Süddeutsche Zeitung

Fußball-EM:Ibrahimovic verkündet Karriereende in Nationalelf

Der schwedische Stürmer bestreitet bald die letzte Partie für sein Heimatland. Der ukrainische Trainer Michail Fomenko will sein Amt zur Verfügung stellen.

Schweden: Zlatan Ibrahimovic wird nach der Fußball-Europameisterschaft seine Karriere in der Nationalmannschaft beenden. Das teilte der 34-Jährige am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem dritten und letzten Gruppenspiel gegen Belgien am Mittwoch (ab 21 Uhr im SZ-Liveticker) in Nizza mit. "Mein letztes Spiel für Schweden wird bei dieser EM sein. Und ich hoffe nicht, dass es morgen sein wird", sagte Ibrahimovic. Auch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro werde er nicht mehr für die schwedische Auswahl spielen. "Es wird nicht einfach, aber wir glauben an uns. Wir haben noch eine Chance", sagte Ibrahimovic mit Blick auf die Partie gegen Belgien.

Ukraine: Der ukrainische Nationaltrainer Michail Fomenko will sein Amt nach dem Vorrunden-Aus bei der EM in Frankreich nach dem letzten Gruppenspiel wohl zur Verfügung stellen. "Welchen Sinn macht es, noch weiterzumachen, wenn wir unser Ziel bei diesem Turnier verfehlt haben?", sagte Fomenko dem ukrainischen TV-Sender Football. Fomenko habe bei der EM nicht den Teamgeist gespürt wie noch in der Qualifikation. Dazu habe auch die üble Attacke von Offensivstar Andrej Jarmolenko von Dynamo Kiew gegen Taras Stepanenko von Schachtjor Donezk und die anschließende Massenrangelei in der ukrainischen Meisterschaft beigetragen. "Das hat die Psychologie des Teams beeinflusst", sagte Fomenko.

Als Nachfolger des 67-Jährigen wird bereits jetzt Assistent Andrej Schewtschenko gehandelt. Im Training gab der 39-Jährige in Frankreich schon oft den Ton an. "Warum nicht? Er hat Erfahrung im Fußball und seine Kurse als Trainer beendet", sagte Fomenko: "Ich wünsche ihm, dass er als Trainer genauso gut wird, wie er als Spieler war." Die Ukraine ist in der deutschen Gruppe C schon nach zwei Spieltagen und zwei Niederlagen sicher Letzter. Zum Abschluss trifft die Mannschaft am Dienstag in Marseille auf Polen.

Portugal: Portugal bangt vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Ungarn um den Einsatz von zwei Stammspielern. Borussia Dortmunds Neuzugang Raphael Guerreiro sowie Mittelfeldspieler André Gomes vom FC Valencia nahmen am Dienstagvormittag nicht am Abschlusstraining im portugiesischen EM-Quartier in Marcoussis teil. Beide fehlten angeschlagen und absolvierten gemeinsam nur ein leichtes Lauftraining. Das gesamte Team flog anschließend nach Lyon weiter, wo Portugal am Mittwochabend (ab 18.00 Uhr im SZ-Liveticker) einen Sieg braucht, um bei diesem Turnier sicher ins Achtelfinale einzuziehen.

Italien: Der italienische Fußball-Nationaltorhüter Gianluigi Buffon ist nach überstandener Grippe ins Teamtraining zurückgekehrt. Der Kapitän absolvierte am Dienstag in Montpellier das Abschlusstraining vor dem letzten EM-Vorrundenspiel gegen Irland mit der Mannschaft, wie Italiens Verband mitteilte. Mittelfeldspieler Antonio Candreva konnte mit einer Adduktorenverletzung weiter nur individuell trainieren. Am Dienstagnachmittag sollte das Team nach Lille fliegen, wo am Mittwoch (21.00 Uhr/Sat.1) das Duell mit Irland ansteht. Italien ist bereits für das Achtelfinale qualifiziert.

Schweiz: Der Sportartikel-Hersteller Puma hat die Ursache für die zerrissenen Schweizer Trikots im Gruppenspiel gegen EM-Gastgeber Frankreich in einem Materialfehler gefunden. "Unsere Untersuchung der Trikots vom Spiel am Sonntag hat ergeben, dass es eine fehlerhafte Materialcharge gegeben hat, in der Garne während der Produktion beschädigt wurden, was zu einer Schwächung des fertigen Trikotstoffs geführt hat", erklärte der fränkische Ausrüster am Montag per Mitteilung.

Dies sei auf eine falsche Kontrolle der Hitze, des Drucks und der Produktionszeit bei der Herstellung in der Türkei zurückzuführen. Das defekte Material sei ausschließlich in einer kleinen Stückzahl der Schweizer Heimtrikots verwendet worden. "Puma hat den Bestand aller EM-Trikots seiner ausgerüsteten Teams geprüft und kann versichern, dass es nicht zu einer Wiederholung dieses Falls kommt", hieß es. Bei dem 0:0 am Sonntagabend waren gleich sieben Schweizer Trikots zerrissen worden.

Mesut Özil: Der bei der EM bisher enttäuschende Spielmacher hat sich gegen seine Kritiker wie ARD-Experte Mehmet Scholl verteidigt. "Es tut mir leid, aber ganz ehrlich: Es ist mir egal, was andere sagen", sagte der 27-Jährige der Bild-Zeitung: "Wenn ein Ex-Spieler oder sonst wer in die Schlagzeilen will - das prallt an mir ab. Wie gesagt: Die Meinung des Trainers zählt. Herr Löw sagt mir die Wahrheit, was stimmt und was nicht." Über Vorwürfe wie mangelnde Körpersprache mache er sich überhaupt keine Gedanken. "Wir bekommen ja immer unsere Statistiken. Wie viel man läuft, wie viele Sprints. Da können Sie auch den Bundestrainer fragen, da gehöre ich immer zu den Top Fünf", betonte Özil: "Das andere ist doch auch einfach eine persönliche Sache, eine Ausstrahlung. Jeder steckt in seiner Haut." Auch Trotz verspürt er nach den beiden schwachen ersten Spielen und der anschließend Kritik nach eigener Aussage nicht. "Ich habe mir nie Druck gemacht. Ich habe auch nie mir oder den Leuten was beweisen wollen. Nach dem Motto: Heute ist mir etwas nicht gelungen, morgen zeige ich's denen mal. So war es nie. Mein Ziel war es immer, der Mannschaft zu helfen."

Uefa: Ungarns Fußballverband muss für das Fehlverhalten seiner Fans beim EM-Spiel gegen Island (1:1) 65 000 Euro Strafe zahlen. Das entschied die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union UEFA am Dienstag. Bei der Partie am vergangenen Samstag hatten ungarische Anhänger im Stadion von Marseille unter anderem Bengalos gezündet und verschiedene Gegenstände geworfen. Zuvor waren bereits Russland und Kroatien für das Fehlverhalten ihrer Anhänger bei dem Turnier in Frankreich bestraft worden. Die UEFA ermittelt zudem noch gegen Portugal, Belgien, Rumänien, Albanien und die Türkei wegen verschiedener Fan-Delikte.

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