Fußball-Bundesliga:Verstöße gegen das Mindestlohngesetz

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FC Bayern München v TSG Hoffenheim - Bundesliga

Haben Jugendtrainer des FC Bayern im Rahmen ihres 450-Euro-Jobs deutlich mehr als die erlaubten Stunden gearbeitet?

(Foto: Getty Images)

Bei drei Vereinen aus der Bundesliga und einem Zweitligisten wurde Jugendtrainern wohl zu wenig bezahlt. In der NBA zeigt Dennis Schröder sein Können - Maxi Kleber verletzt sich. Djokovic droht auch Wimbledon zu verpassen.

Meldungen in der Übersicht

Fußball: Bei drei Vereinen aus der Bundesliga sowie bei einem Zweitligisten hat es seit Anfang 2020 Verstöße gegen das Mindestlohngesetz gegeben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Victor Perli hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Vergehen wurden "bei Prüfungen im Rahmen der Aufgabenwahrnehmung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Zollverwaltung (...) festgestellt" und entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Um welche Klubs es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Das WDR-Magazin "Sport Inside" hatte Ende Dezember darüber berichtet, dass ein Verfahren gegen mehrere ehemalige und aktuelle Vorstandsmitglieder des FC Bayern laufen soll. Laut WDR ging es um mögliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz bei der Bezahlung von Jugendtrainern. Frühere Jugendtrainer hatten "Sport Inside" berichtet, im Rahmen ihres 450-Euro-Jobs deutlich mehr als die erlaubten zehn Stunden gearbeitet zu haben. Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn hatte versichert, die Münchner würden vollumfänglich mit den Behörden kooperieren und versprach restlose Aufklärung. Im Sommer waren außerdem die Geschäftsräume des FC Augsburg durchsucht worden. Laut Zoll ging es dabei um die "Beschäftigungs- und Entlohnungsmodalitäten von nebenamtlich bzw. ehrenamtlich beschäftigten Fußballtrainern".

"Bundesliga-Vereine, die Millionengehälter an Spieler und Funktionäre zahlen, haben Angestellte um den Mindestlohn geprellt", sagte Perli: "Das ist zynisch und es macht sprachlos". Es sei eine schlechte Nachricht für den Profi-Fußball, "dass die Nachwuchstrainer und Betreuer einigen Vereinen nicht mal einen Mindestlohn wert sind." Der Politiker forderte Aufklärung und eine Bestrafung: "Mindestlohnbetrug ist kein Kavaliersdelikt, sondern Wirtschaftskriminalität. Die aufgedeckten Fälle im Profi-Fußball unterstreichen die Größe des Problems, kratzen aber offenbar nur an der Spitze des Eisbergs."

Basketball, NBA: Mit einem starken Dennis Schröder haben die Boston Celtics ihre Aufholjagd fortgesetzt. Beim 104:92-Heimsieg über die New Orleans Pelicans kam der Nationalspieler auf 23 Punkte, für die Celtics war es der fünfte Sieg in den vergangenen sechs Spielen. Schröder, der mit neun von 16 Würfen aus dem Feld traf, steuerte zur ungewohnten Mittagszeit am nationalen Feiertag "Martin Luther King Day" zudem neun Assists und fünf Rebounds bei. Topscorer der Celtics, die mit je 22 Siegen und Niederlagen nun eine ausgeglichene Bilanz haben, war Jayson Tatum mit 27 Punkten.

Weniger erfreuliche Nachrichten gab es dagegen von Nationalspieler Maximilian Kleber. Der 29-jährige gebürtige Würzburger in Diensten der Dallas Mavericks verließ beim 104:102 gegen Oklahoma City Thunder im dritten Viertel humpelnd das Parkett und klagte über Schmerzen im linken Knie. Bis dahin hatte er in knapp 15 Minuten Spielzeit acht Punkte und drei Rebounds erzielt. Mann des Tages war Sloweniens Ausnahmekönner Luka Doncic, der mit seinem 41. Triple-Double nun eines mehr auf dem Konto hat als der Rest des Mavericks-Teams zusammen.

Tennis, Fall Djokovic: Dem Serben droht Medienberichten zufolge auch ein Ausschluss beim Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon, sollte sich der Tennis-Weltranglistenerste nicht impfen lassen. Nach Angaben der britischen Zeitungen Telegraph und Mirror wollen die Londoner Turnier-Verantwortlichen keine Zusicherung geben, dass Djokovic im kommenden Sommer seinen Titel bei dem Rasen-Spektakel verteidigen darf. Damit würden sie über die gegenwärtig geltenden Corona-Regeln der britischen Regierung hinausgehen.

