Lucas Hernández:Zehn Tage Zeit

FC Bayern München - Lucas Hernández

Spielt er in der nahen Zukunft noch Fußball? Münchens Lucas Hernandez steht vor Gericht.

(Foto: Tom Weller/dpa)

Früher als ursprünglich geplant erscheint Bayern-Verteidiger Lucas Hernández in Madrid, um die Anordnung seiner Haftstrafe entgegenzunehmen. Nun kommt es auf die Entscheidung über die Berufung an.

Lucas Hernández hatte zum 5:1 gegen Bayer Leverkusen einen großen Teil beigetragen, konsequent verteidigt und mehr als zuletzt auch als Initiator Münchner Spielzüge überzeugt, gar "seine beste Saisonleistung" gezeigt, wie Trainer Julian Nagelsmann sagte. Doch gleich nach der Partie am Sonntag ging es für den Abwehrspieler des FC Bayern erst mal nicht mehr darum, wie er spielt. Vielmehr ging es darum, ob er in der nahen Zukunft überhaupt noch Fußball spielt.

Nicht wie ursprünglich erwartet am Dienstag, quasi auf der Durchreise zum Champions-League-Spiel am Mittwoch in Lissabon, sondern bereits am Montag und weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit erschien er am Strafgericht 32 im Osten von Madrid. "Um 11.30 Uhr freiwillig, einen Tag, bevor er vorgeladen wurde", so teilte es der Oberste Gerichtshof der spanischen Hauptstadt (TSJ) danach mit. Hernández, 25, wurde persönlich und offiziell darüber benachrichtigt, dass er innerhalb der nächsten zehn Tage eine sechsmonatige Haftstrafe antreten muss.

Die Strafe beruht auf der Missachtung eines Gerichtsurteils zum Verstoß gegen ein Annäherungs- und Kontaktverbot

Ein Gerichtssprecher erklärte, dass nun die Entscheidung des Oberlandesgerichts zu einer von Hernández' Anwälten eingelegten Berufung abgewartet werden müsse. Sollte diese Entscheidung allerdings am 28. Oktober um Mitternacht noch nicht vorliegen, werde der Fußballer die Haftstrafe in einem spanischen Gefängnis seiner Wahl antreten müssen.

Die Strafe gegen Hernández beruht auf der Missachtung eines Gerichtsurteils zum Verstoß gegen ein Annäherungs- und Kontaktverbot, das auf einen mittlerweile Jahre zurückliegenden handgreiflichen Streit mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau zurückgeht. Die Berufung hatten seine Anwälte schon vor Tagen eingelegt.

Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn hatte am Sonntag in Leverkusen erklärt, dass sich der Verein im Rahmen des Verfahrens nicht äußern werde. "Das ist ein privates Thema, was er auch privat halten soll", sagte Trainer Nagelsmann im BR-Fernsehen am Abend - und zeigte sich zuversichtlich, was die Planung mit seinem Verteidiger angeht. "Ich bin froh, wenn er am Mittwoch in Lissabon wieder zur Mannschaft stößt und dann spielen kann", sagte er. Nun könnte Hernández bereits am Dienstag mit der Mannschaft nach Portugal fliegen.

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