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Freiburgs 1:1 gegen Augsburg:Abschiedsfreuden

Der Freiburger Präsident Fritz Keller, der am Freitag zum DFB-Boss gewählt werden soll, freut sich über seine "Abgangstabelle". Böse ist er daher nicht, dass ihm das ganz spezielle Abschiedsgeschenk am Ende doch verwehrt bleibt.

Lächelnd lief Christian Streich Arm in Arm mit seinem Kollegen Martin Schmidt über den Rasen des Schwarzwald-Stadions. Weder der verpasste Sprung an die Tabellenspitze noch die so knapp verfehlten weiteren zwei Punkte gegen den FC Augsburg konnten dem Trainer des SC Freiburg die Laune verderben. "Wir haben uns bis zum Schluss den Arsch aufgerissen und auch am Ende noch Chancen auf den Sieg", sagte Janik Haberer nach dem 1:1 (1:1). Er ärgerte sich wie sein Trainer aber nicht wirklich: "Wir sind auch mit dem Punkt zufrieden."

Ausgerechnet der Ex-Freiburger Florian Niederlechner traf gegen die alten Teamkollegen mit seinem Tor (39.) und verwehrte ihnen so die Tabellenführung. Lucas Höler (24.) hatte zuvor das Überraschungsteam der Saison in Führung gebracht. Mit zwei Pfostentreffern vergaben Nicolas Höfler (86.) und Nils Petersen (88.) große Chancen zum späten Freiburger Sieg.

Vor 23 800 Zuschauern schenkten die Freiburger ihrem scheidenden Präsidenten Fritz Keller, der am Freitag in Frankfurt/Main zum DFB-Boss gewählt werden soll, immerhin ein Remis zum Abschied. Keller tat der Abschied "weh", er betonte aber: "Ich werde nicht tiefer gelegt, sondern komme weiter als Gast". Mit der "Abgangstabelle" seines SC Freiburg sei er "eigentlich ganz zufrieden".

Nur einmal war Freiburg nach dem Spieltag Erster

Bereits nach drei Minuten hätte Routinier Petersen beinahe das 1:0 erzielt, FCA-Keeper Tomas Koubek konnte den Ball gerade noch abwehren. Die Freiburger zogen das Spiel auf dem kürzesten Platz der Liga immer wieder geschickt in die Breite. Mit einem trockenen Schuss zur Führung ins Augsburger Netz belohnte dann Höler sich und sein Team für die engagierte Anfangsphase. "Spitzenreiter! Spitzenreiter!", skandierten die SC-Fans mit Blick auf die Live-Tabelle, die sich allerdings bald wieder änderte.

Nach einem kompletten Spieltag war Freiburg in seiner Bundesliga-Historie erst ein einziges Mal Tabellenführer - nach dem 4:0 gegen den VfB Stuttgart am ersten Spieltag 2000/2001. Durch das verletzungsbedingte Aus von Kapitän Frantz kam Vincenzo Grifo nach 35 Minuten zu seinem Saisondebüt für den SC, stürmisch begrüßt von den Zuschauern. Der italienische Nationalspieler war kurz vor Transferschluss von der TSG 1899 Hoffenheim in den Breisgau gewechselt.

Er durfte aber wegen einer speziellen Vertragsklausel am vergangenen Wochenende beim 3:0 der Freiburger in der Partie bei Grifos Ex-Club nicht auflaufen. Mitten in die Freiburger Euphorie hinein fiel allerdings der Ausgleich, als Niederlechner nach feinem Pass von Jan Moravek traf. Damit war der Angreifer in allen bisherigen Spielen an einem Tor des FCA beteiligt. Nach der Pause hatte sich Augsburg besser auf den leidenschaftlichen Gegner eingestellt und griff auch früher an. So gab es bis auf die furiosen Schlussminuten kaum noch Torchancen. "Daheim gewonnen, auswärts ein Pünktchen - wird sind zufrieden", sagte Schmidt mit Blick auf das 2:1 zuvor gegen Eintracht Frankfurt und nun das 1:1.

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SZ vom 22.09.2019 / DPA, SID
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