Das Internet steht im begründeten Verdacht, dass dort Dinge etwas zu klar benannt werden, mit einer Pointierung, die schnell zu Bösartigkeit wird. In den sozialen Netzwerken führen mutmaßliche Männer gerade aber einen echten Eiertanz auf, einen ziemlich verdrucksten noch dazu: Bildchen vom Italiener Riccardo Calafiori werden da geteilt, zumeist in Nahaufnahme und mit scharfer Kontrastierung, darüber steht „Aura“ geschrieben. Calafiori, 22, hat wallendes Haar, sein markantes Gesicht kommt auf den Schnappschüssen gut zur Geltung, aber: Aura? Hat ein bisschen etwas von einer Chose, getreu dem Motto: Wie lässt sich andeuten, dass Calafiori nach gängigen Kriterien optisch was hermacht, ohne dabei zu sagen, dass er optisch was hermacht?
Italiens Calafiori bei der EMDer macht was her
Lesezeit: 3 Min.

Riccardo Calafiori, geborener Römer, spielt beim FC Bologna und macht derzeit auch in der Nationalelf einiges her.
Claudio Villa/Getty Images for FIGCEr ähnelt seinen Verteidigervorfahren Nesta und Maldini, bereichert die Offensive mit Sturm und Drang – und auch Modemagazine haben Gefallen an ihm gefunden: Vor dem Duell mit Spanien erfreut sich Italien an der „Aura“ von Riccardo Calafiori.
Von Thomas Hürner, Iserlohn
