Amos Pieper:In der Eisdiele zum Abräumer ausgebildet

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Amos Pieper: Seht her, ich bin unschuldig! Bremens Verteidiger Amos Pieper beschwichtigt mal wieder den Schiedsrichter.

Seht her, ich bin unschuldig! Bremens Verteidiger Amos Pieper beschwichtigt mal wieder den Schiedsrichter.

(Foto: Teresa Kröger/Imago/Nordphoto)

Fünf gelbe Karten in sieben Spielen: Bremens Verteidiger Amos Pieper wandelt auf den Spuren des unvergleichlichen René Rydlewicz - und hat sich einen besonderen Spitznamen verdient.

Glosse von Ulrich Hartmann

Die Familie Pieper hat es sich in dem münsterländischen Örtchen Nordkirchen zur Lebensaufgabe gemacht, den Menschen Freude zu bereiten. Sie betreibt unweit eines als "Westfälisches Versailles" bekannt gewordenen Barockschlosses eine Eisdiele. Als Arminia Bielefeld vor zwei Jahren Zweitliga-Meister wurde und in die Bundesliga aufstieg, gab es bei den Piepers einen blau-weißen Arminia-Meisterbecher mit Vanille-Eis und Blaubeersoße sowie als Dreingabe zu jedem fünften Becher ein Autogramm von Amos Pieper.

Der Sohn des Hauses ist im Sommer von Arminia Bielefeld zu Werder Bremen gewechselt. Als Innenverteidiger kann er es sich nicht leisten, seinen Gegenspielern Freude zu bereiten. Der 24-Jährige entwickelt sich zu einem eiskalten Abräumer. Soeben hat er am siebten Spieltag schon seine fünfte gelbe Karte gesehen und ist deshalb in der nächsten Partie gesperrt.

In Anlehnung an einen als recht grob bekannt gewordenen spanischen Innenverteidiger etabliert sich für Pieper gerade der Spitzname "Sergio Amos". In der Eisdiele in Nordkirchen beabsichtigen sie trotzdem keinen gelb-roten Spezialbecher (Mango-Eis mit Erdbeersoße) in den spanischen Farben anzubieten.

Bundesliga-Rekordhalter ist Pieper mit seiner fünften Gelben im siebten Spiel ohnehin nicht. Vor 21 Jahren hat der Fußballer René Rydlewicz für Hansa Rostock bereits im fünften Saisonspiel die fünfte gelbe Karte gesehen. Schneller kann man sich keine Gelb-Sperre abholen und gelungen ist dies seither auch keinem weiteren Fußballer. Rydlewicz ist trotzdem ein tröstliches Beispiel dafür, dass geballte Fair-Play-Vergehen einem pädagogisch gewidmeten Lebensweg nicht abträglich sind. Der 49-Jährige ist mittlerweile Lehrer an der Erich-Kästner-Grundschule in Cottbus.

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