Freiwasserschwimmer Thomas Lurz "So oder so blöd"

"Man hat einfach manchmal nicht das Gefühl, dass die Leute etwas davon verstehen, was sie da machen. Man muss sich nur mal den Wettkampfplan der EM angucken: Wir fangen am Mittwoch, 13. August, mit den fünf Kilometern an, am Nachmittag. Und am Donnerstag in der Früh sind dann die zehn Kilometer. Das hat sich der europäische Schwimmverband ausgedacht. Da sind nicht mal 14 Stunden Pause dazwischen", sagt Lurz über die fragwürdigen Entscheidungen der Funktionäre,

Wie man es Athlet mache, fügt Lurz an, es sei verkehrt: "Klar, ich könnte die fünf Kilometer schwimmen, aber dann spüre ich die am nächsten Tag auf den zehn. Und es werden sicher einige auf die fünf verzichten, die sind dann auf den zehn im Vorteil. Egal, welche Entscheidung ich treffe: Sie ist so oder so blöd."

"Aufgeben gibt's nicht"

Nicht zu vergessen, dass das Programm am 17. August noch das Rennen über 25 Kilometer bereit hält, die der 34 Jahre alte Lurz bei dieser EM jedoch nicht bestreiten wird. Nach seinem Triumph über die längste Distanz der Freischwimmer bei der WM in Barcelona 2013, die Lurz mit Fleischwunden bewältigte, nur um anschließend von Schüttelfrost und Erbrechen gepeinigt zu werden, hat sich der Olympia-Zweite von London gegen einen Start entschieden.

"Warum tue ich mir das eigentlich an?", fragte sich Lurz damals noch während des Rennens. "Natürlich will man am liebsten aufhören, aber diese Option gestatte ich mir nicht. Aufgeben gibt's nicht. Also sage ich mir: Du bist bei der WM - reiß' dich zusammen! Du wirst doch wohl in der Lage sein, hier durchzuschwimmen, warum soll es deinen Konkurrenten besser gehen als dir?"

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