An dieser Stelle sollte ursprünglich eine Würdigung des SC Freiburg stehen. Eine Eloge auf eine bodenständige Mannschaft, eine Laudatio auf die Nachfahren der Breisgau-Brasilianer, ein Lob des konzentrierten Verteidigens, effizienten Angreifens und ehrlichen Schaffens; eine hoffnungsvolle Prognose, dass all dies den Verein bald in die feine Gesellschaft des europäischen Fußballs führen könnte, und das völlig verdient. Aber Christian Streich, der Hauptverantwortliche für diese Entwicklung, hat das leider verboten.
Er wolle nichts hören "von Champions League und so'm Zeugs", hat der Freiburger Trainer die Reporter nun auf der Pressekonferenz in München ermahnt - und präzisiert: "Kümmert euch um Bayern und Dortmund und die anderen und lasst unsere Jungs in Ruhe!"
An den verbleibenden 23 Spieltagen dieser Saison soll dementsprechend nicht mehr vom "Tabellen-Dritten" Freiburg die Rede sein, sondern von einem Verein, der sich im Abstiegskampf ein 13-Plätze-Polster erarbeitet hat. Stürmer Lucas Höler, bei Sky bereits in die Nähe der deutschen Nationalmannschaft gerückt, lässt sich hervorragend als "Ex-Sandhäuser" verharmlosen, der sechs Tore weniger als Dortmunds Erling Haaland geschossen hat.
Und bitte nicht zu viel Lob für Trainer Streich
Damit sich möglichst kein Leser seinen Namen merken kann, bieten sich absichtliche Verwechslungen mit seinen Kollegen Höfler, Küfler und Kübler an (dass ein Name hier erfunden ist, dient der Sache; Anm. d. Red.). Schließlich sollte auch auf zu viel Lob für Streich selbst verzichtet werden. Dass es sich bei ihm um einen Trainer handelt, den sogar Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß schätzt und angeblich einmal beinahe verpflichten wollte, darf fortan nur noch exklusiv der Schwarzwälder Bote, ausschließlich in seiner Print-Ausgabe und nur in kleingedruckten Randspalten berichten.
An diesen Vorgaben wird festgehalten, bis der SC Freiburg tatsächlich in der Champions League auf den FC Barcelona, Juventus Turin und Manchester United trifft. Allerdings ist es ohnehin sehr unwahrscheinlich, dass es dazu kommt. Juve, Barça und ManUnited stehen derzeit nicht auf einem Champions-League-Qualifikationsplatz.
