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Fußball-Bundesliga:Bremen und Berlin gehen baden

Nach der Pleite in Cottbus scheint Werder seine Ambitionen nach oben begraben zu müssen. Hertha BSC verliert bei weiterhin aufstrebenden Wolfsburgern und gibt die Tabellenführung ab.

Für Werder Bremen dürfte der Zug in Richtung internationaler Startplätze wohl endgültig abgefahren sein und eine unruhige Woche anbrechen. Selbst beim Abstiegskandidaten Energie Cottbus verpassten die über weite Strecken enttäuschenden Hanseaten den ersten Rückrundensieg und verloren mit 1:2 (0:0). Werder dümpelt mit 27 Punkten weiterhin im Mittelfeld der Tabelle und steuert auf Krise zu.

Nichts geht mehr bei Werder. Auch in Cottbus war für die Bremer Baumann, Boenisch und Mertesacker (v.l.n.r) wenig zu holen.

(Foto: Foto: ddp)

Der Portugiese Hugo Almeida hatte Bremen zwar in Führung gebracht (46.), doch die tapfer kämpfenden Cottbuser erzielten nur fünf Minuten später den verdienten Ausgleich durch Ivica Iliev (51.) und durch Dimitar Rangelow (90.) den Siegtreffer. Vor 14.780 Zuschauer im Stadion der Freundschaft hatten die Gäste zu Beginn zwar mehr Ballbesitz, wussten daraus jedoch kein Kapital zu schlagen. Auch Rückkehrer Diego tat sich nach abgesessener Sperre schwer, dem Bremer Spiel Impulse zu geben. Zudem bekam der Spielmacher früh die Härte des Gegners zu spüren. Bereits nach anderthalb Minuten musste der Brasilianer nach einem harten Foul von Bewacher Timo Rost an der Seitenlinie behandelt werden.

Die Cottbuser versuchten, über Konter zum Erfolg zu kommen. Dabei gefiel vor allem der schnelle Bulgare Dimitar Rangelow, der den Bremer Linksverteidiger Sebastian Boenisch vor viele Probleme stellte. Die beste Chance der ersten Halbzeit vergab jedoch Energie-Kapitän Timo Rost nach einem Stellungsfehler von Naldo mit einem Kopfball aus fünf Metern (34.). Auf der Gegenseite vergab Hugo Almeida kurz vor dem Habzeitpfiff mit einem Linksschuss.

Führung durch Almeida

Besser machte es der Portugiese nur eine Minute nach dem Seitenwechsel: Nach einer mustergültigen Flanke von Clemens Fritz konnte Almeida unbehindert zur Bremer Führung einköpfen. Energie ließ sich durch den Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen und antwortete durch Iliev. In der Folgezeit entwickelte sich eine unterhaltsame Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Das bessere Ende hatten dann am Ende die überzeugenden und äußerst kampfstarken Lausitzer.

Ebenfalls überzeugen konnte der VfL Wolfsburg. Ein Doppelpack von VfL-Stürmer Edin Dzeko stürzte Hertha BSC nach nur einer Woche an der Spitze der Fußball-Bundesliga vom Thron. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verlor am Samstag mit 1:2 (0:0) beim heimstarken VfL Wolfsburg und kassierte die erste Rückrunden-Niederlage. In einer nach der Pause rassigen und gutklassigen Partie reichte den Berlinern das Führungstor von Cicero (62. Minute) nicht zum angestrebten Sieg. Die Niedersachsen drehten dank der Treffsicherheit ihres bosnischen Torjäges in der 72. und 84. Minute das Spiel und feierten vor 29 300 Zuschauern den neunten Heimsieg im zehnten Spiel.

Zu Beginn des Spiels hatten zunächst die Abwehrreihen dominiert. Beiden Mannschaften merkte man den gegenseitigen Respekt deutlich an, so dass sich in der ersten Halbzeit kaum Torchancen ergaben. Hertha begann zwar recht forsch, doch im Angriff hatte Andrej Woronin in Abwesenheit des weiterhin verletzten Marko Pantelic als Alleinunterhalter einen schweren Stand. Dennoch brachten die Berliner den Ball einmal im VfL-Tor unter. Doch Schiedsrichter Knut Kircher verwehrte dem Kopfball des Brasilianers Cicero (30.) nach einer Ecke von Patrick Ebert wegen Foulspiels die Anerkennung.

Friedrich und Simunic weiter stark

Die beste Wolfsburger Chance hatte kurz vor der Pause der agile Marcel Schäfer, der sich im linken Mittelfeld um druckvolles Spiel bemühte. Sein Schuss strich knapp am Tor von Hertha-Keeper Jaroslav Drobny vorbei, der ansonsten nur bei Eckbällen auf der Hut sein musste. Alle anderen kniffligen Situationen bereinigte zumeist das gut postierte Berliner Innenverteidiger-Duo Josip Simunic und Arne Friedrich.

In der zweiten Halbzeit verstärkte zunächst Hertha die Offensive. Nachdem Pal Dardei (55.) zunächst scheiterte, war das Kopfballtor von Cicero die logische Konsequenz der Berliner Überlegenheit. Der Rückstand rüttelte die Wolfsburger aber noch einmal auf. Die Mannschaft bäumte sich erfolgreich gegen die drohende erste Heimniederlage auf und konnte sich bei Dzeko bedanken, der mit seinen Saisontoren neun und zehn den Nimbus bewahrte.

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