bedeckt München 15°

Fußball - Dortmund:Klopp als Gast zurück: Gescheiterte Rückholaktion 2018

Dortmund (dpa) - Jürgen Klopp ist nach Dortmund zurückgekehrt - nur für einen Tag. Vier Jahre nach seiner Unterschrift beim FC Liverpool war der ehemalige BVB-Meistertrainer von 2011 und 2012 prominenter Gast bei der Buchvorstellung von Hans-Joachim Watzke. In der 288 Seiten langen Biografie "Echte Liebe" gewährt der 60 Jahre alte BVB-Geschäftsführer Watzke zusammen mit Autor Michael Horeni Einblicke in sein Leben.

Der Besuch von Klopp sorgte für großen Medienrummel - und viel Öffentlichkeit für das Buch seines Freundes und langjährigen Dortmunder Weggefährtens. "Aki ist eine wichtige Figur in der Geschichte von Borussia Dortmund. Deshalb macht dieses Buch Sinn. Es ist eine schöne Zeitreise", kommentierte Klopp vor 400 Zuhörern am Donnerstag im Dortmunder Stadion.

In seinem Rückblick auf sein "Leben mit dem BVB" äußerte sich Watzke auch ausführlich zur Trennung von Klopp im Sommer 2015. Darüber hinaus verriet Watzke, dass es sogar einen Versuch gab, den Erfolgscoach im Mai 2018 zum BVB zurückzuholen. "Ich hätte mir nicht verziehen, ihn in diesem Moment nicht wenigstens gefragt zu haben", schrieb Watzke. Am Abend präzisierte er: "Ich habe gedacht, wenn wir jetzt was machen, und Jürgen sagt im Interview vier Wochen später, mich hat keiner gefragt, dann werde ich hier rausgeschmissen, weil ich es nicht versucht habe."

Für Kritik, dass dieses Bekenntnis dem nach durchwachsenen Saisonstart in die Kritik geratenen aktuellen BVB-Trainer Lucien Favre schaden könnte, hat Watzke wenig Verständnis: "Lucien macht sehr gute Arbeit. Das ist nicht das Thema. Es geht hier überhaupt nicht um den Trainer, sondern um eine menschliche Komponente", sagte Watzke, "das gibt es in jedem Verein, in dem ein Trainer eine Epoche geprägt hat."

Der in Dortmund noch immer populäre und in Liverpool bis 2022 gebundene Klopp schloss ein Comeback beim BVB zwar nicht kategorisch aus, machte vielen Fans aber wenig Hoffnung: "Es war ein traumhafter Lebensabschnitt, und ich weiß nicht, ob man den toppen kann. Und wenn man es könnte, dann würde das wiederum den Wert der sieben Jahre schmälern", schrieb er. Am Abend in Dortmund klang er weniger eindeutig: "Ich habe mir keine Gedanken gemacht. Ich weiß nicht, was passiert. Man wird sehen, was ich in Zukunft mache."