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BVB:Favre ist der Einwechselkönig

Und dann die Einwechslung von Alcácer. So richtig reicht die Luft des Spaniers über 90 Minuten nicht, also brachte ihn Favre in der 59. Minute, im Wissen, was das nun mit der ohnehin angeschlagenen Bayern-Defensive anstellen würde. 14 Minuten später konterte der BVB die Bayern abermals auseinander, Alcácer stürmte auf Manuel Neuer zu, ein frecher Chip, das 3:2.

Es war das 18. Jokertor für Dortmund in dieser Saison, und wenn man davon ausgeht, dass manches Joker-Tor für den einwechselnden Trainer wiederum auch Glück ist, dann ist 18 eine Zahl, die mit Glück nichts mehr zu tun haben dürfte. "Es ist sagenhaft momentan", sagte Reus über Favres Einwechselkunst, "der Trainer hat echt ein goldenes Händchen."

Dieses Händchen kann man auch der Dortmunder Chefetage attestieren, jedenfalls ist man beim BVB vom Ergebnis des sommerlichen Trainerfindungsprozesses sehr angetan, mehr als man es vermutlich beim FC Bayern ist. Von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erhielt Favre großes Lob. "Er hat seinen eigenen Kopf, den muss er auch haben", erklärte er bei Sky: "Wie er Spieler mit Kleinigkeiten seziert und sie versucht, besser zu machen, kommt bei der Mannschaft super an." Im Übrigen sei Favre gar nicht wirklich "schwierig", wie oft behauptet, sondern "komplett anständig". Auch habe er "einen sehr feinen Witz".

Nachzuvollziehen übrigens auf dem Foto von den Feierlichkeiten in der Kabine, das der BVB am Wochenende getwittert hat. Rechts zu sehen: ein Großteil der Mannschaft, überglücklich, die meisten Spieler schreien oder brüllen, es muss recht laut gewesen sein. Links Favre, ihr Trainer, er lächelt, doch er hält sich mit den Fingern die Ohren zu.

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