Fußball-EM:Russland kritisiert Trikot der Ukraine

Fußball-EM: Das Trikot der Ukrainer mit dem Umriss des Landes mit der Halbinsel Krim.

Das Trikot der Ukrainer mit dem Umriss des Landes mit der Halbinsel Krim.

(Foto: AFP)

Auf dem Shirt sind die Umrisse des Landes inklusive der Halbinsel Krim abgebildet. Jan-Lennard Struff verpasst den Einzug ins Viertelfinale der French Open, Djokovic muss kämpfen.

Meldungen in der Übersicht

Fußball, EM: Die Vorstellung der Trikots der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft für die Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) hat in Russland für Empörung gesorgt. Grund dafür ist, dass die Trikots die Umrisse der Ukraine einschließlich der von Russland annektierten Krim und der von Separatisten kontrollierten Regionen Donezk und Lugansk zeigen.

Außerdem sind die Worte "Ruhm für die Ukraine" sowie "Ruhm für die Helden" zu lesen, welche mit dem jahrzehntelangen Unabhängigkeitskampf der Ukraine in Verbindung gebracht werden. "Wir glauben, dass die Silhouette der Ukraine den Spielern Kraft geben wird, weil sie für die ganze Ukraine kämpfen werden", sagte der Präsident des ukrainischen Fußballverbandes, Andrej Pawelko, auf Facebook. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, wies darauf hin, dass die Ukraine "das ukrainische Territorium mit der russischen Krim verbunden hat". Spöttisch meinte sie, dass das Design an die Kunsttechnik "trompe l'oeil" erinnere, die das Auge austrickse und die "Illusion des Unmöglichen" erschaffe.

Der russische Sportpolitiker Dmitri Swischtschjow geht noch einen Schritt. "Das ist völlig unangemessen", sagte er dem russischen Fernsehsender RT: "Dann sollen unsere Spieler in T-Shirts auf den Platz gehen, auf denen die Umrisse des russischen Reiches abgebildet sind, das Polen, die Ukraine und Finnland einschließt." Außerdem wird von mehreren russischen Funktionären eine Reaktion der Europäischen Fußball-Union (Uefa) gefordert.

Tennis, French Open: Jan-Lennard Struff hat das Viertelfinale der French Open verpasst. Der 31 Jahre alte Warsteiner unterlag dem Argentinier Diego Schwartzman am Montag im Achtelfinale mit 6:7 (9:11), 4:6, 5:7 und vergab die Chance auf seinen erstmaligen Einzug in die Runde der letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier. Struff, der in Paris sein 30. Major-Turnier spielte, hätte Alexander Zverev folgen können, der am späten Sonntagabend vorgelegt hatte. Zwei deutsche Profis im Viertelfinale von Roland Garros gab es zuletzt 1996 mit Michael Stich und Bernd Karbacher.

Struff legte gegen Schwartzman im ersten Satz beeindruckend los, zog schnell auf 5:1 davon, doch dann kam Schwartzman zurück. Der langjährige Davis-Cup-Spieler Struff ließ insgesamt sieben Satzbälle aus, und der Argentinier besaß auch in der entscheidenden Phase des zweiten Durchgangs die besseren Nerven. Struff kämpfte auch im dritten Satz unverdrossen und glich einen 0:4-Rückstand aus, schaffte die Wende aber nicht mehr. Zverev spielt am Dienstag gegen den ungesetzten Spanier Alejandro Davidovich Fokina um seinen ersten Halbfinaleinzug beim Sandplatzklassiker in der französischen Hauptstadt.

Novak Djokovic hat derweil den Teenie-Angriff von Lorenzo Musetti mit nur mit großem Kraftaufwand abgewehrt. Der Weltranglistenerste schlug den 19 Jahre alten Italiener im Achtelfinale noch nach einem 0:2-Satzrückstand. Beim Stand von 6:7 (7:9), 6:7 (2:7), 6:1, 6:0, 4:0 aus Djokovics Sicht gab Musetti verletzt auf. Djokovic zog zum 49. Mal in die Runde der letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier ein. In den ersten beiden Sätzen hatte er sich überraschend viele einfach Fehler geleistet, und Musetti, für den es das erste Major war, packte mit starkem Tennis zu. Doch als es zählte, schaltete der Titelanwärter einen Gang hoch und spielte seine Erfahrung gegen den zunehmend ausgepowerten Außenseiter aus. Djokovics nächster Gegner ist in Matteo Berrettini erneut ein Italiener.

Fußball: Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld verstärkt sich erwartungsgemäß mit Janni Serra (23) vom Zweitligisten Holstein Kiel. Der Angreifer, der die U21-Endrunde wegen einer Verletzung verpasst hatte, kommt ablösefrei und erhält auf der Alm einen Vierjahresvertrag. Serra war für die Kieler Störche in der abgelaufenen Saison 13-mal erfolgreich.

"Wir freuen uns sehr, dass sich Janni für uns entschieden hat. Er ist ein junger Stürmer mit viel Potenzial, der sportlich und menschlich sehr gut zu uns nach Bielefeld passt", sagte Bielefelds Sport-Geschäftsführer Samir Arabi. Serra ist der zweite Zugang der Arminia für die kommende Saison nach Mittelfeldspieler Sebastian Vasiliadis, der ebenfalls ablösefrei vom ostwestfälischen Nachbarn SC Paderborn verpflichtet wurde.

Basketball, NBA: Vor den Augen von Tribünengast Dirk Nowitzki hat sich das Play-off-Trauma der Dallas Mavericks in der Basketball-Profiliga NBA fortgesetzt. Zehn Jahre nach ihrem bislang einzigen Titelgewinn verloren die Texaner um Nationalspieler Maximilian Kleber das entscheidende siebte Achtelfinale bei den Los Angeles Clippers 111:126 und die Best-of-seven-Serie mit 3:4.

Dallas wartet somit weiter auf den ersten Viertelfinaleinzug seit 2011, als Nowitzki (42) das Team zur Meisterschaft geführt hatte. Dass es auch diesmal nichts wurde, lag vor allem an einer ganz schwachen Phase Ende des dritten Viertels. Die Clippers zogen mit einem 21:2-Run klar davon.

Superstar Luka Doncic war mit 46 Punkten Topscorer der Mavericks, machte davon aber allein 29 in der ersten Hälfte. "Wir haben alles gegeben", sagte Doncic. "Natürlich hasse ich es zu verlieren, wir hassen es zu verlieren. Aber ich bin stolz auf mein Team." Kleber, letzter Deutscher in den Play-offs, spielte nur 9:18 Minuten und blieb ohne Korberfolg. Bei L.A., das nun auf Utah Jazz trifft, war Kawhi Leonard mit 28 Punkten, zehn Rebounds und neun Assists kaum zu stoppen.

Bouldern, Deutsche Meisterschaft: Yannick Flohé und Afra Hönig haben sich bei den deutschen Meisterschaften der Sportkletterer die Titel in der Teildisziplin Bouldern gesichert. Im Rahmen der Finals siegte WM-Bronze-Gewinner Flohé im Männerfinale mit vier Tops vor dem zweimaligen Europameister Jan Hojer (zwei Tops). Hönig setzte sich bei den Frauen hauchdünn mit drei Tops und einer mehr erkletterten Zone vor Hannah Meul durch.

Am Samstag hatten bereits Franziska Ritter und Linus Bader die Titel in der Teildisziplin Speed gewonnen. Beide Disziplinen sind Teil der olympischen Kombination, die bei den Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) ihr olympisches Debüt gibt.

Fußball, EM: Mittelfeldspieler Leon Goretzka wird den EM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich am 15. Juni wahrscheinlich verpassen. "Er wird fürs erste Spiel wohl nicht infrage kommen", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Sonntag. Goretzka (Bayern München) habe nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel "vier, fünf Wochen keine Spielpraxis" gehabt, betonte Löw. "Er wird ein bisschen reinwachsen und sich reinarbeiten. Im Moment fehlt er in der Zentrale." Das Abschlusstraining vor der EM-Generalprobe gegen Lettland (Montag, 20.45 Uhr/RTL) hatte Goretzka verpasst. Von der Genesung des 26-Jährigen hängen auch taktische Erwägungen ab. Stehen Löw im Turnierverlauf alle Spieler im bestens besetzten Mittelfeld zur Verfügung, könnte Joshua Kimmich auf die rechte Außenbahn ausweichen.

Leichathletik, Rekord: Weltmeisterin Sifan Hassan hat knapp 50 Tage vor den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) den Weltrekord über 10.000 m geknackt. Die 28 Jahre alte Niederländerin lief in Hengelo 29:06,82 Minuten und verbesserte damit die alte Bestmarke der Äthiopierin Almaz Ayana von den Spielen in Rio gleich um mehr als zehn Sekunden.

© SZ/dpa/sid/vit
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