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Fußball-Bundesliga:Ackerball bei den Profis

Als hätte der Profifußball in Corona-Zeiten nicht genug Sorgen, ist ein weiteres Problem hinzugekommen: Die Spielfelder kapitulieren vor der Dauerbelastung, Spieler und Trainer schimpfen über die bräun-gelblichen statt sattgrünen Holperstolperböden - botanische Fachfirmen melden Hochkonjunktur. "Im Winter haben wir immer volle Auftragsbücher. Aber dieses Jahr ist der Druck größer, weil die Spielintensität in Monaten, in denen wir gar keine Regeneration des Rasens haben, sehr, sehr hoch ist", sagt Arnd Peiffer.

Seine Firma aus Willich ist einer der größten Sportplatzbauer Europas, Rollrasen vom Niederrhein liegt in Profistadien von Lissabon bis Stockholm. In dieser Woche war das mächtig strapazierte Spielfeld von Union Berlin an der Reihe. "Bislang gab es zumindest eine vierwöchige Winterpause, jetzt wird praktisch durchgespielt", sagt der Experte. Davon erhole sich der Rasen im Winter nicht, und bei Durchschnittstemperaturen unter sieben Grad wachse er nicht nach. "Manche Vereine haben als Lösungsansatz, den Rasen zu beleuchten", sagt Peiffer, "das ist aber mit hohen, zum Teil siebenstelligen Kosten verbunden. Dementsprechend wird zurzeit relativ viel getauscht." Das koste einen niedrigen sechsstelligen Betrag und gehe flott vonstatten. Die Misere des Grüns ist aber nicht nur der Belastung, sondern auch der Architektur geschuldet. "Es gibt Arenen, die sehr hoch und eng gebaut sind, da geht der Rasen auch relativ schnell wieder kaputt", sagt Peiffer: "Er bekommt einfach kein Licht, keine Sonne. Wenn ich eine Zimmerpflanze in den Keller stelle, geht die auch ein. Eine solche Arena ist auch jene auf Schalke. Dort ist Arnd Peiffer am kommenden Wochenende im Einsatz.

© SZ vom 27.01.2021 / sid
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