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Fünf Tore in einem Spiel:Spanien feiert fünffachen Falcao

Atletico Madrid's Falcao celebrates his goal against Deportivo La Coruna during their Spanish first division soccer match in Madrid

Fünffacher Jubel: Falcao war gegen La Coruna nicht zu stoppen. 

(Foto: REUTERS)

Atletico Madrids Stürmer schafft sagenhafte fünf Treffer gegen La Coruna, Robin van Persie entscheidet dramatisches Manchester-Derby. Mesut Özil ist der große Gewinner beim Sieg von Madrid gegen Valladolid. Inters Wesley Sneijder könnte bald nach Paris wechseln, bei Arsenal gibt es Gerüchte um eine Rückkehr von Thierry Henry.

Spanien, Rekord: Radamel Falcao von Atletico Madrid hat im Kampf um die Torjägerkrone der Primera Division eine eindrucksvolle Kampfansage an Lionel Messi und Cristiano Ronaldo gesendet. Beim 6:0 (3:0)-Heimsieg über Deportivo La Coruina erzielte der Kolumbianer fünf Treffer, darunter einen Hattrick in der zweiten Halbzeit. Madrid bleibt damit erster Verfolger von Spitzenreiter FC Barcelona, der bei Betis Sevilla am späten Sonntagabend 2:1 (2:1) gewann. Ein Fünferpack war in Spaniens Eliteklasse zuletzt im Februar 2002 Fernando Morientes beim 7:0 des FC Valencia gegen UD Las Palmas gelungen. Den Liga-Rekord halten mit sieben Treffern Agustin "Bata" Sauto beim 12:1 von Athletic Bilbao gegen den FC Barcelona in der Saison 1930/31 und Barca-Legende Ladislao Kubala beim 9:0 gegen Sporting Gijon in der Saison 1951/52. In der Torjägerliste liegt Falcao mit 16 Treffern in 15 Spielen hinter Barcas Messi (23), der gegen Betis zweimal traf und mit nun 86 Toren Gerd Müllers Bestmarke von 85 Toren in einem Kalenderjahr übertraf. Real Madris Ronaldo liegt bei 13 Toren.

Inter Mailand, möglicher Transfer: Wesley Sneijder ist in aller Munde, nur Inter-Trainer Andrea Stramaccioni redet nicht mehr gern über den niederländischen Nationalspieler. Seitdem der 36-Jährige bei Inter das Sagen hat, ist der Mittelfeldmann zum Problemfall verkommen und nun anscheinend kur vor dem Abschied Richtung Paris. Der plötzlich sparsame Nobelclub will ihm das Gehalt um ein Drittel kürzen. Akzeptiert der 28-Jährige nicht, kann er gehen. Sneijder empfindet das als Erpressung, seine Verbannung aus dem Team als Mobbing. Als Inter seine Aufholjagd am Sonntag mit dem 2:1-Sieg im Verfolgerduell gegen den SSC Neapel krönte und sich vier Punkte hinter Titelverteidiger Juventus Turin auf Platz zwei verbesserte, schaute der Niederländer wieder nur genervt zu. Sneijder will im Januar in Paris anheuern. Laut der L'Équipe hat er bereits Paris Saint Germains Sportdirektor Leonardo angerufen. Ein erfolgloser Hilferuf, mutmaßte das französische Sportblatt am Montag. Italiens Fußballbibel Gazzetta dello Sport meldete am selben Tag dagegen ein erstes Angebot: PSG wolle Inter 12 Millionen Euro Ablöse und "Wes" ein Netto-Spielergehalt von 6,5 Millionen für drei Jahre zahlen.

