Fußball - Berlin:Stimmung am Scheideweg: Auch Korkut hat nun "Muss-Spiele"

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Bayern
Herthas Lucas Tousart (l) gegen Münchens Niklas Süle. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - Dieses kleine Missgeschick konnte Tayfun Korkut problemlos beheben. Schnell hatte der Trainer von Hertha BSC die von ihm versehentlich umgestoßenen Cola-Flaschen auf dem Presse-Podium wieder aufgestellt, kompakt geordnet wie eine Fünfer-Abwehrkette. Wenn die unübersehbaren Schwierigkeiten seiner Mannschaft im gleichen Tempo abzustellen wären, dürfte es dem Chefcoach der Berliner deutlich wohler zu Mute sein. Platz 13 und nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang bleiben ein bedrohliches Szenario.

"Wir müssen schauen, dass wir die ganze Woche schnell hinter uns bringen", fasste Korkut die ernüchternden Tage mit der Derby-Pleite im Pokal gegen den 1. FC Union (2:3) und dem am Sonntag folgenden 1:4 gegen den FC Bayern in der Fußball-Bundesliga zusammen - nachdem die Brauseflaschen wieder sortiert waren.

Es war eine reine Interpretationsfrage, ob die kämpferisch akzeptable Leistung gegen den in allen Belangen überlegenen Rekordmeister aus München schon ausreichte, um die großen Eruptionen der Berliner Fußball-Unzufriedenheit zu besänftigen. Aus der Fan-Kurve kamen am Sonntag akustisch eher versöhnliche, schlimmstenfalls ironische Signale. Der aggressive Platzsturm einiger Fans beim Geheimtraining am Samstag hatte aber natürlich zusätzlich Spuren hinterlassen. Allen bei Hertha ist klar: Die Stimmung darf nicht weiter kippen.

"Emotionalität gehört dazu, auch Botschaften weiterzugeben. Die Art und Weise, da bin ich mir sicher, da gibt es bessere", sagte Korkut zu den Ereignissen auf dem Schenkendorff-Platz am Vortag der mehrheitlich erwarteten Pleite gegen die Bayern. Der Trainer hatte immerhin "neue Erkenntnisse" parat, die eher wie ein möglichst bald einzulösendes Versprechen klangen. Nämlich: "Wir werden dran bleiben und versuchen, in den nächsten Spielen unsere Punkte zu holen."

Durch die ungewöhnliche Winterpause der Bundesliga sind es zwölf Tage bis zum nächsten Heimspiel gegen den VfL Bochum am 4. Februar. Danach geht es zur SpVgg Greuther Fürth. In der Hinrunde hatte Korkuts Vorgänger Pal Dardai diese Partien nach dem Fehlstart als "Muss-Spiele" bezeichnet und sechs Punkte geholt. Die braucht Korkut nun auch. "Bei uns steht Arbeit an", sagte der 47-Jährige.

© dpa-infocom, dpa:220123-99-821915/3

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