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Fußball:Ex-Torwarttrainer der Hertha: Aussagen falsch übersetzt

Herthas Ex-Torwarttrainer: Aussagen verkürzt und falsch übersetzt

Zsolt Petry verlor seinen Job bei Hertha BSC.

(Foto: dpa)

Zsolt Petry erklärt in einem Interview, dass seine vermeintlich homophoben Aussagen nicht korrekt wiedergegeben wurden. Robert Lewandowski trainiert wieder.

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Hertha BSC, Rauswurf: Der ehemalige Torwarttrainer von Hertha BSC hat sich erneut gegen den Vorwurf gewehrt, in einem Interview homophobe und migrationsfeindliche Äußerungen getätigt zu haben. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Zsolt Petry am Montag, die ungarische Zeitung Magyar Nemzet habe das Interview nach der Autorisierung noch unzulässig gekürzt. Dort war der Ungar Petry mit der Aussage zitiert worden, dass er nicht verstehe, was seinen Landsmann Peter Gulacsi von RB Leipzig dazu bewogen habe, "sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen".

"Ich habe mich bemüht klarzustellen, dass jeder, so wie Peter, seine Meinung frei äußern darf. Ich gab jedoch zu bedenken, dass junge Spieler mit Äußerungen zu politischen Themen häufig Anfeindungen ausgesetzt sind, die ihre Karriere schädigen oder beenden können", sagte Petry der FAZ. "Deshalb habe ich gesagt, ich weiß nicht, wie er das machen konnte. Nicht etwa, ich verstehe das nicht. Das war nicht korrekt übersetzt." Zudem sei der Satz, dass er sich "sehr gut vorstellen kann, dass ein Kind in einer homosexuellen Familie sehr glücklich aufwachsen kann", aus dem Interview gestrichen worden.

FC Bayern, Verletzung: Der schmerzlich vermisste Torjäger Robert Lewandowski hat beim FC Bayern nach seiner Knieverletzung wieder das Lauftraining aufgenommen. Ein Blitz-Comeback des Weltfußballers schon am Dienstag (21.00 Uhr) im Champions-League-Spiel des wankenden Titelverteidigers bei Paris Saint-Germain schloss der deutsche Rekordmeister aber aus. Der 32 Jahre alte Pole werde nach dem 2:3 vor einer Woche in München auch beim Viertelfinal-Rückspiel gegen PSG "nicht zur Verfügung stehen", hieß es am Montag auf der Vereins-Homepage.

Im Schneetreiben absolvierte Lewandowski am Vormittag kurz vor dem Abschlusstraining seiner Teamkollegen für das Spiel in Paris erstmals nach seiner Bänderverletzung im rechten Knie wieder eine individuelle Laufeinheit. Der Angreifer war Ende März von den Länderspielen der polnischen Nationalmannschaft verletzt nach München zurückgekehrt. Ein Lewandowski-Comeback scheint damit in der bevorstehenden Englischen Woche mit den Bundesligapartien beim VfL Wolfsburg, daheim gegen Bayer Leverkusen oder spätestens am 24. April in Mainz möglich.

Basketball, NBA: Die deutschen Profis haben einen frustrierenden Spieltag hinter sich. Von den vier aktiven Teams mit einem deutschen Spieler im Kader gewannen einzig die Boston Celtics ihr Auswärtsspiel bei den Denver Nuggets. Beim 105:87 kam Moritz Wagner am Sonntagabend (Ortszeit) aber nur für eineinhalb Minuten zum Einsatz und konnte kaum etwas zum wichtigen Erfolg des Rekordmeisters beitragen, der damit den Anschluss an die direkten Qualifikationsplätze für die Playoffs hielt. Isaiah Hartenstein verlor mit den Cleveland Cavaliers das Heimspiel gegen die New Orleans Pelicans 109:116, hatte mit zehn Punkten, sechs Rebounds und einer Vorlage aber einen ordentlichen Auftritt als Center. Daniel Theis kam ebenfalls auf gute Werte mit 13 Punkten, sieben Rebounds und drei Vorlagen, verlor mit den Chicago Bulls gegen die Minnesota Timberwolves aber 117:121 - die Timberwolves sind das NBA-Team mit der schlechtesten Saison und bereits 40 Niederlagen. Auch die Dallas Mavericks verloren, 117:119 gegen die San Antonio Spurs. Maxi Kleber kam nicht zum Einsatz.

