Fünffach-Torschütze des FC Bayern "Lewangoalski" statt "Lewandoofski"

Der die Bayern beglückt: Stürmer Robert Lewandowski (rechts).

(Foto: AP)

Spitznamen mögen vergehen, doch seinen Platz in der Fußball-Geschichte hat Fünffach-Torschütze Robert Lewandowski nun sicher.

Von Benedikt Warmbrunn

Wie schnelllebig die Fußballwelt ist, lässt sich auch an den Spitznamen ihrer Hauptdarsteller ablesen. Ganz zu Beginn seiner Karriere, als der Stürmer Robert Lewandowski 19 Jahre alt war, für den polnischen Zweitligisten Znicz Pruszków spielte und vom Ruhm noch träumte, riefen ihn alle einfach "Bobek". Vier Jahre später wechselte er zum Bundesligisten Borussia Dortmund, aber weil er das Tor zunächst fast nie traf, nannte ihn die Boulevardpresse "Lewandoofski". Er hat auch das überstanden, aber dass die Spitznamen auf dem Weg zum Ruhm zwar freundlicher, jedoch nicht unbedingt origineller werden, weiß Lewandowski spätestens seit diesem Dienstagabend. Nun heißt er "Lewahnsinndowski", "Lewangoalski" oder "The Big Lewandowski".

Die Spitznamen werden möglicherweise vergehen, vergessen werden wird der Name von Robert Lewandowski in der Fußballwelt nicht mehr.

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Fünf Tore erzielte der Angreifer des FC Bayern am Dienstag beim 5:1 in der Partie gegen den VfL Wolfsburg, dabei brach er gleich mehrere Rekorde: Er erzielte den schnellsten Dreierpack der Bundesliga-Geschichte (drei Minuten 22 Sekunden), den schnellsten Viererpack (fünf Minuten 42 Sekunden), den schnellsten Fünferpack (acht Minuten 59 Sekunden); außerdem traf er als erster Einwechselspieler überhaupt fünf Mal. Für den Stürmer war der Abend der vorläufige Höhepunkt einer Karriere, in der er sich stetig dem Ruhm angenähert hat.

Mit krawalligen Methoden zum FC Bayern

Lewandowski, 1988 in Warschau geboren als Sohn eines Judoka und einer Volleyballerin, musste nach dem Tod des Vaters bereits als 16-Jähriger mit dem Fußball die Familie ernähren. Früh wurde er somit sehr selbständig, er lernte diese Beharrlichkeit, durch die er seine Karriere immer weiter vorangetrieben hat. Er wurde Torschützenkönig in der dritten, der zweiten, der ersten polnischen Liga, und später, als ihn in Dortmund schon keiner mehr "Lewandoofski" nannte, auch in der Bundesliga. Mit der Borussia gewann er zweimal die Meisterschaft, einmal den DFB-Pokal; 2013 schoss er die Mannschaft mit vier Toren im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid ins Finale.

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Anschließend wollte er zum FC Bayern wechseln, seine beiden Berater drangen darauf mit sehr krawalligen Methoden. Und obwohl sich der Spieler und der Verein früh einig waren, zog sich der Wechsel rekordverdächtig lange hin, was auch teilweise mit den krawalligen Methoden zu tun hatte. Doch dass sich all die Aufregung gelohnt hat, hatte Lewandowski schon vor seinem Fünferpack bewiesen, in 36 Bundesligaspielen für den FC Bayern traf er nun 25 Mal.

Ob eine Steigerung des Torrekords möglich sein wird? Unwahrscheinlich. Allerdings hatte Lewandowski erst im Juni für die polnische Nationalmannschaft drei Treffer erzielt; es war ein Rekord in einem Spiel der EM-Qualifikation. Damals benötigte er für seinen Hattrick noch exakt vier Minuten.

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