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Fußball - Hamburg:Es wird Abschiede geben beim FC St. Pauli: 3:5 in Wiesbaden

2. Bundesliga
Wiesbadens Sebastian Mrowca und St. Paulis Henk Veerman (l-r.) am Werk. Foto: Uwe Anspach/dpa (Foto: dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Für den FC St. Pauli ist eine enttäuschende Saison in der 2. Fußball-Bundesliga mit einer weiteren Auswärtspleite zu Ende gegangen. Bei Absteiger SV Wehen Wiesbaden mussten sich die Hanseaten am Sonntag nach einer erneut blutleeren Vorstellung 3:5 (2:3) geschlagen geben und konnten damit 2019/20 als schwächstes Auswärtsteam der 2- Liga keine Partie außerhalb Hamburgs gewinnen.

Die Tore von Leo Östigard (25. Minute) und Henk Veerman (32./72.) waren zu wenig für den Kiezclub, der allein das Gastspiel beim Stadtrivalen HSV gewinnen konnte und am Ende Tabellenrang 14 belegt. Philipp Tietz (3) und Stefan Aigner (2) waren mit ihren Toren die Matchwinner für den SVWW, der dennoch in die 3. Liga runter muss.

Trainer Jos Luhukay steht vor dem Aus, weil er mit umstrittenen Personalentscheidungen und Systemwechseln sowie derber Kritik einen Großteil des Teams und vor allem viele Führungsspieler gegen sich aufgebracht hat. "Auch ich habe Fehler gemacht", räumte Luhukay immerhin ein. Ob diese Einsicht seinen Job rettet, ist nach dem schwachen Auftritt in Wiesbaden mehr als fraglich. Auch die beiden 2:0-Triumphe im prestigeträchtigen Derby dürften nichts daran ändern.

Clubchef Oke Göttlich und Sportdirektor Andreas Bornemann wissen zwar, dass der streitbare Niederländer punktuell Recht haben mag, seine ruppige Art ist aber weder zeitgemäß noch zielführend. Und auf Dauer schwer erträglich. Hinzu kommt, dass der Coach im April 2019 mit dem Ziel angetreten war, den Kiezclub binnen zwei Jahren in die 1. Liga führen zu wollen. Davon ist St. Pauli meilenweit entfernt.

Zwar bietet das Team attraktiveren und offensiveren Fußball als unter Vorgänger Markus Kauczinski. Doch angesichts der katastrophalen Auswärtsbilanz (nur 9 Punkte) ist kaum mehr als Abstiegskampf drin. Allein 30 Heimzähler, darunter gute 8 von 12 möglichen Punkten gegen die Top-Teams Bielefeld, Stuttgart, HSV und Heidenheim, verhinderten Schlimmeres. Sie zeigen aber auch: Es steckt viel mehr im Kader.

Positiv ist, dass Luhukay viele Youngster gefördert hat. Allerdings dürften 36 eingesetzte Akteure ein Vereinsrekord für die Ewigkeit bedeuten. Eine Stammformation gab es nicht mal in Ansätzen, auch gelang es Luhukay nicht, ein fixes Gerüst zu bilden. Dies auf das anfängliche Verletzungspech zu schieben, führt am Thema vorbei. So war man auf dem Kiez froh über die vorzeitige Rettung ohne Relegation. Jetzt folgt eine Saison-Analyse: Es deutet vieles darauf hin, dass ein Neuanfang mit einem neuen Coach das Ergebnis sein wird. Auch einige Akteure werden trotz gültiger Verträge gehen müssen.

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