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Fußball - Cottbus:Ohne Rangelow: FC Energie startet in Umbruch-Saison

Brandenburg
Das Cottbusser Stadion der Freundschaft. Foto: Patrick Pleul/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Cottbus (dpa) - Es ist ein komplizierter Neubeginn mit einer neuen Philosophie, einer stark verjüngten Mannschaft und mit Risiko. Wenn der FC Energie Cottbus an diesem Mittwoch in die Vorbereitung auf die neue Saison in der Fußball-Regionalliga Nordost startet, werden die Fans in der Lausitz bekannte Gesichter wie Kapitän Dimitar Rangelow und Abwehrchef Robert Müller vergeblich suchen. Beide Routiniers fielen dem Generationswechsel zum Opfer, den der einstige Bundesligist für die Spielzeit 2020/21 ausgerufen hat.

"Es ist aus unserer Sicht nun an der Zeit, einen Umbruch zu vollziehen, um anderen Spielern die Möglichkeit zu geben, in diese verantwortungsvollen Rollen hineinzuwachsen", erklärte der Sportliche Leiter Sebastian König. Während Rangelow (37 Jahre) und Müller (33) keine neuen Verträge erhielten, sollen junge Kicker wie U19-Nationalspieler Tobias Eisenhuth (18) und Torhüter Toni Stahl (20) künftig das Gesicht des Teams von Trainer Sebastian Abt prägen.

Aber auch finanzielle Aspekte spielen beim Abschied der bisherigen Leistungsträger eine Rolle. Zumal wegen der Corona-Pandemie weiterhin nicht klar ist, ob in der kommenden Saison mit Zuschauern gespielt werden kann und ob die Saison wirklich wie geplant am 15. August startet. Ohne die Einnahmen aus dem Ticketverkauf gehen pro Heimpartie rund 70 000 Euro verloren.

Dank des vereinseigenen Nachwuchsleistungszentrums sowie der Lausitzer Sportschule kann sich Energie Cottbus auch weiterhin auf ein breites Fundament an Talenten stützen. Im Rahmen der Vision 2022 will der Verein spätestens in zwei Jahren in den Profifußball zurückkehren. In der kommenden Saison steigt zwar der Meister der Staffel Nordost direkt in die 3. Liga auf, allerdings muss der FCE nahezu die komplette Offensive neu besetzen. Mit Rangelow, Berkan Taz (zurück zu Union Berlin) und Moritz Broschinski (Borussia Dortmund II) stehen gleich drei Stürmer nicht mehr zur Verfügung.

Mit Innenverteidiger Patrick Storb (Hamburger SV II) und Stürmer Nils Stettin (Union Fürstenwalde) gibt es bislang zwei Neuzugänge. Vor allem die Trennung von Kapitän und Publikumsliebling Dimitar Rangelow wird in der Lausitz kontrovers diskutiert. Immerhin soll es für den ehemaligen Bundesliga-Stürmer nur ein Abschied auf Zeit sein.

Rangelow, der mit seiner Familie in Cottbus lebt, will das letzte Karriere-Jahr in seiner Heimat Bulgarien bestreiten und parallel dazu eine Trainerausbildung absolvieren. Im Sommer 2021 soll er dann zu Energie Cottbus zurückkehren. In welcher Funktion, ist noch offen.

"Ich hätte gerne weiter in Cottbus gespielt, aber der eingeschlagene Weg des Clubs, einen Generationswechsel einzuleiten, ist nachvollziehbar. Ich freue mich dennoch bereits jetzt darauf zurückzukehren. Die Stadt, die Fans und der Verein sind mehr als nur eine Station im Fußball. Ich bin ein Cottbuser", sagte Rangelow, der als einziger Spieler in allen vier Ligen das Energie-Trikot trug.

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