Fußball Der Videobeweis wird offiziell

Der Videobeweis kommt ins Regelwerk des Fußballs.

(Foto: dpa)
  • Der Videobeweis kommt ins Regelwerk des Fußballs.
  • Damit ist auch der Weg frei für den Einsatz bei der Weltmeisterschaft im Sommer in Russland.
  • Die Abstimmung folgte auf eine gut zweijährige Testphase, an der die Bundesliga entscheidenden Anteil hatte.

Der Videobeweis wird in das Regelwerk des Fußball-Weltverbandes Fifa aufgenommen. Nach einer zweijährigen Testphase in verschiedenen Ländern bekommt er nun also offiziellen Status. Das hat das zuständige International Football Association Board (Ifab) mit den Stimmen des Fußball-Weltverbandes Fifa am Samstag in Zürich beschlossen. Damit ist auch der Weg frei für den Videobeweis bei der Weltmeisterschaft im Sommer in Russland. Das Fifa-Council muss dem allerdings noch zustimmen.

Den nationalen Verbänden bleibt es jedoch weiterhin freigestellt, ob sie den technisch und finanziell aufwendigen Videobeweis nutzen. In der Bundesliga kommt der Videobeweis seit Saisonbeginn zum Einsatz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und teils hitzigen Diskussionen funktioniert das System immer besser. Innerhalb der Deutschen Fußball Liga (DFL) gibt es bereits Signale, an den Assistenten festhalten zu wollen. Eine Entscheidung über den Videobeweis in der 2. Liga steht noch aus. Im DFB-Pokal ist das System seit dem Viertelfinale Anfang Februar im Einsatz.

Videobeweis in der Bundesliga

War das jetzt eine klare Fehlentscheidung?

Der Videobeweis wird auch in mehreren anderen europäischen Ligen - nicht ohne Kritik am System - eingesetzt. Die spanische Fußball-Liga etwa plant die Einführung für die kommende Saison. Während sich die Neuerung in Europa immer mehr durchsetzt, haben sich die Erstliga-Klubs in Brasilien kürzlich gegen den Videobeweis ausgesprochen. Auch die Uefa sträubt sich bisher dagegen, ihn in der Champions League einzuführen.

Vierte Auswechslung in der Verlängerung erlaubt

Bislang waren technische Hilfsmittel jenseits der Torlinientechnik im Fifa-Regelwerk nicht vorgesehen. Die Devise für die Neuerung hatte das Ifab bereits vor ihrer 132. Jahrestagung ausgegeben: "Minimaler Eingriff - maximaler Nutzen." Es gehe für die Videoassistenten nicht um die Frage: War die Entscheidung des Referees korrekt, sondern: War die Entscheidung eindeutig falsch? Letztendlich obliege diese immer dem Spielleiter auf dem Platz. Ziel sei es, dabei nicht den wesentlichen Spielfluss und die Emotionen des Fußballs zu zerstören.

Fifa-Präsident Gianni Infantino gilt schon lange als Befürworter ("Wenn wir die Chance haben, dem Schiedsrichter zu helfen, sollten wir das tun") und will den Videobeweis bei der WM sehen. Auf der Agenda des Fifa-Councils am 15. und 16. März in Bogota steht das Thema bereits.

Das Ifab bezog in seine Entscheidung eine Studie der belgischen KU Leuven ein. Diese hatte den erhofften "maximalen Nutzen bei minimaler Störung" ergeben. In untersuchten Wettbewerbsspielen lag die Entscheidungsgenauigkeit bei 98,9 Prozent. Beim Confederations Cup im vergangenen Jahr in Russland gab es jedoch einige Pannen. Grundsätzlich sind die Eingriffe der Videoassistenten auf vier Szenarien beschränkt: Torentscheidung, Rote Karte, Elfmeter und Spielerverwechslung. Außerdem sollen die Helfer vor den Bildschirmen nur bei offensichtlichen Fehlentscheidungen des Referees eingreifen.

Das Ifab hat zudem die Auswechslung eines vierten Spielers in der Verlängerung in die Fußballregeln aufgenommen. Vorausgegangen war der Entscheidung, die auch für die WM in Russland gilt, eine zweijährige Testphase in mehr als einem Dutzend Wettbewerben.

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