Nur ein kurzes Lächeln erlaubte sich Naomi Osaka nach ihrem Erstrundensieg bei den French Open am Sonntag. Nach der Arbeit, 6:1, 4:6, 7:5, schritt sie zum Netz, um ihrer Gegnerin Lucia Bronzetti aus Italien die Hand zu schütteln, dann wandte sie sich familiären Dingen zu. Osaka, 26, seit letztem Sommer Mutter, hatte die ersten Dienstreisen des Jahres ohne ihre Tochter unternommen und war ihr nur per Video verbunden. "Das war hart genug", sagte sie. Nach Paris hat sie Kleine mitgenommen - und weit wichtiger als Mutters Partie waren die Erfolge des zehn Monate alten Mädchens. "Sie hat die ersten Schritte gemacht", hatte Osaka am Samstag stolz verkündet, sie würden das nun täglich weiter üben.
Osaka, die je zweimal die US Open und Australian Open gewann, hat sich ihrerseits ein Pensum auferlegt. Nach den Erfolgen auf Hartplätzen ist sie bestrebt, ihre Bilanz auf anderem Terrain zu verbessern, auf Sand, dann auf Rasen. An die French Open hat sie ohnehin nicht die besten Erinnerungen: Weiter als bis zur dritten Runde kam die Japanerin nie; 2021 berichtete sie von mentalen Problemen und beendete den Auftritt vorzeitig. Inzwischen schätzt sie das rote Ziegelmehl, aber die Arbeit wird nicht leichter. In der zweiten Runde könnte sie auf Titelverteidigerin Iga Swiatek treffen.