FC Bayern, Trainer: Präsident Herbert Hainer erwartet, dass Hansi Flick auch in den kommenden Spielzeiten Trainer des FC Bayern München ist. Auf die Frage, ob Flick seinen bis 2023 laufenden Vertrag erfüllen werde, sagte Hainer am Sonntag im TV-Talk Sky90: "Davon gehe ich fest aus". Der frühere Adidas-Chef verwies auf seine Vergangenheit in der Wirtschaft. "Ich bin das gewohnt, dass Verträge auch erfüllt werden", sagte der 66-Jährige, der als Präsident seit anderthalb Jahren Nachfolger von Uli Hoeneß ist. Flick ist ein Top-Kandidat für den im Sommer neu zu besetzenden Posten des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw.

Angesprochen auf das schwierige Verhältnis zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic sprach der Aufsichtsratsvorsitzende Hainer von einem "vermeintlichen Konflikt". "Das sind zwei meinungsstarke Typen, das finde ich auch ganz okay", sagte Hainer. "Die müssen auch kein Liebespaar sein, wichtig ist, dass sie professionell zusammenarbeiten und für den erfolg des FC Bayern München." Das würden beide machen. Intern sei das Verhältnis im Verein intakt.

Schwimmen: Mit einer Jahresweltbestzeit über 400 m Freistil hat Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock knapp 100 Tage vor den Olympischen Spielen ein Zeichen an die internationale Schwimm-Konkurrenz gesendet. Der 23-Jährige unterbot beim Qualifikationswettkampf in seiner Heimatstadt Magdeburg in 3:44,35 Minuten schon im Vorlauf die Olympianorm auf seiner Nebenstrecke. Auch sein 19 Jahre alter Trainingskollege Lukas Märtens blieb unter der geforderten Zeit.

"Das ist eine schöne neue Bestzeit, ich bin auch mit dem Ergebnis im Finale sehr zufrieden. Diese Geschwindigkeit zu haben, ist eine gute Voraussetzung für die langen Strecken", sagte Wellbrock, der bereits über 1500 und 800 m sowie für das Freiwasserrennen über zehn Kilometer qualifiziert war. Unter der Olympia-Norm über 400 m Freistil blieb auch die 18-jährige Isabel Gose (Magdeburg), die mit der persönlichen Bestzeit von 4:06,11 Minuten siegte. Über 1500 m erfüllte Celine Rieder (Neckarsulm) in 16:09,00 Minuten die Tokio-Vorgabe.

Rudern, EM: Der Deutschland-Achter hat zum Auftakt in die Olympia-Saison einen bitteren Rückschlag kassiert und den neunten EM-Titel in Folge verpasst. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) musste sich in Varese/Italien beim Sieg von Olympiasieger Großbritannien mit Platz vier begnügen. Einer-Weltmeister Oliver Zeidler (Ingolstadt) holte dagegen zum zweiten Mal in seiner Karriere EM-Gold.

Der Achter, der zuletzt dreimal nacheinander Weltmeister geworden war, dominierte das Rennen auf den ersten 1000 m, fiel im Schlussspurt aber noch hinter die zweitplatzierten Rumänen und die Niederlande zurück. Für das deutsche Paradeboot war es die erste Pleite in Finalrennen bei Titelkämpfen seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

Zeidler ließ der Konkurrenz keine Chance und setzte sich mit einer halben Bootslänge Vorsprung gegen Vorjahressieger Sverri Nielsen (Dänemark) und den Polen Natan Wegrzycki-Szymczyk durch. Der Senkrechtstarter war erst 2016 vom Schwimmen zum Rudern gewechselt und wurde bereits drei Jahre später Welt- und Europameister. Jason Osborne und Jonathan Rommelmann (Mainz/Krefeld) gewannen wie im Vorjahr Silber. Das Duo, das 2019 noch EM-Gold geholt hatte, landete im Leichtgewichts-Doppelzweier im Finale hinter Weltmeister Irland und sicherte dem DRV in den olympischen Klassen die erste Medaille des Tages. Der Frauen-Doppelvierer holte zudem Bronze.

Die Athleten des DRV waren in Varese in zwölf der 14 olympischen Klassen am Start, sechs Boote standen im Finale. Bei der EM im vergangenen Jahr hatten die deutschen Ruderer einmal Gold und dreimal Silber gewonnen.

© SZ.de/dpa/sid/bek
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