Wechselfehler:DFB-Sportgericht weist Freiburger Protest zurück

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Wechselfehler: Schiedsrichter Christian Dingert (in blau) steht gemeinsam mit Spielern dass SC Freiburg und des FC Bayern München während einer Spielpause auf dem Feld.

Schiedsrichter Christian Dingert (in blau) steht gemeinsam mit Spielern dass SC Freiburg und des FC Bayern München während einer Spielpause auf dem Feld.

(Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Der FC Bayern spielte gegen Freiburg kurzzeitig mit zwölf Mann - doch das Gericht sieht die Schuld für den Wechselfehler nicht allein bei den Münchnern. Da Freiburg auf einen Einspruch verzichtet, behält Bayern die drei Punkte.

Der 4:1-Erfolg von Spitzenreiter Bayern München gegen den SC Freiburg hat trotz des Wechselfehlers auch nach juristischer Prüfung Bestand. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies den Einspruch der Breisgauer am Freitag ab. Gemäß Urteilsbegründung könne der schuldhafte Einsatz eines nicht einsatzberechtigten Spielers nicht den Bayern angelastet werden, sondern gehe auf ein "schuldhaftes Fehlverhalten" des Schiedsrichters zurück. Freiburg verkündete am Freitag, dass sie keinen Einspruch einlegen werden. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

"Zunächst gehen wir davon aus, dass alle Spieler des FC Bayern spielberechtigt waren", sagte Stephan Oberholz (Leipzig) als Vorsitzender des DFB-Sportgerichts: "Ungeachtet dessen reicht der allenfalls geringfügige, hinter dem Fehlverhalten der Schiedsrichter zurücktretende Verschuldungsbeitrag der Bayern auch unter Gesichtspunkten der Verhältnismäßigkeit nicht aus, um die gravierende Rechtsfolge einer Spielumwertung zu rechtfertigen."

Freiburg hatte seinen Einspruch damit begründet, dass Bayern München während einer Auswechselphase in der 86. Minute kurzzeitig zwölf statt der erlaubten elf Mann auf dem Platz gehabt und damit gemäß Paragraph 17 Absatz zwei ein zu diesem Zeitpunkt nicht spiel- oder einsatzberechtigter Spieler mitgewirkt habe. Kingsley Coman hatte bei einem Doppelwechsel nicht rechtzeitig den Platz verlassen.

Oberholz beruft sich in der Urteilsbegründung auf Regel drei der Fußballregeln, wo die Pflichten des Schiedsrichterteams beim Auswechselvorgang klar definiert sind. "Ihren Prüfpflichten hinsichtlich Spieleranzahl und Mannschaftsstärke sind sie nicht nachgekommen. Schließlich hat der Unparteiische die Begegnung fortgesetzt, ohne dabei erneut auf die zulässige Anzahl an Spielern zu achten", meinte Oberholz.

Und der Fall sei auch nicht mit dem Wechselfehler des VfL Wolfsburg in der ersten Runde des DFB-Pokals vergleichbar, wo die Niedersachsen nach einem Beschluss am grünen Tisch ausschieden. "Seinerzeit ist ein gravierender und zentraler Ausgangsfehler des VfL Wolfsburg festgestellt worden, der in der unerlaubten Einwechslung eines sechsten Auswechselspielers bei Nichtbeachtung der bekannten Auswechselbestimmungen bestand. Ein solcher Fehler ist dem FC Bayern nicht vorzuwerfen", sagte Oberholz.

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