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Fußball:EM bleibt im Plan

Debatte um Fußball-EM in Corona-Zeiten

Der EM-Pokal sollte 2020 vergeben werden. Klappt es ein Jahr später?

(Foto: dpa)

Seit Tagen kommen wegen Corona Zweifel an der Durchführung der paneuropäischen EM auf. Nun stellt der Kontinentalverband klar: am ursprünglichen Plan wird festgehalten.

Von Thomas Kistner, München

Eine paneuropäische Fußball-EM in zwölf Ländern, wie sie die Uefa im Sommer mit einem Jahr Verspätung veranstalten will, soll nach Recherchen von RTL/ ntv eher unwahrscheinlich sein. Demnach würden Quellen aus dem Umfeld von Uefa und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) besagen, "dass keines der Planungsszenarien für die EM mehr von einer Austragung in zwölf Ländern" ausginge. Wegen der kritischen Corona-Lage in vielen Gastgeberländern, heißt es, würden intensiv Ersatzmodelle diskutiert: von einer EM in zehn Städten und Ländern bis hin zu nur einer Stadt oder Region mit mehreren Stadien. Letztere Variante könne auch Nordrhein-Westfalen einbeziehen, wo 2020 das Europa-League-Finalturnier stattfand.

Am Donnerstag hatte diese Debatte in Deutschland starke Irritation am Uefa-Sitz im schweizerischen Nyon ausgelöst. Dort hieß es gestern, zwar seien bei einer früheren Sitzung auch einmal Überlegungen in Hinblick auf eine Reduzierung des Turnieres angeregt worden. Tatsächlich aber sei das gar kein Thema. Vielmehr werde am Ursprungsplan festgehalten und derzeit an dessen Umsetzung gearbeitet. Massive Veränderungen mit den entsprechenden infrastrukturellen Konsequenzen würden Kosten von bis zu 200 Millionen Euro verursachen. Des Weiteren rechnen die Offiziellen auch mit dem Erfahrungswert, dass sich, wie im Vorjahr, das Infektionsgeschehen in den warmen Turnier-Monaten vom 11. Juni bis 11. Juli in Grenzen halten werden.

Auf SZ-Anfrage teilte der Europa-Verband gestern mit: "Die Uefa arbeitet derzeit zusammen mit den zwölf Austragungsstädten an vier Betriebsszenarien für die Euro. Diese sind: Volles Stadion. 50 bis 100 Prozent Kapazität mit diversen Abmilderungsmaßnahmen. 20-30 Prozent Kapazität mit Abmilderungsmaßnahmen. Oder ganz ohne Publikum." Jede Gastgeberstadt werde zusammen mit der Uefa zwei bis drei Szenarien auswählen und in den nächsten Wochen entsprechende Pläne entwickeln. Sollten die deutschen Teilnehmer hier Probleme sehen, hieß es scherzhaft in Nyon, könne das Turnier natürlich auch in elf Ländern gespielt werden.

Eine Entscheidung darüber, welches Szenario in jeder Stadt während des Turniers individuell angewendet wird, werde dann beim Uefa-Kongress im April 2021 getroffen.

© SZ
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