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Fußball:Auch die Verquickung von Politik und Wirtschaft spielt eine Rolle

Dabei tun chinesische Geschäftsleute nur das, was sie immer tun. Sie verschieben ihr Geld dorthin, wo der Staat Anreize setzt. "Die Regierung will den chinesischen Fußball voranbringen und schafft den politischen Rahmen für eine florierende Fußballindustrie. Das Risiko ist überschaubar", glaubt die Sportjournalistin Tao Xing Ying aus Shanghai. Für die Unternehmen ist der Weg über die Klubs eine Abkürzung in die Köpfe ausländischer Konsumenten und Geschäftspartner. Auch deshalb hat sich der weltgrößte Online-Marktplatz Alibaba bei Guangzhou Evergrande eingekauft oder der Elektronikhändler Suning aus dem lokalen Team in Nanjing kurzfristig mit seinem Geld einen ernsten Titelanwärter gebastelt. Besonders die Champions League trägt die Namen der chinesischen Firmen in die Weite.

Auch die Verquickung von Politik und Wirtschaft spielt eine Rolle. Gute Geschäfte macht in China, wer gut verdrahtet ist. Staatspräsident Xi Jinping befürwortet die Unterstützung des Fußballs. Wer sich in hohem Maße um positive Schlagzeilen für den heimischen Fußball verdient macht, der erntet Wohlwollen in hohen Parteikreisen. Und das sind beste Bedingungen für die Unternehmen, um ihrem Kerngeschäft erfolgreich nachzugehen.

Ob Carlos Tévez 40 Millionen Euro Gehalt wert ist? Gute Frage.

SIPG hatte am Anfang noch einen anderen Weg eingeschlagen. Der Klub wurde 2005 vom früheren Nationaltrainer Xu Genbao gegründet und entwickelte sich zu einer Talentschmiede fürs Nationalteam. Mit zwei Aufstiegen ebnete sich der Klub den Weg in die CSL. Der Hafenbetreiber SIPG begann Ende 2012 erst als Sponsor, ehe er den Verein 2014 komplett übernahm und für seine wirtschaftlichen Zwecke modellierte. Mit Andre Villas-Boas als neuem Trainer träumt SIPG weiterhin davon, den Dauermeister Guangzhou von der Spitze zu verdrängen.

Teure Stars aus dem Ausland sollen den sportlichen Erfolg garantieren, doch dieses Ziel wird meist nur mit kurzfristigen Strategien verfolgt. Ob Carlos Tévez 40 Millionen Euro Gehalt wert ist im Herbst seiner Laufbahn, ist die eine Frage. Die andere stellt sich angesichts der Verträglichkeit eines schwierigen Charakters wie Tévez in einem so ungewöhnlichen Umfeld wie dem chinesischen. Shanghai Shenhua fiel schon mit Nicolas Anelka und Didier Drogba vor einigen Jahren auf die Nase.

Dass Tévez trotzdem so viel Geld kassiert, ist auch die Folge eines schwachen Scouting-Systems im Land. Personalentscheidungen sind nicht das Resultat enger Informationsnetze und ausgewerteter Datensätze über Spieler und Mannschaften. Sie sind oft die Laune eines Klubchefs oder Sponsors, die ahnungslos nach einem Star schreien. Nach der langwierigen Verletzung des ehemaligen Bundesligaprofis Demba Ba sollte bei Shenhua eben ein namhafter Torjäger her, der für die kommende Saison in der Champions League für Aufmerksamkeit sorgt. Shenhua hat sich erstmals seit sechs Jahren dafür qualifiziert.

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Doch selbstverständlich sei Geld nicht alles, sagt Jorge Mendes. Ausgerechnet.

Und der Klub ist quasi gezwungen zu investieren - die Konkurrenz tut es ja auch. Am Montag wurde bekannt, dass der belgische Nationalspieler Axel Witsel, derzeit noch bei Zenit St. Petersburg tätig, eine Offerte des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin ausgeschlagen hat und lieber in die Super League zu Aufsteiger Tianjin Quanjian wechselt. "Es war eine sehr schwere Entscheidung", erklärte der 27- jährige Mittelfeldspieler dem Sportblatt Tuttosport. "Auf der einen Seite ein Top-Klub wie Juventus und auf der anderen Seite ein Angebot, das ich für meine Familie nicht ablehnen konnte." Für drei Jahre soll er rund 60 Millionen Euro erhalten.