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Polen und Russland scheiden aus:Griechischer Mauerfußball

Alles ging schief. Gleich reihenweise vergaben Andrej Arschawin, Alexander Kerschakow und Juri Schirkow beste Einschussmöglichkeiten, die Griechen machten es besser: Durch ein Tor ihres Oldies, durch den 35-jährigen Karagounis, gewann Griechenland mit seinem Mauerfußball überraschend mit 1:0. Weil Tschechien gleichzeitig Polen schlug, war auch Russland raus. Die Zeitung Komsomolskaja Prawda schreibt am Sonntag: "Wieder nichts! Das Unvorstellbare ist Wirklichkeit geworden."

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Auch Trainer Dick Advokaat, der seine Mannschaft bereits als fußballerisch beste des Turniers bezeichnet hatte, klagt: "Wir haben sehr gut gespielt. Wir haben angegriffen und Griechenland hat nur verteidigt. Dann schießt Griechenland plötzlich das Tor." Der russische Fußball steht vor einem großen Umbruch. Trainer Advokaat geht, die russische Mannschaft war ohnehin die älteste des Turniers. Das unnötige EM-Aus wird einiges durcheinander würfeln.

Bei den deutschen Kommentatoren sorgten die Zustände in der Gruppe A für spontane Jubelstimmung. ZDF-Mann Oliver Schmidt und Thomas Wark, der für ZDF Info kommentierte, sponnen bereits Pläne für das Viertelfinale. Dort trifft Deutschland, so die beiden Reporter, nun auf Griechenland, was quasi ein Freilos für das Halbfinale bedeutet. Die spielstarken Russen wären ein schwerer Gegner gewesen, die gastgebenden Polen zumindest ein unangenehmer. Aber die Griechen? Ein völlig anderes Kaliber.

Doch Moment, im Viertelfinale? Nach intensiven Recherchen von Süddeutsche.de ist der deutsche Einzug in die Runde der letzten acht Mannschaften keinesfalls gesichert. Eine Niederlage gegen Dänemark am Sonntagabend, dazu ein portugiesischer Sieg gegen die Niederlande - und Deutschland könnte raus sein. Dänemark hat eine Mannschaft, die ausgesprochen gute Tage erwischen kann. Auch ein portugiesischer Sieg gegen die Niederlande ist kein unwahrscheinliches Ereignis.

Die Geschehnisse vom Samstagabend müssen dem deutschen Team eine letzte Warnung sein, nur bis zum Spiel gegen Dänemark zu planen - und nicht bereits bis zum Halbfinale. Auch wenn sich Kapitän Philipp Lahm in deutschen Boulevardmedien bereits zitieren lässt, er gehe "ganz fest davon aus, dass wir gewinnen und somit als Erster und mit neun Punkten durch die Gruppenphase marschieren". Wenn ihn dieses Zitat nicht noch einmal einholt.

(Mit Material des sid)