Fußball-Bundesliga:Kacars Kopfball rettet schwachen HSV

Hamburger SV v SC Freiburg - Bundesliga

Entscheidende Szene: Gojko Kacar (verdeckt) kommt vor Freiburgs Roman Bürki an den Ball und köpft ihn zum 1:1 in der 90. Minute ein.

(Foto: Oliver Hardt/Getty Images)
  • Der Hamburger SV und der SC Freiburg trennen sich im Abstiegsduell mit 1:1.
  • Admir Mehmedi bringt den SC Freiburg verdient in Führung. In der zweiten Halbzeit verpassen die Badener die Entscheidung.
  • Stattdessen köpft Gojko Kacar in der 90. Minute überraschend den Ausgleich für die Hamburger.

Labbadia spricht vom "Optimum"

Gojko Kacar hat dem Hamburger SV einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gerettet. Nach zwei Siegen in Folge erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg dank Kacars spätem Treffer (90.) ein 1:1 (0:1) - vor den eigenen Fans verpassten die Hanseaten aber die ersehnte Vorentscheidung im Ringen um den Klassenerhalt. Kacar hatte bereits beim 2:1-Erfolg in Mainz am vergangenen Spieltag den Siegtreffer erzielt.

Trainer Bruno Labbadia gestand: "Heute haben wir es nicht gut gemacht. Es war das Optimum, das wir rausholen konnten. Das Ganze war eine Willenssache." Im Gegensatz zu den beiden Siegen gegen Augsburg und Mainz habe man entscheidende Tugenden des Abstiegskampfes nicht gezeigt, monierte Torwart René Adler. "Wir haben zwei Punkte verspielt. Das ist natürlich bitter. In der Situation hätten wir drei Punkte gebrauchen können", befand hingegen SC-Torwart Roman Bürki.

"Unsere Beine wurden immer schwerer"

Der HSV steht damit weiterhin auf Rang 14, muss aber immer noch zittern. Direkt dahinter rangiert nach dem Tor von Admir Mehmedi (25.) nun die Mannschaft von Trainer Christian Streich - mit nur einem Punkt Rückstand auf den HSV. Sowohl für die Hanseaten als auch für Freiburg ist der Punkt eigentlich zu wenig. "Wir haben uns sehr schwer getan. Unsere Beine wurden immer schwerer. Wir waren nicht aggressiv genug. Der Punkt könnte aber noch sehr wichtig sein", sagte HSV-Sportdirektor Peter Knäbel.

Hamburg kommt nicht richtig ins Spiel

Zudem musste der HSV vor 57.000 Zuschauern in seiner ausverkauften Arena durch Mehmedi als erster Klub sein 2500. Gegentor in der Bundesliga hinnehmen. "Wir müssen noch einen drauflegen", hatte Labbadia, der Lewis Holtby und Zoltan Stieber für die verletzten Ivo Ilicevic (Muskelquetschung) und Nicolai Müller (Knochenödem) brachte, vor der Partie gesagt. Und die Hamburger waren auch um die Spielkontrolle bemüht. Allerdings blieben die Offensivaktionen lange zu statisch und ungenau, um wirklich richtig gefährlich zu werden.

Die Freiburger konzentrierten sich zudem zunächst auf eine stabile Defensive, machten die Räume eng und zogen sich geschickt zurück, um dann über schnelle Gegenstöße gefährlich zu werden. Die flinken Außen Jonathan Schmid und Felix Klaus sorgten dabei für Verwirrung in der Hamburger Abwehr. Dass der angeschlagene Top-Torjäger Nils Petersen (muskuläre Probleme) bis zur 75. Minute nur auf der Bank saß, machte sich bei den Freiburgern kaum bemerkbar. Klaus vergab die erste Chance der Partie. Nach einem Durcheinander im HSV-Strafraum landete der Ball auf dem Fuß des 22-Jährigen, seinen Schuss aus vier Metern parierte HSV-Schlussmann René Adler aber mit einem Weltklasse-Reflex (18.).

Der HSV bleibt harmlos - bis Kacar kommt

Sieben Minuten später war er gegen Mehmedis strammen Schuss dann aber machtlos. Kurz zuvor hatte Stieber die Führung für den HSV vergeben. Freiburgs Torwart Roman Bürki brachte noch irgendwie seinen Fuß an den abgefälschten Schuss des Ungarn (24.). In der zweiten Hälfte spielte der HSV etwas konsequenter nach vorne, große Möglichkeiten waren aber Mangelware. Labbadia war der Frust anzusehen. Wütend sprang er an der Seitenlinie hin und her, gestikulierte und versuchte taktische Anweisungen zu instruieren - der HSV spielte aber weiter recht einfallslos mit hohen Bällen Richtung Freiburger Strafraum.

Gleich zweimal prüfte dagegen Mehmedi (49.) Adler, der den HSV mit seinen Paraden im Spiel hielt. Auch bei Klaus' Schuss war er gut postiert. Beim HSV kam Marcell Jansen für Lewis Holtby. Die Offensivaktionen wurden etwas verstärkt. Aber zwingend kamen die Hamburger immer noch nicht daher. Die besseren Chancen hatten weiter die Gäste. Immerhin Johan Djourou machte viele Fehler wieder gut, als er in höchster Not gegen den gerade eingewechselten Nils Petersen (80.) klärte. Es sah nach drei verdienten Punkten für den SC Freiburg aus, doch dann köpfte Kacar aus kurzer Distanz doch noch ein. Roman Bürki hatte den Ball zuvor nur abklatschen lassen. Labbadia hüpfte vor Freude wie ein Flummi über den Rasen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema