SportpolitikSteffi Jones erwägt Kandidatur als DFB-Präsidentin

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Nationalspielerin, Bundestrainerin - und nun mit Ambitionen auf das DFB-Präsidium: Steffi Jones.
Nationalspielerin, Bundestrainerin - und nun mit Ambitionen auf das DFB-Präsidium: Steffi Jones. Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Die frühere Bundestrainerin signalisiert Bereitschaft. Die Initiative "Fußball kann mehr" will dagegen auf eine Bewerbung für das Amt des DFB-Präsidenten verzichten und übt Kritik am Verband.

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Die frühere Nationalspielerin und Bundestrainerin Steffi Jones erwägt unter bestimmten Voraussetzungen eine Kandidatur als Präsidentin im Deutschen Fußball-Bund. "Wenn der DFB wirklich an einer Neuausrichtung interessiert ist, sich wirklich komplett von seinen Altlasten lösen und da eben was Neues aufbauen will, dann wäre ich gerne dabei. Dann könnte ich mir natürlich auch vorstellen, DFB-Präsidentin zu werden mit einem starken Team", sagte Jones der ARD Radio Recherche Sport.

Die 48-Jährige absolvierte in ihrer aktiven Laufbahn insgesamt 111 Länderspiele für die DFB-Auswahl, mit der sie dreimal Europameister wurde und 2003 den WM-Titel gewann. Funktionärserfahrungen sammelte sie als Präsidentin des Organisationskomitees für die Fußball-WM der Frauen 2011 in Deutschland und als DFB-Direktorin für die Bereiche Frauenfußball, Mädchenfußball und Schulfußball. Derzeit arbeitet Jones in einer IT-Firma im Bereich Organisationsentwicklung.

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Das Ergebnis sei "längst abgemacht", kritisiert Nationaltorhüterin Almuth Schult

Die Initiative "Fußball kann mehr" hingegen schickt doch keine eigene Kandidatin ins Rennen. "In jedem Fall können wir in dieser Situation niemandem, der eine Aufgabe und Reputation hat, zu einer Kandidatur raten. Es muss schon die Möglichkeit geben zu gewinnen", sagte Initiatorin Katja Kraus im Zeit-Interview. Es sei "keine wirkliche Wahl, da die Landesverbände mehr als 60 Prozent der Stimmen vereinen." Nationaltorhüterin Almuth Schult kritisierte gar, das Ergebnis sei "längst abgemacht".

Die "enorme Resonanz und all die Unterstützungsangebote haben dabei deutlich gemacht, wie viele Menschen der Wunsch nach Erneuerung im Fußball bewegt", schrieb die neunköpfige Gruppe, die im Mai erstmals ein Positionspapier veröffentlicht hatte. Allerdings habe die Initiative in dieser Zeit auch "Machtdemonstrationen und die Angst vor dem Kontrollverlust deutlich zu spüren bekommen", sagte Kraus. Es gebe "viele tolle Leute und wichtige Themen im DFB, doch deren Arbeit wird von den Machtkämpfen konterkariert", kritisierte Schult, die sich eine weitere Spitze nicht verkneifen konnte: "Eigentlich müsste ich mich aufstellen lassen, denn als DFB-Präsidentin im sogenannten Ehrenamt würde ich mehr verdienen als jede aktive Fußballerin in Deutschland."

Seit dem Rücktritt von DFB-Boss Fritz Keller wird der weltgrößte Sportfachverband interimsmäßig von den Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters geführt. Der bisherige Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga hat bereits seine Kandidatur für das höchste Amt im DFB angekündigt. Auf dem außerordentlichen Bundestag am 11. März 2022 will sich auch Mittelrhein-Chef Bernd Neuendorf als Vertreter der Landes- und Regionalverbände zur Wahl stellen. Sollte Jones antreten, würde sie vor allem dem Thema Gleichberechtigung große Aufmerksamkeit widmen. "Das ist etwas, was mich sehr wundert, denn der DFB hat es sogar in seiner Satzung stehen, lebt es aber nicht! Es ist beschämend", sagte sie über die momentane Situation.

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