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Fußball-Bundesliga:Bayern setzt andere Schwerpunkte

Der Kontakt zwischen Schalke 04 und Hebei Fortune entstand während der Chinareise des Gelsenkirchener Bundesligaklubs im vorigen Sommer. Dieser Ausflug begann unter unglücklichen Umständen: Die Schalker landeten nicht nur am selben Tag wie die Delegation des FC Bayern in Shanghai, sondern auch auf demselben Flughafen. So stand man zunächst ein wenig im Schatten der Münchner, doch während der FC Bayern es nun vorzieht, einen anderen Schwerpunkt zu setzen und im kommenden Sommer die USA zu bereisen, haben sich die Schalker auf dem chinesischen Markt eingerichtet.

Jobst verhehlt nicht, dass es dazu großer Anstrengungen bedurfte. Bis zum Abschluss mit Hebei Fortune vergingen neun Monate: "Es dauert, bis man in China das nötige Vertrauen geschaffen hat", so Jobst. Die Kommunikationsprobleme, die der DFB mit seinem Regionalliga-Projekt hervorrief, waren sicherlich auch nicht hilfreich.

Hebei Fortune ist ein junger Klub mit Sitz in der nordchinesischen Hafenstadt Quinhuangdao. Er wurde erst vor einigen Jahren gegründet, in der vorigen Saison schloss er unter dem italienischen Trainer Manuel Pellegrini als Vierter der Super-League ab. Die Ziele des von einem Immobilienkonzern gesponserten Klubs sind nicht bescheiden: Hebei Fortune soll der erfolgreichste Klub in Asien werden, und die Trainer der Knappenschmiede sollen an Ort und Stelle einige Grundlagen schaffen.

Ihre Aufgaben bestehen nicht nur in der Ausbildung der Spieler und des einheimischen Personals, sondern auch im Aufbau von Daten- und Scouting-Systemen. Dolmetscher unterstützen die Arbeit. Schalke garantiere, dass ausschließlich Fachkräfte "aus dem eigenen Portfolio" und keine angeheuerten Sub-Unternehmer exportiert würden, sagt Jobst.

Der berühmteste Lehrer in der Schalker Nachwuchsschule steht für die Ausfuhr allerdings nicht zur Verfügung: Norbert Elgert, 61, der charismatische Ausbilder von Neuer, Draxler, Sané, Meyer und so vielen anderen ehemaligen Junior-Schalkern im Profifußball, wird selbst in Gelsenkirchen gebraucht. Jobst stellt sich vor, dass Elgert vielleicht mal für einen Vortrag nach China fliegen wird.

© SZ vom 04.05.2018/jbe

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