FC Arsenal, Thierry Henry: Der ehemalige Weltmeister steht anscheinend vor einer erneuten Rückkehr zu seinem kriselnden Ex-Verein FC Arsenal in die Premier League. Wie verschiedene britische Medien berichten, soll der 35 Jahre alte Stürmer auf Leihbasis vom US-Klub New York Red Bulls zum Verein der deutschen Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker kommen und könnte bereits am 6. Januar im FA Cup gegen Swansea eingesetzt werden. Teammanager Arsene Wenger würde den Franzosen gerne bis zum Saisonende im Mai behalten, New York drängt aber auf eine Rückkehr im März, wenn die MLS-Spielzeit beginnt. Nach acht Jahren im Trikot der Gunners von 1999 bis 2007 sowie einer Ausleihe zu Beginn dieses Jahres, als Henry in vier Ligaspielen zwei Tore erzielte, wäre es Henrys drittes Engagement bei den Londonern. In der Liga liegt Arsenal mit 15 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United (39 Punkte) nur auf dem siebten Tabellenrang.

England, Premier League: Manchester United hat seine Tabellenführung in der englischen Premier League ausgebaut. Nach dem 3:2 (2:0)-Sieg im Stadtderby beim Titelverteidiger und direkten Verfolger Manchester City beträgt der Vorsprung der Mannschaft von Teammanager Alex Ferguson nunmehr sechs Punkte auf die Citizens, die vier Tage nach dem blamablen Vorrunden-Aus in der Champions League ihre erste Saisonniederlage kassierten. Mit seinem dritten Doppelpack und den Saisontoren fünf und sechs legte Englands Nationalspieler Wayne Rooney (16. und 29.) den Grundstein zum Sieg bereits vor der Halbzeitpause, den entscheidenden Treffer setzte Robin van Persie mit einem abgefälschten Freistoß in der Nachspielzeit. Zuvor hatten Yaya Toure (60.) und Pablo Zabaleta (86.) für den zwischnzeitlichen 2:2-Ausgleich gesorgt. Nach dem Siegtreffer sorgte ManUniteds Nationalspieler Riu Ferdinand für ein Kuriosum. Der Abwehrchef bejubelte das Tor, indem er sich sein Trikot über den Kopf zog, dabei rammte er sich allerdings seine Hand ans linke Auge. Die Folge war ein blutiger Cut an der Augenbraue.

Der FC Arsenal um die deutschen Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski und Per Mertesacker hatte bereits am Samstag seine Mini-Krise beendet. Zum Auftakt des 16. Spieltages kamen die Gunners nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg am Samstag zu einem wichtigen 2:0 (1:0) gegen West Bromwich Albion und haben wieder Kontakt zu den internationalen Plätzen aufgenommen. Die Treffer erzielte der Spanier Mikel Arteta jeweils per Elfmeter (26./64.). Mit 24 Zählern kletterte die Mannschaft von Teammanager Arsene Wenger vor den Sonntagsspielen auf den sechsten Rang hinter West Bromwich (26). Podolski wurde in der 87. Minute eingewechselt, Mertesacker stand erneut in der Startelf und spielte durch.

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Müller gibt den Genießer am Elfmeterpunkt

Derweil hat Fernando Torres das Trainer-Engagement seines spanischen Landsmannes Rafael Benitez beim FC Chelsea offenbar beflügelt. Drei Tage nach seinem Doppelpack beim 6:1 der Blues in der Champions League gegen den FC Nordsjaelland leitete der Stürmer mit zwei Treffern im ersten Durchgang (11./45.+2) das 3:1 (2:0) beim FC Sunderland ein. Es war der erste Liga-Sieg unter Benitez, der im November das Amt von Teammanager Roberto Di Matteo übernommen hatte. In der Tabelle festigte der Champions-League-Sieger mit 29 Punkten den dritten Rang.

Italien, Serie A: Der italienische Rekordmeister Juventus Turin bleibt in der Serie A souveräner Spitzenreiter. Juve gewann am 16. Spieltag durch einen Treffer des Schweizer Abwehrspielers Stephan Lichtsteiner (50.) 1:0 (0:0) bei US Palermo und hat nach dem zwölften Saisonsieg nun 38 Punkte auf dem Konto. Am Abend trafen im Verfolgerduell noch der Tabellendritte Inter Mailand (31) und der zweitplatzierte SSC Neapel (33) aufeinander. Miroslav Klose tritt mit Lazio Rom erst am Montag (21.00 Uhr) beim SSC Neapel an. Im Aufwärtstrend bleibt unterdessen der AC Mailand, der beim 4:2 (1:1)-Auswärtssieg über den FC Turin den dritten Dreier in Serie verbuchte und den siebten Platz festigte. Der frühere U21-Nationalspieler Kevin-Prince Boateng fehlte rotgesperrt.

Spanien, Primera Division: In der spanischen Liga hat hat Mesut Özil Real Madrid in der spanischen Fußball-Meisterschaft mit einem Doppelpack den zehnten Saisonsieg beschert. Beim 3:2 (2:2) des Titelverteidigers bei Real Valladolid erzielte der deutsche Nationalspieler am Samstagabend kurz vor der Pause den Ausgleich zum 2:2 und in der 72. Minute den Siegtreffer. Der Mittelfeldspieler, der seinen zweiten Doppelpack in der Primera Division erzielte, steht nun bei vier Saisontoren, allesamt erzielt in den jüngsten vier Spielen.

Die Mannschaft von Trainer José Mourinho verkürzte den Rückstand auf Tabellenführer FC Barcelona, der erst am Sonntag bei Betis Sevilla antreten muss, damit zunächst auf acht Punkte. Die Gastgeber gingen durch Manucho Goncalves (7. und 22.) zweimal in Führung, den Ausgleich für Real zum 1:1 besorgte Karim Benzema (12.). Dann schlug Özil zweimal zu. Bei Valladolid musste der ehemalige Herthaner Patrick Ebert nach 30 Minuten ausgewechselt werden.

Hannover 96, Mirko Slomka: Nach monatelangem Hin und Her hat Trainer Mirko Slomka seinen Vertrag um drei weitere Jahre verlängert. Er unterschrieb am Samstag ebenso wie Clubchef Martin Kind und Geschäftsführer Jörg Schmadtke den neuen Kontrakt, der bis 2016 gilt. Bereits während der Woche hatten Vereinsverantwortliche und Trainer die grundsätzliche Einigung auf einen neuen Vertrag bestätigt. Zuvor hatte es bei den zähen Verhandlungen mehrfach Irritationen gegeben. Slomka ist seit dem 19. Februar 2010 Cheftrainer in Hannover. Der 45 Jahre alte Coach führte den Club zunächst zum Klassenerhalt und danach zweimal in Folge in die Europa League. Das Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Sonntag (17.30 Uhr) war das 100. des Fußball-Lehrers bei 96. Vor der Unterschrift am Samstag gab es einige Probleme zwischen den Verhandlungsparteien, der Club hatte dem Trainer schließlich ein Ultimatum gestellt. Slomka selbst hatte geklagt: "Hier ist immer Riesen-Theater." Bereits vor der bisher letzten Verlängerung im Januar 2011 hatte es Verzögerungen und öffentliche Vorwürfe gegeben.

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Müller gibt den Genießer am Elfmeterpunkt

Niersbach, EM 2020: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sieht in Deutschland mindestens neun Kandidaten für die Austragung von Spielen der "Europa-EM" 2020. Im Interview mit der Bild am Sonntag skizzierte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zudem erstmals mögliche Kriterien. "Die Uefa wird klare Vorgaben machen, aber sie überlässt die Wahl der Kandidaten dem jeweiligen Verband. Ein entscheidender Faktor wird die Stadion-Kapazität sein, da rechne ich mit mindestens 50.000 Sitzplätzen", sagte Niersbach. "Dazu kommen ein internationaler Flughafen und die Bereitschaft, Fan-Zonen einzurichten." Neben Berlin und München, die bereits Interesse bekundet haben, nannte Niersbach Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Dortmund, Gelsenkirchen, Düsseldorf und Köln. "Wir werden ab März 2013 eine Ausschreibung machen und am Ende eine Stadt benennen", sagte der 62-Jährige. Michel Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union, hatte die revolutionäre Idee einer EM präsentiert, die über ganz Europa verteilt in zwölf bis 13 Metropolen ausgespielt wird. Das Exekutivkomitee der Uefa stimmte dem Vorschlag am Donnerstag zu.

