MeinungDer Fifa-Präsident und die Fußball-WM2026 wird ein Infantino-Jahr – ohne Skrupel vor moralischer Leere

Kommentar von Philipp Selldorf

Lesezeit: 2 Min.

Gipfel des Zynismus: Fifa-Chef Gianni Infantino (rechts) zeichnet Donald Trump mit dem „Friedenspreis“ aus.
Gipfel des Zynismus: Fifa-Chef Gianni Infantino (rechts) zeichnet Donald Trump mit dem „Friedenspreis“ aus. (Foto: Chris Carlson/AP)

Der Weltverbandschef herrscht über sein Reich wie ein Diktator und schmeichelt allen Mächtigen, mit denen der Fußball gute Geschäfte macht. Dass er sich das erlauben kann, liegt an ausbleibenden Alternativangeboten.

Ein Sachbuch namens „Gianni Infantino, die Faszination des Bösen“ sollte sich wohl zum Bestseller eignen. Die Attraktion ist offensichtlich: In seinem Leben als Präsident des Fußball-Weltverbandes geht es um Macht und Geld, um Machenschaften und mutmaßlich dunkle Energien. Infantino herrscht über das größte Imperium der Welt, das Reich von König Fußball. Diese Formulierung würde dem 55-Jährigen übrigens sehr gut gefallen, denn er beschreibt den Fußball gern als Weltreligion, deren Gläubige noch in den hintersten Winkeln der Zivilisation zu finden seien. Allerdings würde er sich nicht als Herrscher, sondern als Diener bezeichnet wissen wollen. Ergebener Diener, würde er wahrscheinlich in gespielter Devotheit hinzufügen.

Zur SZ-Startseite

Thomas Müller im Interview
:„Ich bin eine Laune der Natur, die sehr lang andauert“

Thomas Müller spricht über sein neues Leben in Vancouver, eine mögliche Rückkehr zum FC Bayern – und warum es keinen ehemaligen Fußballprofi gibt, der sagt: „Am Schreibtisch ist es jetzt aber viel geiler.“

SZ PlusInterview von Christof Kneer und Philipp Schneider

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: