Nichts zu machen. Er werde nicht kommen, raunten die Reporter aus Portugal, als die Geisterstunde in der Frankfurter Arena schon so lange vorbei war, dass man sich kaum noch an sie erinnern konnte. Er komme nie. Nach Spielschluss gebe er ein kurzes Interview im Fernsehen und dann nichts wie weg. Das gelte sogar für die Partien mit weit weniger Drama als die eben beendete. Einmal, bei der WM in Russland 2018, hat er sich sogar von der Fifa eine Sondergenehmigung erteilen lassen, um keine Fragen von Journalisten beantworten zu müssen auf der Pressekonferenz, die eigens veranstaltet wird für den sogenannten Man of the Match, den besten Spieler der Partie. Im Grunde wünsche er sich eine Falltür mit Geheimgang gleich unter dem Rasen, durch den er dann kriechen könne, hinaus in die Freiheit. Warten auf Godot ist sinnvoller als Warten auf ihn. Und vielleicht ist das auch ein Teil seines Erfolgsgeheimnisses. Cristiano Ronaldo rationiert sich selbst. Und steigert so den Wert jeder einzelnen Cristiano-Ronaldo-Aktie.
Portugal schlägt SlowenienDas große Drama des Cristiano Ronaldo
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Der Portugiese verwandelt im Achtelfinale beim Zittersieg gegen Slowenien einen seiner zwei Elfmeter – allerdings den für ihn persönlich unwichtigeren. Deshalb all die Tränen?
Von Philipp Schneider, Frankfurt
