bedeckt München
vgwortpixel

Fußball-Bundesliga:Ingolstadt versucht's mit Ballbesitz

Offizielle Saisoneröffnung FC Ingolstadt

Traingsauftakt in Ingolstadt: Der neue Trainer Markus Kauczinski will den Spielern einen leicht veränderten Stil verschreiben.

(Foto: dpa)

Angeleitet vom neuen Trainer Markus Kauczinski vollzieht der Klub aus Oberbayern vor dem Start seiner zweiten Bundesliga-Saison einen vorsichtigen Umbruch.

Peter Jackwerth wird in Zukunft weniger verlieren. Der Vorstandsvorsitzende des FC Ingolstadt ist leidenschaftlicher Golfer, doch wenn er in den vergangenen Jahren mit dem Trainer Ralph Hasenhüttl spielte, war er stets unterlegen. Der Österreicher hat ein Handicap im unteren zweistelligen Bereich, er sei unschlagbar gewesen, sagt Jackwerth. Und deshalb war er erleichtert, als er Hasenhüttls Nachfolger neulich am Rande eines Benefiz-Turniers traf: Markus Kauczinski war da nur Zuschauer, er spielt kein Golf. Es ist nicht der einzige Grund, warum der Chef des Ingolstädter Fußballs der zweiten Bundesliga-Saison der Klubgeschichte zuversichtlich entgegenblickt.

Jackwerth saß am Sonntag entspannt im Ingolstädter Stadion, als der Kader zur offiziellen Saisoneröffnung ein Showtraining absolvierte. Es ist ja kein Geheimnis, dass er sich diesen Sommer eigentlich anders vorgestellt hat, er hätte gerne mit Hasenhüttl weitergearbeitet und er war erbost über die Art und Weise, wie dieser seinen Abschied zu RB Leipzig öffentlich forciert hatte.

Der Umbruch beim Vorjahres-Aufsteiger hat nun ein Jahr früher stattgefunden als geplant. Doch in Kauczinski glauben sie in Ingolstadt einen Trainer gefunden zu haben, der diesen Umbruch mit der nötigen Mischung aus Vorsicht und Mut zur Innovation moderiert, und der mit seiner Art, sich nicht in den Mittelpunkt zu drängen, gut nach Ingolstadt passt. Jackwerth sagt jedenfalls: "Wir gehen in diese Saison viel relaxter und besser vorbereitet als in die vergangene."

Drei Stammspieler müssen ersetzt werden

Dabei sind die Vorbereitungen noch lange nicht abgeschlossen. Kauczinski, 46, will Hasenhüttls System zwar nicht allzu sehr verändern, er will von dem im vergangenen Jahr bewährten Pressingfußball zehren. Allerdings ist den Spielern schon in den ersten Trainingstagen aufgefallen, dass der neue Trainer in seinen Übungen mehr Wert auf Passspiel und Ballbesitz legt. "Jeder Fußballer hat gerne den Ball", sagt dazu der Mittelfeldspieler Pascal Groß, der wie Kapitän Marvin Matip im Sommer seinen Vertrag verlängert hat.

Drei Stammspieler haben den FCI allerdings verlassen, Torhüter Ramazan Özcan, Außenverteidiger Danny da Costa (beide zu Bayer Leverkusen) und Innenverteidiger Benjamin Hübner (TSG Hoffenheim). Im Tor hat der FCI mit dem Dänen Martin Hansen aus Den Haag bereits Ersatz gefunden, doch auf der Innen- und Außenverteidigerposition werden noch Verstärkungen gesucht. Das Problem, weiß Kauczinski: "Gute Jungs sind immer umworben, da muss man argumentieren."

Und die Argumente sind ja trotz starker Premieren-Saison und Platz elf in der ersten Liga keine großartig anderen als vor einem Jahr, weder finanziell noch inhaltlich. Der bislang prominenteste Zugang ist Mittelfeldspieler Sonny Kittel, 23, von Eintracht Frankfurt. Der frühere Junioren-Nationalspieler hat in den vergangenen Jahren jeweils lange verletzt pausiert, aus Vorsicht trainiert er noch nicht mit der Mannschaft, er soll sich erst komplett auskurieren.

Bundesliga Tuchel wird basteln müssen
Borussia Dortmund

Tuchel wird basteln müssen

Zahlreiche europäische Toptalente und dazu wohl noch Götze und Schürrle: Das Dortmunder Publikum fragt sich, wie BVB-Trainer Tuchel aus den vielen Neuen ein stabiles Team geformt bekommt.   Von Freddie Röckenhaus