierte den Post des 27-Jährigen mit "Well played, James Lawrence (Gut gespielt, James Lawrence). Dem ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht ganz viel Liebe für James."

Am Samstag hatte die Behörde widersprochen, wonach sie bestimmte Symbole, darunter St. Paulis Totenkopf-Logo, als extremistisch einstuft. "Wir betrachten diese Gruppen nicht als extremistisch, wir betrachten sie nicht als Bedrohung für die nationale Sicherheit", teilte Sprecher Dean Haydon auf der Website der Behörde mit.

"Wir stellen diese Dokumente her, um Einsatzkräften und anderen Kollegen dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen", hieß es in der Erklärung weiter. Ziel der Liste sei es, die Unterschiede zwischen Zeichen und Symbolen deutlich zu machen. "Es ist nötig, dass unsere Anti-Terrorismus-Polizei, Einsatzkräfte und Partner verstehen, zu welchen Organisationen Leute gehören, und was ihre Ziele und Aktivitäten sind - rechtmäßig oder anderweitig."

Haydon wies zudem darauf hin, dass die Liste explizit klarstelle, dass viele der Gruppen, deren Symbole auf der Liste sind, für die Anti-Terrorismus-Arbeit nicht relevant seien und die Mitgliedschaft in diesen Gruppen in keiner Weise auf Kriminalität hindeute. "Etwas anderes zu unterstellen, ist nicht hilfreich und irreführend."

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