bedeckt München
vgwortpixel

Fußball:"Für alles, was kam, gab es einen guten Grund"

Forstinnings Trainer Ivica Coric kennt sich aus in diesem Thema. Ein Kreuzbandriss hatte ihn selbst kurz nach der Jugend bei der SpVgg Unterhaching gestoppt. "Ich hatte auch Mitspieler, die Profis geworden sind, aber es gibt kein Rezept dafür", weiß Coric. "Jedes Kind träumt davon, aber du brauchst ein paar Glücksmomente. Eine richtige Aktion zur richtigen Zeit, und plötzlich bist du drin." Shabani sei ein super Typ, der wichtige Tore erziele, der für jeden Spaß zu haben sei, der auf seinen Körper achte und "für dieses Niveau eine sehr professionelle Einstellung" habe, lobt er. "Ich bin einfach froh, dass ich ihn habe."

Und Shabani selbst? Macht sich solche Gedanken gar nicht. "Ich bereue nichts", sagt er. Der Schritt zu Falke damals sei richtig gewesen. "Es war eine Bereicherung, unter diesem Trainer in dieser Liga zu spielen. Und es war schon ein Schlag für mich, als ich nicht weitermachen konnte." Shabani hat kürzlich seinen Meister gemacht, er arbeitet fürs Europäische Patentamt, nun hat er wieder mehr Zeit für seinen Sport.

Mit Niederlechner hat er kaum Kontakt, aber er freut sich riesig für ihn: "Respekt, wie er das geschafft hat, er hat sich megakrass entwickelt." Manchmal, wenn er ihn mit Kollegen im Fernsehen sieht, erzählt Shabani, dann prahlt er: "Schaut, mit dem habe ich zusammengespielt." Schon in jungen Jahren habe Niederlechner die Gabe gehabt, immer an der richtigen Stelle zu sein, in dieser Hinsicht sei ihm der Jüngere ein Vorbild gewesen. "Ich bin stolz, dass ich ihn kenne", sagt Shabani. Er freue sich sogar für Hohenlinden, Niederlechners kleinen Heimatort. Denn auch Shabani hat dort gelebt und mit dem Fußballspielen begonnen, nachdem seine Familie aus dem Kosovo nach Deutschland kam.

Klar, irgendwie sei es auch komisch, wenn der alte Kumpel plötzlich im Fernseher erscheint, aber wehmütig ist Shabani nicht. Wer wisse schon, wie alles weitergegangen wäre, hätte Shabani noch etwas länger mit Niederlechner Schritt gehalten. Beruflich wäre es sicher nicht so gut gelaufen. Inzwischen ist Shabani verheiratet. "Vielleicht hätte ich auch meine Frau nie kennen gelernt, wenn es anders gewesen wäre", sagt er. Er ist davon überzeugt: "Für alles, was kam, gab es einen guten Grund."

Fußball Das Geschäft mit den Fußballtalenten

Nachwuchs-Fußball

Das Geschäft mit den Fußballtalenten

Für den Traum, Fußballprofi zu werden, ziehen heute schon Zwölfjährige mit ihrer Familie in eine andere Stadt. Die Vereine kämpfen um die Talente, auch mit Geld. Ist das Kinderklau oder Nachwuchsförderung?   Von Thomas Hummel