Fußball-Bundesliga:Bayern München - Stolperer vom Dienst

Der FC Bayern kommt nicht in Fahrt: Gegen Bremen spielen die Münchner nur 0:0, obwohl dem Gegner wichtige Akteure fehlen. Trainer Louis van Gaal kritisiert die Offensive, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Fifa.

Bayern München kommt nicht in Fahrt. Der deutsche Fußball-Meister musste sich im Bundesliga-Topspiel gegen den personell arg geschwächten SV Werder Bremen mit einem 0:0 begnügen. 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Münchner Allianz Arena erlebten am 65. Geburtstag von Franz Beckenbauer ein Spiel der vergebenen Torchancen mit zwei starken Schlussmännern, Jörg Butt bei Bayern und Tim Wiese im Bremer Tor.

Beide Mannschaften haben nach drei Spieltagen jeweils vier Zähler auf dem Konto. Vor dem Start in die Champions League durften aber nur die Bremer das Unentschieden als Erfolg betrachten. "Wir sind natürlich unzufrieden mit dem Punkt. Das war zu wenig", sagte Bayern-Schlussmann Butt. Trainer Louis van Gaal kritisierte den erneut mangelhaften Abschluss. "Wir haben die meisten Chancen kreiert und auch die besten - dann muss man auch ein Tor machen. Das ist Qualität, aber auch ein bisschen Glück, jetzt haben wir kein Glück. Es ist immer ein Zentimeter", klagte der Niederländer.

Vostandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärt, es sei nach der WM und der jüngsten Länderspielpause völlig klar, dass die Mannschaft noch nicht im Rhythmus sein könne. Man werde eine solche Terminierung auch "so nicht mehr akzeptieren", für die Trainer sei das nicht hinnehmbar. Er appelliere ganz dringend an die Fifa, das zu ändern.

Werder-Trainer Thomas Schaaf empfand das Resultat als gerecht und war mit dem Auftritt zufrieden. "Wir haben immer wieder unsere Möglichkeiten gesucht. Leider haben nicht immer ganz so ruhig zu Ende gespielt, dann wäre mehr drin gewesen", sagte Schaaf. Werder kompensierte die großen Abwehrprobleme mit den Ausfällen der verletzten Innenverteidiger Per Mertesacker und Naldo sowie dem Fehlen von Torjäger Claudio Pizarro im Angriff erstaunlich gut. Die Neuzugänge fügten sich gut ein: Der technisch begabte Brasilianer Wesley ließ seine Fähigkeiten aufblitzen, der Franzose Mikael Silvestre agierte links hinten nach Anfangsproblemen solide.

Die Bremer hätten die Partie zudem fast mit einem Paukenschlag eröffnet: Nach einem Freistoß des sehr agilen Marko Marin köpfte Abwehrspieler Sebastian Prödl an den Pfosten, von dort prallte der Ball ans Bein von Bayern-Keeper Butt und weiter an die Torlatte (5.). "Das gibt es nicht", befand Schaaf lächelnd. Bei den Münchnern hatte Nationalspieler Thomas Müller die ersten Möglichkeiten und vergab dabei eine Großchance mit dem Kopf (11.). Später scheiterte Franck Ribéry in seinem 75. Bundesligaspiel nach einem feinem Konter über Ivica Olic an dem ebenfalls stark haltenden Wiese (24.).

Die Bayern taten sich schwer, Kombinationen aufzuziehen und Lücken zu finden. Ihrem Spiel fehlte es an Präzision und Schwung. Auf der Gegenseite wirbelte Marin, der Butt auch mit einem prächtigen Distanzschuss zu einer Parade zwang (32.). Nach der Pause kam bei den Münchnern Toni Kroos für den wirkungslosen Miroslav Klose. Der Youngster sollte zentral als Ideengeber dem Offensivspiel mehr Impulse geben, was ihm auch gelang. Zunächst aber versuchte es Ribéry aus der Distanz (47.). Angetrieben von dem Franzosen erhöhten die Bayern den Druck, nach Ribéry-Zuspiel verzog Kroos (53.). Nur eine Minute später scheiterte der 20-Jährige am reaktionsschnellen Wiese.

Werder konterte, oft über Marin - die Spannung stieg. Nach einem Solo von Ribéry war Wiese dann wieder hellwach (63.). Die Chancen häuften sich: Butt lenkte einen 17-Meter-Schuss von Marko Arnautovic zur Ecke ab (64.), auf der Gegenseite tat Wiese dasselbe nach einem Kroos-Schuss (67.). Die Frage war, wer das Tor erzwingt, die anrennenden Bayern oder die konternden Hanseaten? Der gerade eingewechselte Tim Borowski verpasste es auf Bremer Seite nach Marins Vorarbeit haarscharf (70.). "Joker" Mario Gomez verstolperte in der 81. Minute eigensinnig.

© sueddeutsche.de/dpa/sid/aum
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