Fußball:Ein Abend mit ungewöhnlichen Torschützen

Lesezeit: 3 min

Es dauerte dann auch nur ein paar Sekunden, bis sich die taktische Formation von der Papierform emanzipierte, der Innenverteidiger Kimmich schob sich gleich weit ins zentrale Mittelfeld vor, der offensive Sechser Ilkay Gündogan wurde zum offensiven Zehner, und der Rechtsverteidiger Henrichs verwandelte sich in einen kessen Rechtsaußen. Fast hätte die Partie mit einem hübschen Anfängertor begonnen: Nach einer Minute und 58 Sekunden verfehlte Henrichs das Tor nur knapp, nach vier Minuten und 56 Sekunden scheiterte Gnabry.

Diese Anfangsoffensive reichte schon, um die Gastgeber zu erschrecken: Weitere vier Minuten und 56 Minuten später stand es bereits 2:0. Erst traf Sami Khedira, der Manuel Neuer als Kapitän vertrat, nach sehr coolem Heber von Gündogan, kurz darauf nutzte Gnabry eine massive Verwirrung in der Abwehr zu einem trockenen 2:0. Das Spiel war nach zehn Minuten entschieden - beendet werden durfte es laut Reglement allerdings nicht, was der DFB-Elf weitere 80 Minuten im verwerflich kalten Adria-Regen bescherte. Und Joachim Löw weitere 80 Minuten unter einer Frisur ruinierenden Kapuze.

San Marino war nicht besser als Brasilien

Natürlich war der Gegner zu winzig, um Löw bahnbrechende Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, aber die Qualität seiner Neulinge ließen sich doch gut erkennen. Vor allem Gnabry sauste nach Herzenslust seine Flanke entlang, und er vergaß dabei keine Sekunde die richtige Richtung. Sein Drang zum Tor war bemerkenswert, auch wenn die DFB-Elf nun etwas Tempo herausnahm. Dennoch gelang Hector noch vor der Pause das 3:0 (32.).

Es war der Abend der ungewöhnlichen Torschützen: Während Gomez oder Müller in der Zehner-Abwehrkette der Gastgeber verloren gingen, legten Gnabry, Hector Gnabry und der eingewechselte Volland unter Zuhilfenahme eines Eigentors nach. Und wieder imponierte Gnabry - diesmal mit zwei anspruchsvollen Direktabnahmen.

Nein, San Marino war nicht besser als Brasilien, dafür sicherte sich aber Gnabry einen Rekord. Erstes Länderspiel, drei Tore: Diese Quote hatte nicht mal Gerd Müller.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB