bedeckt München
vgwortpixel

Fußball-Bundesliga:Verfehlte Personalpolitik seiner Vorgänger

Dass Thomas Schaaf in der kurzen Zeit keine Kontur in das zusammengewürfelte Team bekam, hat zwar im Wesentlichen mit der verfehlten Personalpolitik seiner Vorgänger zu tun. Aber der Versuch des Trainers, eine neue Struktur zu schaffen, ging wohl auch deshalb schief, weil von den verunsicherten Profis am Ende nur noch der stets zuverlässige Nationaltorwart Ron-Robert Zieler seinen Stammplatz behalten durfte.

Der Rest der Mannschaft wurde von Spiel zu Spiel durcheinander gewürfelt, selbst bewährte Kräfte wie Salif Sané, Manuel Schmiedebach und André Hoffmann wurden zwischendurch ausgemustert, weil sie nach Schaafs Einschätzung offenbar nicht genügend Abstiegskampf-Mentalität mitbrachten.

Bundesliga Schaaf geht auf TV-Experte Merk los
Hannover 96

Schaaf geht auf TV-Experte Merk los

Nach der Niederlage in Frankfurt kritisiert Hannovers Trainer den früheren WM-Schiedsrichter scharf. Dabei geht es ihm vor allem ums Fairplay.

Slomka, Stanislawski, Gisdol?

Wie geht es nun weiter mit dem Klub, der zuletzt 14 Jahre lang ein fester Bestandteil der ersten Bundesliga war? Sicher ist nur, dass Zieler und Almeida den Klub verlassen, beide haben wie Schmiedebach nur einen Vertrag für die erste Liga. Adam Szalai (Hoffenheim) und Alexander Milosevic (Besiktas Istanbul) sind nur ausgeliehen. Und für Sané interessiert sich offenbar nicht nur der 1. FC Köln mit dem früheren 96-Manager Jörg Schmadtke. Der hatte 2013 den Wechsel des Senegalesen vom AS Nancy nach Hannover eingefädelt.

Über den möglichen neuen Trainer gibt es für den Abstiegsfall bereits die üblichen Spekulationen. Laut der Bild-Zeitung, die stets ein Freund von Mirko Slomka war, gilt der seit anderthalb Jahren joblose frühere 96-Coach als Favorit. Andere glauben an eine Liaison mit Holger Stanislawski. Der frühere Coach des FC St. Pauli, der TSG Hoffenheim und des 1. FC Köln leitet derzeit einen Supermarkt in Hamburg, Hannovers neuer Medienchef Christian Bönig ist ein guter Freund. Auch Markus Kauczinski (hört beim Karlsruher SC auf) und der in Hoffenheim entlassene Markus Gisdol zählen zu den Anwärtern. Laut Martin Bader gibt es allerdings "keine Zeitfenster" für Gespräche oder Verhandlungen.

Und was ist mit Bader selbst und dem neuen Sportlichen Leiter Christian Möckel, die gemeinsam für die wenig geglückten Winter-Zugänge zuständig sind? Der ehemalige Mittelstürmer Schatzschneider, der gerne mehr redet als den Klubfunktionären lieb ist, meint, jetzt müsse "ein neuer Sportdirektor her". Bader hingegen verwies nur darauf, dass sein früherer Arbeitgeber, der 1. FC Nürnberg, nach Anlaufproblemen inzwischen gut im Aufstiegsrennen zur ersten Bundesliga liege. Mit Spielern, die er zusammen mit Christian Möckel geholt hat.

Bundesliga Der alte Schaaf und der Abstieg

Hannover 96

Der alte Schaaf und der Abstieg

Es steht schlecht um Hannover 96, auch die Kritik am erschreckend erfolglosen Trainer wächst. Geht der Klub mit ihm trotzdem in die zweite Liga?   Von Carsten Eberts