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Europa League:Hoffenheim scheitert an Molde FK - auch Leverkusen verliert

25.02.2021, xmeix, UEFA Europa, TSG 1899 Hoffenheim - Molde FK, emspor. v.l.n.r, bediente Hoffenheimer Andrej Kramaric

Die TSG Hoffenheim hat sich in der Europa League blamiert und ist gegen die Norweger von Molde FK ausgeschieden.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Die TSG unterliegt gegen den norwegischen Außenseiter 0:2 - und verpasst den erstmaligen Einzug in ein Europacup-Achtelfinale. Bayer verliert gegen die Young Boys Bern.

Nichts wie weg vom Ort der Blamage: Binnen weniger Sekunden waren alle Profis der TSG Hoffenheim nach dem peinlichen Europa-League-Aus mit hängenden Köpfen in die Kabine verschwunden. Nur der bediente Trainer Sebastian Hoeneß verharrte noch eine Zeit lang in Schockstarre auf der Bank.

Hoeneß konnte nicht fassen, dass der Fußball-Bundesligist den erstmaligen Einzug in ein Europacup-Achtelfinale verpasst hatte. Die maßlos enttäuschenden Kraichgauer unterlagen im Zwischenrunden-Rückspiel 0:2 (0:1) gegen den viermaligen norwegischen Meister Molde FK.

"Wir sind tief enttäuscht. Es fühlt sich sehr bitter an", sagte Hoeneß: "Wir werden uns wieder aufrichten, aber für den Moment ist es extrem hart." Ähnlich sah es TSG-Kapitän Oliver Baumann. "Irgendwie sollte es nicht sein. Es ist Wahnsinn, dass man nach den beiden Spielen nicht weiterkommt", äußerte der Torwart Oliver Baumann bei DAZN: "In der zweiten Halbzeit war es ein Tick zu wenig. Wenn man es am Ende sieht, ist das Aus doch verdient."

Hoffenheim zu Beginn deutlich überlegen

Eirik Ulland Andersen (20. und 90.+4) traf zweimal für den Außenseiter Molde. Nach dem 3:3 (3:1) im Hinspiel galten die nach wie vor personell geschwächten Hoffenheimer trotz des Ausfalls von zehn Profis als klare Favoriten auf den Einzug in die nächste Runde. Nun jedoch geht die Auslosung am Freitag ohne die TSG über die Bühne.

"Ein Weiterkommen wäre für uns als Klub, für uns als Team und für mich persönlich ein großer Erfolg", hatte Hoeneß vor der Partie gesagt: "Dann hätten wir etwas Historisches geschafft."

Beim Geisterspiel in Sinsheim waren die Gastgeber zu Beginn deutlich überlegen. Die Hoffenheimer, die mit fünf Siegen aus sechs Partien, 16 Punkten und 17:2 Toren die zweitbeste Gruppenphase eines Bundesligisten hatten, schnürten die Norweger in deren Hälfte ein. Florian Grillitsch vergab die erste Möglichkeit (5.).

Kurz darauf hatte Bayern-Leihgabe Chris Richards die Führung auf dem Kopf. Der Verteidiger konnte aber ebenso wenig vollstrecken wie Munas Dabbur Sekunden später (beides 15.). Die mangelhafte Chancenverwertung wurde umgehend bestraft. Ulland Andersen traf beim ersten gefährlichen Vorstoß der Gäste.

Der Rückstand verunsicherte die Hoffenheimer, die für mehrere Minuten komplett ihre Linie verloren. Dabbur hätte für Beruhigung sorgen können, der Israeli scheiterte aber per Kopf an Moldes starkem Torwart Andreas Linde (29.). Bis zur Pause fiel den Kraichgauern nicht mehr viel ein, um das Abwehrbollwerk der Norweger zu überwinden.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war es erneut Dabbur, der an Linde scheiterte (48.). Kurz darauf brachte Hoeneß seinen zuletzt angeschlagenen Star Andrej Kramaric (56.). Der kroatische Vizeweltmeister sollte die Wende bringen.

Kramaric belebte zwar auch das statische Offensivspiel, ein Treffer gelang den Hoffenheimern aber auch nach über einer Stunde nicht. Den Gastgebern fehlten im Angriff vor allem Ideen und Tempo. Nach 65 Minuten agierte die Hoeneß-Elf zunehmend nervös und kopflos. Kramaric verzog in der 72. Minute einen Schuss aus der Distanz nur knapp.

Leverkusen scheitert an Bern

Auch Bayer Leverkusen konnte die Ehre der Bundesligisten nicht retten und ist bereits in der Zwischenrunde des kleinen Europacups ausgeschieden. Die Leverkusener verloren gegen den Schweizer Double-Sieger Young Boys Bern nach dem 3:4 im Hinspiel auch im eigenen Stadion 0:2 (0:0).

Damit ist im Achtelfinale keiner aus dem Bundesliga-Trio mehr vertreten. Zuvor waren der VfL Wolfsburg bereits in den Playoffs gegen AEK Athen ausgeschieden. Für Leverkusen, das nur drei der letzten 13 Pflichtspiele gewann, ist es nach dem peinlichen Pokal-Aus beim Viertligisten Rot-Weiss Essen vor drei Wochen die nächste herbe Enttäuschung. Der zuletzt offen gelebte Traum vom ersten Titel seit 1993 ist diesmal schon Ende Februar ausgeträumt. Trainer Peter Bosz dürfte damit trotz gegenteiliger Bekenntnisse der Vereinsführung durchaus in Erklärungsnot geraten.

Ersatztorhüter Niklas Lomb patzte beim 0:1 durch Jordan Siebatcheu (48.) wie schon vier Tage zuvor im Liga-Spiel beim FC Augsburg, als er eine abgefälschte Flanke aus der Hand fallen ließ. Für die Entscheidung sorgte Christian Fassnacht mit seinem Treffer vier Minuten vor dem Abpfiff. Für Bern und den von Borussia Mönchengladbach umworbenen Trainer Gerardo Seoane ist es derweil der erste Einzug in ein europäisches Achtelfinale seit 60 Jahren.

© SZ/sid/dpa/fie
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