Kerber bei den French Open Keine Sicherheit bei Kerber

Ihre insgesamt etwas wankelmütige Konstitution 2019 drückte sich auch in ihrem Erstrundenmatch aus. Kerber startete schlecht, verlor ihr Aufschlagspiel zum 0:2. Potapowa drosch wie eine junge Maria Scharapowa auf die Bälle, links, rechts, sie ging das Risiko einer Teenagerin ein, die nichts zu verlieren hat. Kerber kam zurück, 2:2. Re-Break, 2:4, 4:4, es war keine Sicherheit in Kerbers Schlägen.

Sporadisch gelangen ihr schöne Punkte, mit der Vorhand die Linie runter. Aber ihr Spiel blieb fragil wie eine Sandburg im Wind, der an diesem Tag ungemütlich kühl ins Hauptstadion zog. Bei 4:5 nutzte Potapowa ihren ersten Satzball. Nur 18 Minuten später: 0:4. "Man hat das Gefühl, Angie weiß nicht genau, wie sie den Punkt machen soll", sagte Barbara Rittner, Abteilungsleiterin der Frauen beim deutschen Tennis-Bund, in ihrer Funktion als Kommentatorin beim TV-Sender Eurosport. Sie stellte fest: "Sie nimmt es einfach hin."

Ein kurzes Aufbäumen folgte zwar, Kerber kam auf 2:4 heran. Einmal sauste ihre Hand hoch, diese Kerberkämpferfaust, ihr Markenzeichen, wenn sie es wissen will. Es war aber nur ein Fäustchen. Den letzten Vorhandball drosch die Linkshänderin weit nach links ins Aus, der Schlag sah aus wie eine Szene aus einem Splattermovie: sehr, sehr grausam. "Ich bin super enttäuscht", sagte Kerber auch, "ich habe schon gehofft, dass ich ein bisschen besser spiele."

Sie müsse sich nun erst mal beruhigen, mit ihrem Team reden; die Rasensaison folgt, das Projekt Titelverteidigung in Wimbledon steht an. "Da ist nichts, was am Brodeln ist", sagte sie beruhigend zur Zusammenarbeit mit Trainer Rainer Schüttler, der weiter auf den ersten Turniererfolg mit Kerber warten muss. "Auch nach Niederlagen hält man zusammen", betonte Kerber, noch immer war ihr Blick so, als komme sie klar mit diesem Arbeitstag in Paris. Auch wenn der erste gleich ihr letzter war.

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