Relegation 3. Liga:Oldenburg ist nach 25 Jahren zurück im Profifußball

Relegation 3. Liga: "Für den Verein bedeutet das so viel. Das gab es hier seit Jahrzehnten nicht": Max Wegner (Mitte) erzielt am Samstag das einzige Tor für den VfB Oldenburg, das reicht.

"Für den Verein bedeutet das so viel. Das gab es hier seit Jahrzehnten nicht": Max Wegner (Mitte) erzielt am Samstag das einzige Tor für den VfB Oldenburg, das reicht.

(Foto: Christof Koepsel/Getty Images for DFB)

Der VfB verliert das Relegationsrückspiel gegen den BFC Dynamo 1:2 - nach dem 2:0 im Hinspiel reicht das dennoch zum Aufstieg in die dritte Liga.

Der VfB Oldenburg kehrt nach 25 Jahren in den deutschen Profifußball zurück. Dem Meister der Regionalliga Nord reichte am Samstag vor 12 000 Zuschauern eine 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den DDR-Rekordmeister BFC Dynamo zum Aufstieg in die 3. Liga. Das erste der beiden Playoff-Spiele hatten die Niedersachsen vor einer Woche mit 2:0 in Berlin gewonnen. "Das fühlt sich geil an. Wir haben ein Jahr auf diesen Tag hingearbeitet - und jetzt haben wir uns das verdient!", sagte VfB-Kapitän Max Wegner bei MagentaSport. "Für den Verein bedeutet das so viel. Das gab es hier seit Jahrzehnten nicht."

Wegner brachte die Oldenburger im ausverkauften Marschweg-Stadion in der 34. Minute in Führung. Niklas Brandt gelang kurz vor der Pause der Ausgleich (44.). In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Philipp Schulz zum 1:2. Der Berliner Torjäger Christian Beck hätte die Aufstiegsfrage auch früher wieder spannend machen können. Doch der 34-Jährige traf in der 56. Minute den Pfosten und in der 57. Minute die Latte. Dazu rettete VfB-Verteidiger Marcel Appiah nach einem Kopfball von Beck auf der Torlinie (67.). "Am Ende war es ein knappes Ergebnis, aber es zählt nur der Aufstieg", sagte Wegner.

In der zweiten Halbzeit musste das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden, weil ein großes Polizei-Aufgebot vor dem Berliner Fanblock aufmarschierte. Einige der 1300 mitgereisten Anhänger hatten mehrfach Pyrotechnik auf das Spielfeld geworfen.

Für den Relegationsmodus wird der DFB kritisiert

Der BFC war eigentlich als Favorit in diese beiden Aufstiegsspiele gegangen, weil er zuvor in der Regionalliga Nordost ambitionierte Klubs wie Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und den Chemnitzer FC hinter sich gelassen hatte. Mittelstürmer Beck kritisierte danach die Regelung, dass mit dem VfB Oldenburg, Rot-Weiss Essen, der SpVgg Bayreuth und SV Elversberg nur vier von fünf Regionalliga-Meistern in die 3. Liga aufsteigen und ein Verein immer in zwei Aufstiegsspielen scheitern muss. "Riesendank an den DFB, der solche Regeln einführt. So eine Regel ist einfach eine Vollkatastrophe. Sie zerstört eine ganze Saison", sagte der Berliner. Auch Oldenburgs Trainer Dario Fossi kann diese Kritik verstehen. "Ich bin ehrlich: In meiner Brust schlagen zwei Herzen", sagte der 41-Jährige. "Ich freue mich riesig über unseren Aufstieg. Der ist verdient. Aber ich bin sozial eingestellt: Mir tut es leid, dass eine Mannschaft ihre Meisterschaft heute nicht so feiern kann."

Die Oldenburger spielten von 1990 bis 1993 sowie in der Saison 1996/97 sogar in der Zweiten Liga und verpassten 1992 nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga. Danach stürzten die Niedersachsen aber zeitweise bis in die Fünftklassigkeit ab. Da der Verein nun nach 25 Jahren in den Profifußball zurückkehrt, gibt es in der kommenden Saison auch wieder Derbys gegen den VfL Osnabrück und SV Meppen.

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