Fußball-Bundesliga Fairplay-Medaille für Kutschke

SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:2)

  • Telegramm: Gladbach zieht früh davon, vergibt aber die frühe Entscheidung und zittert sich am Ende zum Sieg.
  • Überfall-Quote: Eigentlich gering. Paderborn hatte vor der Partie seit Aufzeichnungen der Bundesliga-Statistiken im Jahr 1345 noch kein Erstliga-Heimspiel verloren*. Gladbach rotierte zudem die Offensiv-Serientäter André Hahn, Max Kruse und Ibrahima Traoré aus der Startelf. Trotzdem wurden die Gladbacher kurz nach Spielbeginn zwei Mal im gegnerischen Strafraum aktenkundig. Branimir Hrgota und Patrick Herrmann, vor dem Spiel in die Startelf gerutscht, erschufen per Konter das 0:1, Raffael stocherte Minuten später den Ball gegen körperlich anwesende, aber geistig abwesende Paderborner ins Tor.
  • Vorbereiter des Tages: Paderborns Moritz Stoppelkamp. Tunnelte Gladbachs Oscar Wendt an der Grundlinie, bediente Kollege Jens Wemmer, der sein erstes Bundesligator seit Erfassung der Spielstatistiken im Jahr 1345 erzielte. Weitere Paderborner Tore blieben aus - auch, weil Stoppelkamp diesmal darauf verzichtete, aus 83 Metern aufs Tor zu schießen.
  • Fairplay-Aktion des Tages: Schiedsrichter Marco Fritz nahm kurz vor der Halbzeit eine Verwarnung gegen Gladbachs Christoph Kramer zurück. Kramer hatte Paderborns Stefan Kutschke verfolgt, der war plötzlich zu Boden gesunken, allerdings ohne Einwirkung von Kramer. Bemerkenswert: Kutschke warb beim Schiedsrichter um Gnade für Kramer. Hat schon jetzt die Fairplay-Medaille in Gold der SZ.de-Sportredaktion sicher. Marco Materazzi verdreht irgendwo bei seinem neuen Klub in Indien die Augen.
  • Zitat des Spiels: "Ich hätte es wahrscheinlich nicht gemacht" (Christoph Kramer über die Fairplay-Aktion seines Gegenspielers Stefan Kutschke).
  • (*allerdings hat Paderborn nach SZ-Recherchen zufolge die vergangenen 1345 Jahre auch kein Bundesliga-Heimspiel bestritten, d. Red.)
Bundesliga Münchner Kraft schlägt Kölner Ehrfurcht Bilder
Spielbericht
Bayern-Erfolg in Köln

Münchner Kraft schlägt Kölner Ehrfurcht

Der FC Bayern kommt immer besser in Form: Der Tabellenführer der Bundesliga gewinnt bei zu braven Kölnern 2:0 und verteidigt damit die Spitze. Vorne wirbeln Robben und Götze, hinten stabilisiert einmal mehr Xabi Alonso.   Von Dominik Fürst

​VfL Wolfsburg - SV Werder Bremen 2:1 (1:1)

  • Telegramm: Wolfsburgs Aaron Hunt trifft zum ersten Mal auf seinen langjährigen alten Arbeitgeber. Die Tore schießen allerdings seine VfL-Kollegen Rodriguez und Olic, Bremen wartet weiter auf seinen ersten Saisonsieg.
  • Überfall-Quote: Hoch. Beide Mannschaften sichern ihre Tore derzeit so mangelhaft ab, als würde man in den Urlaub fahren und Haustür vier Wochen lang offenlassen. So auch am Samstagabend. Die Bremer rückten nach einem eigenen Eckball sporadisch in die eigene Hälfte zurück, Ricardo Rodriguez hob den Ball ins Tor (15.). Kurz darauf ließ VfL-Torwart Diego Benaglio für einen Moment die kurze (Torwart-)Ecke unbewacht, Bremens Marnon Busch bedankte sich mit dem Ausgleich (37.). Und auch Ivica Olic war bei seinem - sehenswerten - Kopfballtreffer eine halbe Stunde vor Spielende ohne gegnerisches Geleit im Strafraum unterwegs.
  • Debütant des Tages II: Marnon Busch. Verteidiger, wie Stuttgarts Daniel Schwaab (Debütant des Tages I). Torschütze an diesem 6. Spieltag, wie Schwaab, allerdings mit einer Abweichung: Busch benötigte fünf Spiele für sein Premierentor in der Bundesliga, Schwaab 134. Für die kommenden 129 Spiele hat Busch also erst einmal Ruhe. Die Bremer hatten den 19-Jährigen in ihrem Nachwuchszentrum ausgebildet, im August seinen Vertrag verlängert und ihn in die Bundesligaauswahl versetzt, Manager Thomas Eichin attestierte ihm eine "rasante Entwicklung". Zumindest in Sachen Trefferquote hat Busch seinen Manager bestätigt.

Quelle: Opta Sportdaten

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