Zweite Liga, Trainerentlassung: Dynamo Dresden hat auf seine sportliche Talfahrt reagiert und Trainer Ralf Loose mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Diese Entscheidung traf die Klubführung in der Nacht nach der 0:3-Heimniederlage gegen den VfL Bochum. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg haben sich die Abstiegssorgen des achtmaligen DDR-Oberliga-Meisters nochmal verschärft. Dynamos Sportlicher Leiter Steffen Menze wird die Mannschaft am kommenden Sonntag bei 1860 München als Interimstrainer betreuen. Ihm zur Seite stehen Co-Trainer Nico Däbritz und Torwarttrainer Gunnar Grundmann. Zur Vorbereitung auf die Rückrunde soll jedoch ein neuer Chefcoach verpflichtet werden. "Nachdem wir im bisherigen Saisonverlauf schon einige kritische Situationen gemeinsam überstanden hatten, sahen wir uns nach der Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten dazu gezwungen, unsere Situation neu zu überdenken", sagte Menze.

Zweite Liga, Gewalt: Ein brisanter Vorfall nach dem Zweitliga-Duell Dynamo Dresden gegen den VfL Bochum (0:3) beschäftigt die Verantwortlichen beider Vereine. Nach Aussagen von VfL-Manager und Sportvorstand Jens Todt sowie VfL-Sprecher Christian Schönhals soll Bochums Profi Holmar Örn Eyjolfsson von einem Ordner tätlich angegriffen worden sein. Der zuvor des Feldes verwiesene Eyjolfsson habe nach dem Abpfiff die Mauer von der Tribüne zum Innenraum übersprungen, um mit seinen Teamkollegen den Auswärtssieg zu feiern. Ordner hätten ihn daraufhin festgehalten, einer habe ihn gewürgt. Dies hatte zuvor bereits die Bild am Sonntag berichtet. "Wenn man das Gefühl haben muss, dass ein Spieler vor einem Ordner geschützt werden muss, ist etwas grundsätzlich schief gelaufen", sagte Todt am Sonntag auf dpa-Nachfrage. Schönhals ergänzte: "Ordner sind dazu da, deeskalierend zu wirken. Das war aber sehr aggressiv." Von Dynamo Dresden war keine Stellungnahme zu bekommen. Die Verantwortlichen wollten sich zunächst mit den Beteiligten besprechen. Zu klären ist, ob Eyjolfsson als Teammitglied des VfL Bochum auszumachen war oder ihn die Ordner für einen enttäuschten Fan hielten. Schönhals betonte: "Er war klar als VfL-Spieler zu erkennen", da er einen Wintermantel des Zweitligisten getragen habe.

Klub-WM, Japan: Al-Ahly Kairo und CF Monterrey aus Mexiko haben am Sonntag das Halbfinale bei der Fußball-Club-Weltmeisterschaft erreicht. Der afrikanische Champions League-Sieger aus Ägypten gewann im Viertelfinale in Toyota 2:1 gegen den japanischen Meister Sanfrecce Hiroshima. In der Vorschlussrunde am Mittwoch trifft Al-Ahly auf Corinthians Sao Paulo, den Gewinner der südamerikanischen Copa Libertadores. Monterrey misst sich nach dem 3:1 im Viertelfinale gegen den südkoreanischen Vertreter Hyundai Ulsan mit Champions League-Sieger FC Chelsea, der nach dem 3:1-Sieg gegen AFC Sunderland in der Premier League noch am Samstag nach Japan geflogen war.

Russland, Kuranyi: Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi hat Dynamo Moskau mit einem Doppelpack beim 2:1 (1:0) gegen Terek Grosny ganz nah an die Europapokalränge heran geschossen. Der frühere Schalker traf am Sonntag (12., 67.) jeweils nach Eckbällen des österreichischen Nationalspielers Jakob Jantscher und erzielte damit bisher sechs Saisontore in der russischen Fußball-Meisterschaft. "Das war gegen einen wirklich starken Gegner ein hartes Stück Arbeit", sagte Kuranyi. Dynamo liegt nach dem fünften Sieg in Serie nur noch zwei Punkte von einem Europapokalrang entfernt. Nicht im Aufgebot des Tabellen-Achten stand der Ex-Wolfsburger Zvjezdan Misimovic, der möglicherweise zum ukrainischen Verein Metallist Charkow wechselt.