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Fußball-Bundesliga:Tempo, Tempo, Tempo beim HSV

Fußball: Bundesliga, Hamburger SV - Borussia Dortmund

Im Abflug: Emir Spahic (links) muss den HSV verlassen, Pierre-Michel Lasogga könnte ihm folgen.

(Foto: Axel Heimken/dpa)

Nur keine Zeit verlieren: Der Hamburger SV beginnt das neue Jahr mit umfassenden Aufräumarbeiten - mancher Schritt amüsiert.

Der erste Arbeitstag im neuen Jahr begann für die Fußballer des Hamburger SV am Dienstag um acht Uhr - und zwar: um acht Uhr am Morgen. Umfangreiche Leistungstests standen auf dem Programm, "damit jeder Profi eine individuelle und optimale Vorbereitung für das erste Saisonspiel am 21. Januar beim VfL Wolfsburg bekommt", wie der Verein sogleich berichtete.

An solche streberhaften Mitteilungen ist die Branche inzwischen zwar gewöhnt, in diesem Fall aber fragte man sich: Meinen die das ernst in Hamburg?

Der Hamburger SV hat sich für das Jahr 2017 eine Menge vorgenommen, und dass er damit keine Zeit verlieren möchte, das äußert sich in dem atemberaubenden Tatendrang, den die neue Führung dieser Tage zu erkennen gibt. Außer der Mitteilung vom frühmorgendlichen Dienstbeginn verbreitete der Klub unter anderem auch die Nachricht, dass zumindest Emir Spahic ausschlafen durfte: Der 36 Jahre alte Verteidiger gehört ab sofort nicht mehr zum Personal von Chefcoach Markus Gisdol. Dieser sieht keine Verwendung mehr für den bosnischen Routinier, der vor anderthalb Jahren aus Leverkusen gekommen war und am 15. Spieltag vor knapp drei Wochen noch der Elf angehörte, die in Mainz mit 1:3 verlor. Nun zitiert der HSV seinen Trainer mit einem Statement, das an Deutlichkeit und Überdruss nichts vermissen lässt.

Im Zuge eines "Veränderungsprozess innerhalb des Kaders" halte er die Trennung für die sinnvollste respektive einzig sinnvolle Lösung, wird Gisdol zitiert. "Emir Spahic spielt in den Planungen unseres Klubs keine Rolle mehr und wurde freigestellt", meldete der Klub weiter ohne übertriebene Rücksichtnahme.

Prompt machten Gerüchte die Runde, wonach Spahic ein weiteres Mal für Ärger in der Kabine gesorgt haben könnte. Wie in Leverkusen war Spahic auch in Hamburg nicht durch Harmoniesucht aufgefallen, immer wieder gab es heftige Vorfälle mit Mitspielern, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten inbegriffen. Auf Einzelheiten gingen die Beteiligten am Dienstag aber nicht ein. Die Mitteilung an sich ist Botschaft genug: Markus Gisdol räumt auf in seiner Mannschaft, nach seinem überstürzten und wenig geglückten Einstieg im laufendem Saisonbetrieb nutzt der Trainer - gestärkt durch gute Ergebnisse im Dezember - die kurze Winterpause zu Korrekturen, die seinen Vorstellungen entsprechen.