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Fußball - Bremen:Kohfeldt bestätigt: Werder sucht weitere Verstärkungen

Bremen (dpa/lni) - Vor einem Jahr gab es in der Sommerpause von Werder Bremen vor allem ein großes Thema: Der viermalige deutsche Meister will wieder zurück in den Europapokal. Auch diesmal dreht sich während der Saisonvorbereitung der Bremer vieles um nur eine Frage: Welche Spieler kommen wann für welche Position?

Nach dem Abschluss eines zehntägigen Trainingslagers im österreichischen Zell am Ziller hat sich am Wochenende auch Trainer Florian Kohfeldt zu den möglichen Sommertransfers des Fußball-Bundesligisten geäußert und dabei bestätigt: Werder möchte bis zum Saisonstart am 17. August noch mindestens einen Außenverteidiger und einen defensiven Mittelfeldspieler verpflichten.

"Wo wir jemanden holen müssen, der sofort spielen kann, ist in der Abwehr", sagte der Werder-Coach. "Wir suchen jemanden, der weitestgehend beide Seiten spielen kann." Außerdem erklärte Kohfeldt: "Einen Mittelfeldspieler wollen wir auch noch dazu holen."

Der Hintergrund ist: Werder benötigt hinten links und hinten rechts jeweils eine Alternative zu den Stammspielern Ludwig Augustinsson und Theodor Gebre Selassie. Bislang standen dafür der Schwede Felix Beijmo und der Österreicher Marco Friedl bereit. Doch der eine hat den Nachweis seiner Bundesliga-Tauglichkeit bisher noch nicht erbringen können, während der andere spätestens nach den Verletzungen von Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic eher für die Innenverteidigung vorgesehen ist. Auch im defensiven Mittelfeld sind die Bremer nach der Knie-OP von Philipp Bargfrede zu dünn besetzt.

Was den Zeitpunkt möglicher Neuverpflichtungen angeht, sagte Kohfeldt über beide Positionen: "Wir haben unsere Wunschkandidaten, sind in Gesprächen und befinden uns schon nach dem Scouting-Stadium." Jeder Tag, an dem man einen Neuzugang früher bekomme, "ist ein guter Tag."

Trotzdem könne es sein, "dass es noch dauert", meinte der Bremer Trainer. "Wir werden nichts machen, um etwas gemacht zu haben. Da passieren die größten Fehler." Außerdem sei es in diesem Jahr kein Problem, neue Spieler erst kurz vor dem Saisonstart zu integrieren, "weil sie in ein Korsett kommen, in dem ganz viele schon da sind, die in der Rückrunde eine außergewöhnliche Leistung gebracht haben."

Bislang hat Werder rund zehn Millionen Euro für den Stürmer Niclas Füllkrug von Hannover 96 sowie den bislang nur von Bayern München ausgeliehenen Friedl ausgegeben. Das schränkt den Spielraum für weitere Transfers ein und macht auch eine Verpflichtung des teuren Mittelfeldspielers Michael Gregoritsch vom FC Augsburg so schwierig.

Zum Abschluss des Trainingslagers in Österreich spielte Werder am Samstag 1:1 gegen den Zweitligisten Darmstadt 98. "Ich habe die 90 Minuten grundsätzlich positiv gesehen", sagte Kohfeldt danach. "Darmstadt hat hier die ersten 60 Minuten mit der Startelf gespielt, die wahrscheinlich so auch zum Zweitliga-Start in Hamburg auflaufen wird. Wir hingegen hatten noch einige, die uns einfach fehlen."