Bislang dürfen ungeimpfte Spitzensportler nach Großbritannien einreisen, um dort zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen. Zuvor war bekannt geworden, dass sich auch die Titelverteidigung bei den French Open im Mai für den 34-jährigen Serben erledigt hat, wenn er sich weiterhin nicht impfen lässt. Die französische Sportministerin Roxana Maracineanu hatte mitgeteilt, dass in- und ausländische Sportler in Frankreich in Zukunft nur antreten dürfen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Auch die Teilnahme an den US Open in New York ist nur für Geimpfte möglich.

Fußball, England: Timo Werner vom englischen Premier-League-Klub FC Chelsea träumt von einer erfolgreichen Titelverteidigung in der Champions League. "Wir haben eine sehr gute Mannschaft und vor allem in ein bis zwei Spielen sind wir wahrscheinlich auch mit eine der besten Mannschaften der Welt", sagte der 25-Jährige im Interview bei Sky: "Wir sind mit unserer Defensive und unserem Spiel nach vorne, schwer in einzelnen Spielen zu schlagen." Im Achtelfinale trifft Werner mit Chelsea auf dem Weg zum "großen Ziel" zunächst auf den OSC Lille.

"Das ist jetzt nicht der vermeintlich stärkste Gegner, aber eine sehr unangenehme Mannschaft, die man erstmal schlagen muss", betonte Werner. Ab dem Viertelfinale könne es dann ganz schnell gehen, wie im vergangenen Jahr. Chelsea ist neben der Champions League noch in drei weiteren Pokalwettbewerben vertreten. Die Meisterschaft ist für die Mannschaft von Teammanager Thomas Tuchel nach der Niederlage am vergangenen Wochenende bei Manchester City derweil "in weite Ferne" gerückt. Der Rückstand beträgt bereits 13 Punkte. Auch deshalb will Werner, der erst kürzlich eine Coronainfektion überstanden hat, mit den Blues in der Champions League "wieder voll mitmischen".

Kyrie Irving, Impfung: Der Basketballer hat sich ausführlich wie nie zu seiner Ablehnung einer Corona-Impfung geäußert und ausgeschlossen, sich doch noch eine Spritze gegen das Virus verabreichen zu lassen. "Das ist schon längst meine Entscheidung und ich stehe dazu", sagte der Profi der Brooklyn Nets am Montag (Ortszeit) nach der 107:114-Niederlage bei den Cleveland Cavaliers. Weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, darf der 29-Jährige wegen der geltenden Regeln in New York bei Heimspielen der Nets nicht auflaufen. Erst vor kurzem entschlossen sich die Nets angesichts vieler Ausfälle dazu, ihren Leistungsträger zumindest auswärts einzusetzen, nachdem sie zuvor auf ihn verzichtet hatten.

An seiner Haltung ändere auch der wochenlange Ausfall von Mitspieler Kevin Durant nichts, der den Nets womöglich noch bis Ende Februar fehlen wird. "Kev wird gesund. Kev wird es gut gehen, und wir müssen als seine Teamkollegen damit umgehen", sagte Irving. "Aber soweit es mein Leben außerhalb von all dem hier betrifft, bleibe ich standhaft bei meiner Entscheidung. So ist es einfach." Er verstehe auch nicht, dass seine Entscheidung im Zusammenhang mit Basketball dauernd hinterfragt werde, sagte Irving. Er betonte, wie gerne er für die Nets und mit seinen Kollegen spiele, "aber ich war schon lange genug weg, um über all das nachdenken zu können, das verarbeiten zu können und diese Entscheidung treffen zu können, ich bleibe stark".

Tennis, Fall Djokovic: Der australische Tennisverband hat nach dem Wirbel um die Einreise-Posse des Weltranglistenersten Novak Djokovic sein Bedauern geäußert. "Als australische Tennisfamilie sind wir uns darüber im Klaren, dass die jüngsten Ereignisse eine große Ablenkung für alle waren", schrieb Tennis Australia am Dienstag in einem Statement: "Und wir bedauern zutiefst die Auswirkungen auf alle Spieler." Djokovic, mit neun Titeln Rekordsieger bei den derzeit laufenden Australian Open, war am Sonntagabend nach der Niederlage vor einem Bundesgericht im juristischen Streit um sein Visum aus Melbourne abgereist.

Der ungeimpfte 34-Jährige hatte von Tennis Australia und dem Bundesstaat Victoria eine medizinische Ausnahmegenehmigung für den Start beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres erhalten. Für eine Einreise nach Australian waren Djokovics Nachweise aber nicht ausreichend. Gleichzeitig kündigte der australische Tennisverband, der die Australian Open ausrichtet, eine Aufarbeitung der Geschehnisse an. "Es gibt immer etwas zu lernen, und wir werden alle Aspekte unserer Vorbereitung und Durchführung überprüfen, um unsere Planung zu verbessern - wie wir es jedes Jahr tun", hieß es in der Mitteilung.

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